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Sonntag, 15.09.2019

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Abrechnungs-Affäre: ASB bestätigt Vorwürfe

Wirtschaftsprüfer legen einen ersten Zwischenbericht vor - 18.08.2019 14:35 Uhr

Aus Unterlagen, die den Nürnberger Nachrichten vorliegen, geht hervor, dass die Hilfsorganisation mindestens seit 2009 jedes Jahr intern mehrere Hunderttausend Euro an Überschuss hatte. Insgesamt geht es nach NN-Informationen um über fünf Millionen Euro. Bei den Krankenkassen, den Kostenträgern, haben die Verantwortlichen aber nur einen Bruchteil davon angegeben.

Wegen der Berichterstattung hat der ASB Bayern in der Folge unabhängige Wirtschaftsprüfer mit einer Sonderprüfung beauftragt, deren Zwischenbericht jetzt vorliegt. "Nach dem vorläufigen Prüfergebnis wurden von 2009 bis 2016 offenbar tatsächlich ungerechtfertigte Mehrkosten in einem mittleren einstelligen Millionenbereich abgerechnet, da für diese Kosten keine konkreten Nachweise ermittelt werden konnten", heißt es in einer Pressemitteilung des ASB. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und klären den Sachverhalt vollständig und transparent auf", erklärt Landesgeschäftsführer Jarno Lang.

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Nach Recherchen der Nürnberger Nachrichten sollen seit 2009 bei den 21 bayerischen Regionalverbänden des ASB in Bayern jeweils die tatsächlichen Ausgaben mit viel Fantasie erhöht worden sein. Die Organisationen vor Ort hatten davon nichts erfahren; die Manipulationen fanden in der Landesgeschäftsstelle in Erlangen statt. Aufgrund der dann an die Krankenkassen gemeldeten überhöhten Zahlen entstand demzufolge ein Überschuss, der sich auf rund fünf Millionen Euro summiert haben soll. Wofür dieser Überschuss verwendet wurde, bleibt weitgehend unklar. Nach Unterlagen, die den NN vorliegen, gab es jedoch auch undurchsichtige "Sonderzahlungen" für Mitarbeiter, die an den Manipulationen beteiligt waren.

Das Gesamtbudget des ASB für seinen Rettungsdienst liegt in Bayern jährlich bei 14 Millionen Euro. Es wird mit den Krankenkassen ausgehandelt. Inzwischen hat daher auch das Bayerische Gesundheitsministerium eine Aufklärung der Vorwürfe vom ASB-Landesverband gefordert. Der ASB hat seine Ursprünge in Franken und ist 1911 in Nürnberg gegründet worden als der Arbeiterbewegung nahe stehende Hilfsorganisation. Heute hat der ASB in Bayern 180.000 Mitglieder. 

fr, kf

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