Aigner kämpft gegen Stromtrasse durch Franken

18.4.2017, 05:45 Uhr
Die P44mod soll nach Überlegungen im Nürnberger Land enden. Die Stromtrasse könnte deshalb auch durch Schnaittach führen.

Die P44mod soll nach Überlegungen im Nürnberger Land enden. Die Stromtrasse könnte deshalb auch durch Schnaittach führen. © Michael Reichel, dpa

Die so genannte P44mod stelle keine "akzeptable Lösung" dar, sagt die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner den Nürnberger Nachrichten. Das gelte auch für die so genannte P44, eine Leitung, die als Alternative zur P44 mod geführt wird.  "Bayern wird sich auch weiterhin vehement für eine faire Lastenverteilung beim Netzausbau einsetzen", so Aigner.

Die P44 endet den Überlegungen nach in Grafenrheinfeld, die P44mod in Ludersheim im Nürnberger Land. Auf dem Weg dorthin könnte die P44mod gar Ortschaften wie Schnaittach direkt überspannen, fürchten Vertreter von Bürgerinitiativen. Ihre Angst: Auf Grundlage des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes könnte der zuständige Übertragungsnetzbetreiber Tennet die P44mod "durchpeitschen" — ohne die Bevölkerung adäquat einzubeziehen, sagen Petra Kraus von der Bürgerinitiative Schnaittach und Dörte Hamann, Sprecherin des Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse. Tennet weist das von sich.  Man werde intensiv mit den Bürgern sprechen, erklärt Sprecher Markus Lieberknecht.

Gleichzeitig kündigt er im Gespräch mit den Nürnberger Nachrichten überraschend an: Obwohl die Trasse von Thüringen nach Bayern führt, "gehen wir davon aus, dass es eine Länderleitung wird", sagt Lieberknecht. Das würde bedeuten, dass die Trasse unter das bayerische Landesentwicklungsprogramm fallen würde, das Abstände von 200 bis 400 Meter von neuen Freileitungen zur Wohnbebauung sicherstellen soll.
Die Entscheidung ob die Trasse eine Länderleitung wird, liegt beim Gesetzgeber.

Tennet schränkt die Bedeutung jedoch ein: Die im Landesentwicklungsprogramm festgeschriebenen Abstandsregelungen, sagt Lieberknecht, seien nach Tennets Auffassung nur ein Grundsatz und nicht verpflichtend. "Wir wollen sie aber schon einhalten", sagt er. Wo das aufgrund bestehender Bebauung nicht möglich ist, werde man versuchen, Einzelfall-Lösungen zu finden. 

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