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Freitag, 04.12.2020

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CB-Funker: Roth wird in der "Frankenrunde" gehört

Der leidenschaftliche CB-Funker Thomas Harrer hat die Funkergruppe "Frankenrunde" gegründet. - 15.12.2019 13:50 Uhr

Thomas Harrer in seinem Element: „CB-Funk ist lebendiger denn je“, sagt er, der sich jeden Sonntag mit ebenso begeisterten Funkern trifft.

15.12.2019 © Yevheniia Frömter


"QRZ Delta Echo!" Es rauscht, knackt und knistert. Ebenso gespannt wie geduldig starrt Thomas "Bonanza" Harrer auf sein Funkgerät, dreht an Reglern und drückt verschiedene Knöpfe. Wenige Sekunden später erhält er Antwort.

"Für ein ordentliches QSO herrscht zu viel QRM auf diesem Kanal. Ich versuche ein QSY." Harrer sucht nach einer besseren Frequenz und wird fündig. Er informiert die Gegenstation über seinen QTH: "Ich sende aus Hilpoltstein im Landkreis Roth".

Beinahe könnte man meinen, "Bonanza" sei ein Geheimagent, der verschlüsselte Codes übermittelt. Doch weit gefehlt: Der 42-Jährige betreibt seit Jahren ein mehr oder minder tot geglaubtes Hobby mit großer Leidenschaft: "CB-Funk ist lebendiger denn je."

Kein Problem mit Funksprache

Hinter den "geheimen Q-Codes" verbirgt sich freilich nichts anderes als Abkürzungen für den üblichen Funkverkehr: "QTH bedeutet beispielsweise Standort. Ich verwende QRZ für das Rufen einer Station", klärt Harrer auf. Diese "Funksprache" würde man sehr schnell beherrschen, "kein Problem".

Die Franken seien übrigens besonders aktive Funker: Aus diesem Grund hat Harrer Anfang des Jahres die "Frankenrunde" aus der Taufe gehoben. Sonntagmorgens "treffen" sich im Schnitt bis zu 70 aktive Funkstationen aus dem gesamten süddeutschen Raum und tauschen sich aus.

Nicht selten packt Harrer sein Funkgerät samt Antenne und sucht Berge in der Region auf. Von dort habe er bessere Reichweiten und könne Gespräche mit CB-Stationen führen, die weit über die fränkischen Grenzen hinaus beheimatet seien.

Der Kreis wird größer

Seit Bestehen der "Frankenrunde" habe er auf der "Frankenfrequenz" über 300 verschiedene Funkfreunde in sein Logbuch eintragen können. "Unsere Runde ist in ganz Deutschland bekannt, und es stoßen immer mehr begeisterte Funker dazu."

Der besondere Reiz liege darüber hinaus im sogenannten "DX-Verkehr". Unter besonderen Voraussetzungen könne in manchen Monaten rund um den Erdball gefunkt werden. Sei es Amerika oder "nur" England – mit legalen Mitteln mache die Physik auch Langdistanzfunk möglich.

Dass der CB-Funk wenig zeitgemäß oder gar ausgestorben sei, will Harrer nicht hören: "Es war und ist immer was los." Zugegeben: Die glorreichen Zeiten, in denen auf allen Kanälen etwas los war, sind vorbei. Bis in die 1990er Jahre gab es beispielsweise allein in der Kreisstadt zwei "Rother Kanäle" mit rund 100 CB-Funkern.

Nun eben anders

Heute sehe das etwas anders aus: "Der CB-Funk hat sich verändert, ist aber mit der Zeit gegangen", erklärt er.

Digitalfunk, die Verdoppelung der damals legalen Kanäle auf nunmehr 80 Frequenzen mache das Hobby noch interessanter. Auch die Freigabe der Modulationsart USB ermögliche Reichweiten, die noch vor 20 Jahren unmöglich gewesen wären. Mehr Sendeleistung habe der Gesetzgeber zudem erlaubt.

Als Kind habe er mit seiner Schwester "Walkie-Talkies" bekommen: "Es hat uns total fasziniert, dass wir Stimmern empfangen und dann auch noch mit diesen Leuten sprechen konnten." Nach und nach wurde aufgerüstet, bis zur perfekten Funkstation. In den 1990er Jahren ließ das Interesse nach. Freundin, Arbeit und andere Verpflichtungen.

Doch so richtig habe ihn der "CB-Funk" nicht losgelassen. Vor einigen Jahren packte "Bonanza" das Fieber wieder. Harrer ist kein Einzelfall: "Viele Ehemalige schalten nach Jahren wieder ein und sind begeistert."

Wilde Zeiten sind vorbei

Im Vergleich zu den "alten Tagen" ginge es "auf Band" heutzutage viel disziplinierter zu. Selbst lizensierte Funkamateure würden die CB-Funker loben, erklärt er. "Ich kam in eine total neue Welt. Früher war der Funk das soziale Medium überhaupt. Es gab kein Internet und keine Mobiltelefone."

In jüngster Vergangenheit habe sich "CB" zu einer Art Sport entwickelt: "Das ist wie Fischen. Es bedarf ein wenig Geduld und Ausdauer." Allerdings würde das Funken nicht durch bloßes Warten und Zuhören funktionieren. "Es muss schon aktiv mitgemacht werden."

Für die Zukunft plant die "Frankenrunde" jedenfalls viele Projekte, wie etwa Bergfunk oder Peilsendersuchaktionen. "Wer noch ein Gerät im Keller stehen hat, soll’s einfach wieder mal einschalten. Wir freuen uns über jede neue Station im Äther."

Mehr Infos gibt es bei Facebook (Frankenrunde CB) oder im Internet: www.fr-dx.de. Natürlich kann auch direkt Kontakt mit der "Frankenrunde" aufgenommen werden – auf USB-Kanal 14.

MARCO FRÖMTER

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