Urlaub in Treuchtlingen: Mehr Biken, mehr Erholung, mehr Geld

22.12.2020, 06:04 Uhr
Wird der Urlaub für die Besucher des Treuchtlinger Reisemobilstellplatzes teurer? Eine Gebührenerhöhung könnte ein Baustein für eine solidere Tourismusfinanzierung sein. Denn mit der Qualität des Platzes und den Rad- und Wanderwegen der Umgebung sind die Gäste einer Blitzumfrage zufolge hoch zufrieden.

Wird der Urlaub für die Besucher des Treuchtlinger Reisemobilstellplatzes teurer? Eine Gebührenerhöhung könnte ein Baustein für eine solidere Tourismusfinanzierung sein. Denn mit der Qualität des Platzes und den Rad- und Wanderwegen der Umgebung sind die Gäste einer Blitzumfrage zufolge hoch zufrieden. © Rudi Beringer, Limes-Luftbild

Diese war zwar nichtöffentlich und hatte laut Stadtverwaltung "keinen Sitzungscharakter" – wichtige Themen rund um den Fremdenverkehr diskutierten die Ratsmitglieder dennoch, wie Rathaussprecherin Marina Stoll und Touristinfo-Chefin Stefanie Grucza in einer Pressemitteilung berichten. Diese reichten von einer Gebührenerhöhung für den Reisemobilstellplatz über die Tourismusfinanzierung bis hin zu einer Mitgliedschaft Treuchtlingens im Tourismusverband Fränkisches Seenland.

Um für die Debatte über die Stellplatzgebühren das nötige Hintergrundwissen zu erhalten, hatte die Touristinformation bereits im Oktober eine Blitzumfrage unter den Wohnmobilisten initiiert. Neben Alter und Motiv für die Reise wollten Grucza und ihr Team von den Urlaubern vor allem wissen, welche Gründe sie für das Reiseziel Treuchtlingen hatten, welche Einrichtungen sie während ihres Aufenthalts besuchten und wie zufrieden sie grundsätzlich mit dem Stellplatz waren.


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Das Ergebnis: Besonders lobten die Camper das "Rad- und Wanderparadies" rund um Treuchtlingen sowie die Beschaffenheit des Stellplatzes. Auf dieser Grundlage diskutierten die Ratsmitglieder nun verschiedene Preismodelle, die in Zukunft "eine maximale Wertschöpfung für die Stadt erzielen und dennoch keine Stammkunden vergraulen" sollen.

Steigt die Kurtaxe?

Um das Werben um Urlauber und die entsprechenden Einrichtungen wie Stellplatz, Therme, Wanderwege oder Touristinfo zu bezahlen, widmeten sich die Ausschussmitglieder auch erneut den Finanzierungsmöglichkeiten. Im Gespräch sind laut Grucza unter anderem eine Ausweitung der Prädikatisierung als "Erholungsort" auf einige Ortsteile, eine moderate Erhöhung der Kurtaxe sowie die verpflichtende elektronische Meldung der kurbeitragspflichtigen Betriebe und deren Gäste.

Angesprochen wurden in der Videokonferenz auch die Defizite im Kulturbereich. Um diese zu verringern, setzt die Stadt in Zukunft insbesondere bei den größeren Veranstaltungen auf eine frühzeitige Einbindung von Sponsoring-Partnern.


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Ein aktuelles Projekt im Tourismusbereich ist die vor allem über die Sozialen Medien beworbene Mountainbike-Kooperation mit den Nachbargemeinden Pappenheim und Solnhofen. Die 52 Kilometer lange gemeindeübergreifende Strecke soll im Frühsommer nächsten Jahres beschildert werden und dann eine offizielle Route bilden – wobei sie sich über den Altmühltal-Radweg und mittels öffentlicher Verkehrsmittel beliebig abkürzen lassen soll. Bislang steht das Grundkonzept fest, allerdings müssen noch die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Zielpublikum sind Grucza zufolge Mountainbike-Einsteiger, Familien, Cross-Country-Fahrer und Elektro-Mountainbiker.

Gesund mit Philipp Lahm

Neu stellte die Tourismuschefin den Ratsmitgliedern zwei Gesundheitsprojekte vor, die bald anlaufen sollen: das Programm "#gesundkannjeder" in Kooperation mit dem Bayerischen Heilbäderverband und Ex-Fußballstar Philipp Lahm sowie das zusammen mit der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität entwickelte "Waldgesundheitstraining". Beide sollen Ende März oder Anfang April nächsten Jahres starten.

Um die Urlauber künftig insbesondere digital besser zu begleiten, soll Grucza zufolge im ersten Quartal 2021 auch ein neues Kundenbindungssystem an den Start gehen. Dieses umfasse individualisierte, auf die Interessen der Besucher abgestimmte Newsletter sowie ein Gästeinformationsportal mit Tipps für den Aufenthalt in Treuchtlingen. Es sei also "eine Art Online-Touristinfo", so die Leiterin der "analogen Variante".


Gesundheit als neue Treuchtlinger Identität?


Für die bereits vor einem Jahr auf den Weg gebrachte Markenentwicklung fand vor knapp zwei Wochen der erste Workshop mit Bürgermeisterin Kristina Becker, den Fraktionsvorsitzenden, einigen lokalen Betrieben sowie interessierten Bürgern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung statt. Aus dessen Ergebnissen, den Antworten der vorangegangenen Bürgerbefragung sowie bereits bestehenden Gutachten soll die beauftragte Agentur nun in Zusammenarbeit mit dem Tourismusbüro eine Markenstrategie, ein neues Logo und ein Corporate-Design-Handbuch erarbeiten. Im Februar sollen diese dem Ausschuss präsentiert werden.

Treuchtlingen im Seenland?

Auf großes Interesse stieß bei dessen Mitgliedern schließlich die potenzielle Mitgliedschaft der Altmühlstadt im Tourismusverband Fränkisches Seenland. Der Tenor lautete jedoch einhellig, eine Entscheidung darüber noch zu verschieben, um sich zunächst die Weiterentwicklung des Verbands sowie die Erfahrungen der Nachbarkommunen Weißenburg und Wassertrüdingen anzusehen, die beide bereits Mitglied sind.

Für nächstes Jahr plant die Touristinformation nun neben der Markenentwicklung insbesondere eine noch gezieltere Steigerung der Bekanntheit der Stadt Treuchtlingen.

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