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Kommunalwahlen 2020 in Bamberg: Alle Infos im Überblick

2020 wird es wieder spannend – Oberbürgermeister- und Stadtratswahl - 12.02.2020 11:44 Uhr

2020 können die Bamberger wieder auf kommunaler Ebene darüber entscheiden, wie sich der Stadtrat zusammensetzen und wer neuer Oberbürgermeister wird. © Michael Kappeler


Am 15. März 2020 sind die fast 56.000 Wahlberechtigten in der Stadt Bamberg wieder aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und mitzubestimmen. Dann nämlich finden die nächsten Kommunalwahlen statt. Die Wählerinnen und Wähler legen hierbei die Besetzung des Stadtrats für die kommenden sechs Jahre fest. Zudem steht eine neue Oberbürgermeisterwahl an: Seit mittlerweile 13 Jahren sitzt Andreas Starke (SPD) im Chefsessel des Rathauses. Geht es nach ihm, dann bleibt er auch nach der Wahl Bambergs Stadtoberhaupt. 

Wer wird Bambergs neues Oberhaupt? 

Die Auswahl an Kandidaten ist 2020 in jedem Fall groß – insgesamt zehn Namen werden am 15. März auf den Stimmzetteln zur Auswahl stehen: Als Erster warf der Zweite Bürgermeister Christian Lange (CSU) Anfang Februar seinen Namen in den Ring. 

Aus den Reihen der Bamberger Grünen gab der 31-jährige Jonas Glüsenkamp im Juli seine Kandidatur bekannt. Der gebürtige Osnabrücker gehört seit 2016 dem Grünen-Vorstand an und ist Mitbegründer des Bamberger Pfandsystems für To-Go-Getränke "Bambecher". Die Stadträtin Daniela Reinfelder ist Teil der Bamberger unabhängigen Bürger (BuB) und tritt ebenfalls als OB-Kandidatin an. Das hat sie im September publik gemacht. Im Oktober zog Claudia John von den Freien Wählern nach. Die 29-jährige Grundschullehrerin will frischen Wind in die Stadtpolitik bringen.

 

Aus der Bamberger Allianz bewirbt sich die Juristin Ursula Redler. Die 37-Jährige ist seit sechs Jahren Mitglied im Stadtrat und arbeitet als Staatsanwältin am Landgericht Bamberg. Auch Stadtratsmitglied Martin Pöhner (FDP) will der nächste OB werden. Als Mitglied der noch relativ jungen Bürgerbewegung Volt kandidiert Hans-Günter Brünker. Der 52-Jährige arbeitet als freiberuflicher Schauspieler, Moderator und Sprecher. Die Satiregruppe "Die PARTEI" stellt ebenfalls einen OB-Kandidaten: Zum Wahlprogramm von Fabian Dörner zählt unter anderem eine Bierpreisbremse. Aus den Reihen der neuen Gruppierung Bambergs Mitte (BM) bewirbt sich der 56-jährige IT-Kaufmann Thomas Kellermann um den Posten als neuer Oberbürgermeister Bambergs.

Auch der Sozialpädagoge Stephan Kettner aus den Reihen der Bamberger Linken (BaLi) wollte sich als Kandidat aufstellen lassen,  scheiterte allerdings an den besonderen gesetzlichen Bestimmungen in Bayern: Kettner ist österreichischer Staatsbürger und anders als in den anderen Bundesländern gilt in Bayern die Regelung, dass Oberbürgermeister-Kandidaten die deutsche Staatsbürgerschaft haben müssen. Spekulationen gab es ebenso hinsichtlich der Landtagsabgeordneten und Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) – diese hatte im Frühling 2019 anklingen lassen, dass sie sich künftig möglicherweise in einer anderen Position sieht. Das war aber nicht das OB-Amt: Ende Oktober wurde sie als stellvertrendende Parteivorsitzende der CSU bestätigt. Für den Bamberger Stadtrat will sie 2020 nicht kandidieren, aber den Wahlkampf der CSU unterstützen.

Neue Sitzverteilung im Stadtrat

Auch im Bamberger Stadtrat könnte sich mit der nächsten Wahl einiges ändern. Nach dem Ergebnis der letzten Kommunalwahl ist die CSU in der aktuellen Legislaturperiode mit 13 Sitzen die stärkste Kraft. Es folgt die SPD mit zehn Sitzen, acht Sitze werden von GAL-Mitgliedern besetzt, die BA-Fraktion ist mit sechs Mitgliedern vertreten und die BBB mit vier Räten.

BuB, FDP und BaLi haben sich zu einer Ausschussgemeinschaft zusammengeschlossen und sind mit je einem Vertreter im Stadtrat vertreten.

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So viel verdienen Oberbürgermeister in der Region

Über das Gehalt wird nicht gerne gesprochen. Und auch Oberbürgermeister legen meist nicht offen, wie viel sie genau verdienen. Die Bezahlung hauptberuflicher Bürgermeister ist orientiert an der Beamtenbesoldung. Das Grundgehalt ist festgelegt, dazu kommt jedoch noch der Familienzuschlag und eine Aufwandsentschädigung.


Ernüchternde Wahlbeteiligung 2014 – Vorbereitungen für 2020 

Die Wahlbeteiligung in Bamberg war 2014 ernüchternd. Nur 44,39 Prozent und damit 24.937 der 56.181 Stimmberechtigten nutzten die Möglichkeit, mit ihrer Stimme den Stadtrat und damit kommunale Belange mitzubestimmen. Nachdem es bei der Landtagswahl im Oktober 2018 lange Schlangen und Wartezeiten vor den Wahllokalen gab, hatte die CSU-Fraktion einen Antrag für eine bessere Organisation der kommenden Wahl gestellt.

2020 sollen 41 Urnen- und zirka 30 Briefwahllokale (zuvor 33 bzw. 28) für Entlastung in Bamberg sorgen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat einstimmig gefasst. Damit fallen für die Durchführung dieser Wahl (dazu zählen Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Wahlhelfer, Mieten, Versicherungen) geschätzte Kosten von knapp 39.000 Euro an.

So können Sie 2020 Ihre Stimme verteilen

Alle sechs Jahre werden die bayerischen Wähler mit Kommunalwahl-Begriffen wie "panaschieren" und "kumulieren" konfrontiert. Wir erklären, was dahinter steckt und wie Sie Ihre Stimmen verteilen können. 

Bei der Kommunalwahl 2020 kommt in Bayern übrigens erstmals ein neues Auszählungsverfahren zum Einsatz, das Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren. Es soll eine gerechtere Umrechnung der Stimmergebnisse in Mandate ermöglichen.

Katja Kiesel, Simone Madre

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