Beim Besuch in Erlangen

Bayerns Minister stellen günstigeres Semesterticket in Aussicht

Christina Merkel
Christina Merkel

Hochschule & Wissenschaft

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11.11.2022, 14:10 Uhr
Studierende stehen auf dem Erlanger Bahnhof am Fahrkartenautomaten an.

© Harald Sippel, NN Studierende stehen auf dem Erlanger Bahnhof am Fahrkartenautomaten an.

Da war er, der Moment, auf den sie so lange gewartet haben. "Der Ministerpräsident hat den Verkehrsminister beauftragt, ein Konzept auszuarbeiten", erklärt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vorne im Hörsaal. Paulus Guter sitzt in der zweiten Reihe und kann es kaum fassen. Hat er das wirklich gesagt? Die 200 Zuschauer applaudieren.

Wissenschaftsminister Markus Blume stimmt zu: "Wir waren uns einig: Jetzt braucht es ein günstigeres Ticket für Studierende." Jetzt, nachdem Bund und Länder beschlossen haben, dass die Menschen im kommenden Jahr den Nahverkehr deutschlandweit für 49 Euro im Monat nutzen können. "Sonst wäre da eine Schieflage", erklärt Blume.

Aktuell kostet das Semesterticket umgerechnet 48 Euro im Monat, es gilt aber nur in Nürnberg, Fürth und Erlangen. Schüler und Azubis sind für 365 Euro im Jahr im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg unterwegs. Das ist weiterhin günstiger als die 588 Euro, die das Deutschlandticket für zwölf Monate kosten wird.

Seit Jahren setzen sich Studierendenvertreter in der Region und in ganz Bayern dafür ein, ebenfalls günstiger mit Bussen und Bahnen unterwegs sein zu können. "Wir haben Briefe geschrieben an Vertreter auf Bundes- und Landesebene, wir haben diskutiert und demonstriert", erzählt Guter. Der 28-Jährige studiert Elektrotechnik an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen. Er hätte nicht gedacht, dass er in seiner Studienzeit noch erlebt, dass sich am Ticketpreis etwas ändert. "Als Studierendenvertreter arbeitet man eigentlich immer für die nächste Generation."

Wie lange es dauert, bis das günstigere Semesterticket tatsächlich eingeführt wird, bleibt ohnehin abzuwarten. "Wie das Ding am Ende heißt und um welchen Betrag es geht, werden wir sehen", sagt Blume. "Aber der politische Wille ist da!" Immerhin.

"Das ist eine super Entwicklung", freut sich auch der studentische Senator Michael Ruppert. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt!" Mit dem Fahrrad ist er zur Podiumsdiskussion mit den beiden Ministern am Südgelände der Uni gekommen. Seinen Helm hält er in der Hand. Eigentlich sollte es im Gespräch um notwendige Gebäudesanierungen gehen. "Mit so einer tollen Neuigkeit hätte ich nicht gerechnet!"

Herrmann erzählt vom Kabinettstreffen am Dienstag: "Als der Verkehrsminister vom 49-Euro-Ticket berichtet hat, haben wir gefragt: ,Was machen wir jetzt mit Schülern und Studierenden?'" Er gesteht: "Das Semesterticket war immer ein schwerfälliges Unterfangen in Bayern, wir haben zuletzt ein bisschen was erreicht, aber wirklich noch zu wenig."

Erst bei der akademischen Jahrfeier der FAU am vergangenen Freitag hatten sich ein paar Studierende mit dem Innenminister darüber unterhalten. "Er ist wirklich offen für das Thema und verständnisvoll", erzählt Guter. "Toll, dass er das Thema direkt weitergetragen hat."

Weitere Infos


Am Dienstag, 29. November, laden die Erlanger Nachrichten zum "EN-Studi-Talk" ins E-Werk, Fuchsenwiese 1, ein. Vertreter aus Politik, Studentenwerk und Studierendenschaft sprechen bei einer Podiumsdiskussion über "Mobilität: Wann kommt endlich ein günstiges Ticket für Studierende?" Einlass 17.30 Uhr, Beginn 18 Uhr, Eintritt frei.

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