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Bayerns jüngster Bürgermeister ist 19, Jura-Student und Franke

Mit nur 29 Stimmen Vorsprung entschied Kristan von Waldenfels die Stichwahl für sich - 02.04.2020 06:43 Uhr

Mit den Auswirkungen der geplanten Hängebrücke über das Höllental im Frankenwald auf seine Stadt, Lichtenberg im Kreis Hof, wird sich der frisch gewählte Bürgermeister Kristan von Waldenfels beschäftigen müssen.

04.01.2020 © Hängebrücke


Herr von Waldenfels, während sich manche Ihrer Altersgenossen vielleicht darüber Gedanken machen, welches Praktikum sie nach dem Abitur machen könnten oder ob ein soziales Jahr sinnvoll wäre, haben Sie sich für die Politik entschieden. Warum?

Kristan von Waldenfels: Mir liegt Lichtenberg sehr am Herzen. Ich möchte dazu beitragen, dass unsere Stadt, die wie andere Kommunen im ländlichen Raum unter den Auswirkungen des demografischen Wandels leidet, neue Wege gehen kann. Wir brauchen hier einen Aufbruch. Ich freue mich, wenn ich zu diesem als Bürgermeister gemeinsam mit den Lichtenbergern, dem Stadtrat und meinem Team beitragen kann.

Kristan von Waldenfels studiert an der Uni Bayreuth Jura. Ab sofort ist er auch ehrenamtlicher Bürgermeister von Lichtenberg (Kreis Hof).

01.04.2020 © Nicolas Armer, dpa


Sie erhielten als CSU-Kandidat bei der Stichwahl am Sonntag 394 Stimmen, Ihr Mitbewerber von der SPD 365. Was leiten Sie für sich und Ihre Arbeit im Rathaus von diesem knappen Ergebnis ab?

von Waldenfels: Nun ja: Am 15. März, nach der ersten Runde, lag ich nur sieben Stimmen vorne. Insofern hat sich der Abstand durch die Stichwahl etwas vergrößert. Wir, also die CSU und die Unabhängigen Lichtenberger Bürger, haben die Wahl gewonnen, sind nun die stärkste Fraktion und stellen mit mir den Bürgermeister. Mein großer Dank gilt den Lichtenberger Bürgerinnen und Bürgern, die den Mut hatten, mir ihr Vertrauen zu schenken.

In einer Video-Botschaft haben Sie sich auf Facebook bei Ihren Wählern bedankt. Planen Sie, auch in der Nach-Corona-Zeit viel über die Sozialen Netzwerke mit den Bürgern zu kommunizieren?

von Waldenfels: Die Kommunikation mit den Bürgern ist mir sehr wichtig. Nur so ist es möglich, dass jeder und jede Ideen einbringen kann. Die Bürger sollen daher regelmäßig und viel aus dem Rathaus hören. Um das zu ermöglichen, werde ich alle möglichen Kanäle nutzen, unsere Rathaus-Homepage ebenso wie die sozialen Netzwerke. Ich habe aber auch vor, den Bürgern alle zwei Wochen einen Brief in unserem Amtsblatt zu schreiben.

Am 6. April werden Sie als neuer Bürgermeister vereidigt. Anfang Mai folgt die Vereidigung des Stadtrats. Was wollen Sie für Ihre Stadt und deren Bürger in den nächsten sechs Jahren erreichen?

von Waldenfels: Ich habe nach der Bewältigung der Coronakrise die verantwortungsvolle Aufgabe, gemeinsam mit den Lichtenbergern, wichtige Projekte anstoßen zu können, darunter mehrere Bauprojekte, wie den Bau eines neuen Kindergartens oder die Umgestaltung unseres Campingplatzes. Zur Sprache kommen müssen aber auch schwierige Themen, darunter die Belastungen, die durch den Bau der Frankenwaldbrücken, die ja den Tourismus in unserer Region ankurbeln sollen, auf Lichtenberg zukommen, zum Beispiel ein Mehr an Verkehr.

Sie studieren seit einem Jahr in Bayreuth Rechtswissenschaften. Vorlesungen und Hausarbeiten, Verwaltungsaufgaben und Stadtratssitzungen - geht das zusammen?

von Waldenfels: Da der Bürgermeister in Lichtenberg ehrenamtlich arbeitet, kann ich als Jurastudent beide Aufgaben gut unter einen Hut bringen. Das haben meine Vorgänger im Amt, die neben der Bürgermeister-Tätigkeit zum Beispiel in Teilzeit gearbeitet haben, ebenso geschafft. Wobei für mich klar ist, dass mein Hauptaugenmerk auf Lichtenberg liegt. Unabhängig davon harmoniert beides gut miteinander: Als Student habe ich durch die Bürgermeister-Tätigkeit einen praktischen Bezug und als Bürgermeister durch das Studium einen theoretischen.

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