Der Landkreis Ansbach hat einen Bürgermeister-Chor

14.12.2013, 18:36 Uhr
Singende Bürgermeister sammeln im Landkreis Ansbach Spenden für soziale Projekte.

Singende Bürgermeister sammeln im Landkreis Ansbach Spenden für soziale Projekte. © dpa

Gerade ist ihre erste Advents- und Weihnachts-CD erschienen. Erstmals in diesem Jahr waren die kräftigen Stimmen des Bürgermeisterchors in der Vorweihnachtszeit auch live zu erleben – bei einem Adventskonzert im Wieseth (Landkreis Ansbach).

Ansonsten aber hindern ihre Amtsgeschäfte die 63 singenden Gemeindeoberhäupter an aufwendigen Konzerttourneen. In einem Interview der Nachrichtenagentur dpa schildert der Vorsitzende des Bürgermeisterchors, Klaus Miosga (CSU), wie es ist, wenn Politik und Musik eine so ungewöhnliche Verbindung eingehen.

Ein Chor aus lauter Bürgermeistern – wie ist es dazu gekommen?

Das war 1989. Da waren die damaligen Bürgermeister auf einer Fahrt in Südtirol und haben damals aus einer Weinlaune heraus das Singen angefangen. Die haben sich einfach abends aufgestellt und haben miteinander gesungen. Und dann hat man gemerkt: Holla! Da sind ganz tolle Stimmen dabei, da kann man was draus machen. Deshalb wurde dann eine regelmäßige Singstunde eingerichtet. Wir sind heute 94 Mitglieder, davon sind 63 aktive Sänger. Meistens sind bei Konzerten und Veranstaltungen um die 50 Kollegen da, weil es auch nicht so einfach ist, dass jeder sich den Termin freihält.

Gerade in der Weihnachtszeit haben Sie doch sicher viele Auftritte?

Nee, nee, so was machen wir eigentlich gar nicht. Wir haben heuer nur ein Weihnachtskonzert gegeben, unser erstes. Und unsere Advents- und Weihnachts-CD haben wir schon im Juni diesen Jahres bei brütender Hitze eingesungen. Da hat es 30 Grad gehabt. Wir standen alle in kurzen Hosen da und haben „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen.

Zum Regieren bleibt also genug Zeit?

Ja, ohne Ende! Wir geben ja immer nur zwei Konzerte im Jahr, meistens in Kirchen. Die Eintrittsgelder, die Spenden, alles, was an so einem Abend zusammenkommt, geben wir an die Gemeinden weiter. Genauso werden die Erlöse für die CDs an soziale Einrichtungen im Landkreis gespendet. Die jährlichen Spenden bewegen sich immer pro Organisation um die 2000 Euro. In der Jahreshauptversammlung, wo dann alle Bürgermeister da sind, legen wir fest, wer wie viel Geld bekommt. Heuer haben wir unter anderem ein Projekt für Therapeutisches Reiten bedacht.

Es ist ja sehr erstaunlich, dass es so viele musikalische Bürgermeister im Landkreis gibt. Ist das Zufall oder Voraussetzung für die Kandidatur?

Nein, als Bürgermeister braucht man keine besonders gute Stimme. Denn wir sind ein Chor, der mit 40 bis 50 Leuten sehr stimmgewaltig auftreten kann. Da ist es nicht ganz so schlimm, wenn der, der nicht singen kann, mal ein bisschen leiser singt.

Klaus Miosga (CSU) ist seit 2008 Bürgermeister der Gemeinde Langfurth und seit drei Jahren erster Vorsitzender der Bürgermeisterchores im Landkreis Ansbach.

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