Mittwoch, 14.04.2021

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Jahrestag von Hanau: "Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen"

Mahnwache in Bamberg - 20.02.2021 12:01 Uhr

Um den Opfern des Anschlags von Hanau zu gedenken, stellten Aktivistinnen und Aktivisten in der Bamberger Innenstadt ein Mahnmal auf.

19.02.2021 © Felix Schwarz


Am 19. Februar 2020 schoss ein damals 43-jähriger Mann auf der Straße, in einem Kiosk sowie vor und in Shishabars auf Menschen. Mindestens fünf Personen wurden verletzt - neun starben. Unter den Todesopfern befanden sich ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund. Im weiteren Verlauf des Anschlags brachte der Täter seine Mutter und sich selbst um. Das Bundeskriminalamt (BKA) bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch.

Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtović, Vili-Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov - das sind die Namen der Opfer.

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Mahnmal für die Opfer von Hanau: So zeigen Bambergerinnen und Bamberger ihre Solidarität

Am 19. Februar 2020 brachte ein Mann mit rechtsextremer Gesinnung neun Menschen mit Migrationshintergrund um. Ein Mahnmal in Bamberg soll an die Opfer des Anschlags von Hanau gedenken.


"Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen", betont Ibo Mohamed, der heute mit weiteren Aktivistinnen und Aktivisten ein Mahnmal am Gabelmann in der Bamberger Innenstadt auf die Beine stellte. Mit Kerzen und Bildern der Opfer brachten sie ihre Solidarität mit den Angehörigen zum Ausdruck.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Die Protestierenden sehen Rassismus als strukturelles Problem der Gesellschaft an - Hanau sei deshalb kein Einzelfall. Zudem vertreten sie die Auffassung, dass die beschlossenen Maßnahmen nicht weit genug gehen.

Wie Zeit Online berichtete, sind die Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft seit November beendet, aber noch nicht abgeschlossen. Derzeit besteht für die Angehörigen und die überlebenden Betroffenen die Möglichkeit, bis Ende Februar Stellungnahmen abzugeben.

Maßnahmenpaket für bessere Prävention

Dass der Anschlag in dieser Weise stattfinden konnte, führte zu Kritik an den staatlichen Behörden. Aufgrund des Drucks von Kritikerinnen und Kritikern entschied sich die Bundesregierung im März 2020, einen Kabinettsausschuss gegen Rechtsextremismus einzurichten - mit Bundeskanzlerin Angela Merkel als Vorsitzende.

Ein im November verabschiedetes Maßnahmenpaket sieht bis 2024 mehr als eine Milliarde Euro für Forschung und Prävention vor.

Felix Schwarz

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