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Freitag, 18.10.2019

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Dottenheims "neue Mitte"

Dorfhaus und Dorfplatz festlich "in Betrieb genommen" - 24.06.2019 11:03 Uhr

Ein schmuckes Dorfhaus prägt die neue Ortsmitte von Dottenheim und bietet vielfältige Möglichkeiten für das gestärkte Gemeinwesen im Dietersheimer Ortsteil. © Harald Munzinger


Die Gemeinde, weil sie mit hohen Zuschüssen 885.000 Euro investierte, die vielen aktiven Mitglieder des gastgebenden "Vereins Dorfgemeinschaft e. V." die für über 1000 Einsatzstunden und die Gestaltung des Festes bewundert wurden, mit dem die Erfüllung eines sehr lange gehegten Wunsches gefeiert wurde.

Dietersheims Erster Bürgermeister Robert Christensen erinnerte daran, dass die "Anfänge der Dorfhausideen" in Altheim und Dottenheim ins Jahr 2004 zurückreichen. Im Ortsteil Altheim konnten sie 2010 realisiert werden, nun auch in Dottenheim, wofür ein erster Schritt der Grunderwerb bei einer Versteigerung im Januar 2009 gewesen war. In der Folge entwickelten sich die konkreten Pläne für das neue Dorfzentrum, für das ein altes Scheunengebäude dem schmucken Neubau weichen musste. Für den erfolgte der erste Spatenstich 2016.

Eine gute Entscheidung, wie dies Bürgermeister Christensen "mit großer Dankbarkeit und einer Portion Stolz" bei der Würdigung aller an dem Projekt Beteiligten feststellte. Neben Fachplanern, Politik, Behörden und ausführenden Firmen galt seine besondere Anerkennung "all den fleißigen Dottenheimer Helferinnen und Helfern für jeden Handgriff, für jeden ehrenamtlichen Beitrag in der Freizeit, für all die geleisteten Stunden". Diese Wertschätzung kam auch in allen Grußworten beim Festakt zum Ausdruck, vor dem Pfarrerin Kerstin Sprügel "einen wunderschönen Gottesdienst" gestaltete.

885.000 Euro und über 1000 Arbeitsstunden

Von diesem leitete Paul Schemm mit dem Dottenheimer Posaunenchor zur feierlichen Eröffnung des "Dorfgemeinschaftshauses" über. Dessen Kosten bezifferte der Bürgermeister "in wenigen nüchternen Zahlen" auf 885.000 Euro, von denen 550.000 mit einem Eigenanteil der Gemeinde von 395.000 Euro auf das Gebäude entfielen. Auf 300.000 Euro hatten sich die Kosten für den Dorfplatz mit dem Umgriff des "Türkenbrunnens" im Rahmen der Dorferneuerung summiert, von denen die Gemeinde 115.000 und weitere rund 35.000 Euro für Maßnahmen ohne Förderzuschüsse trug.

Nun gelte es "optimistisch in die Zukunft zu blicken und darauf zu vertrauen, dass es nicht nur während der langen, langen Planungs- und Bauphase, sondern auch künftig engagierte Vereine, Bürgerinnen und Bürger das neue Dorfzentrum mit Leben erfüllen", so Bürgermeister Robert Christensen. Neben den in der Konzeption vorgesehenen Veranstaltungen und Vorhaben ermutigte er zu "neuen Ideen der Nutzung". Es gelte "manches auszuprobieren".

Mit Dorfhaus und Dorfmitte sah Christensen auch in Dottenheim "die Chance der Dorferneuerung genutzt, Dörfer zu entwickeln und zu gestalten". Die Gemeinde werde "die weitere Entwicklung unterstützend begleiten" versicherte er mit dem Wunsch, dass der Dorfgemeinschaftsverein, der sich um den laufenden Betrieb, um Nutzung und Organisation kümmere, von seinen engagierten Mitgliedern dauerhaft in die Zukunft getragen werde, "um zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft beizutragen".

Bürgermeister Robert Christensen (l.) konnte sich ebenso über die Komplimente von MdL Gabi Schmidt (Tischreihe 2. v. r), und Landrat Helmut Weiß (2. v. l.) wie die Planer und der Projektleiter vom Amt für Ländliche Entwicklung. © Harald Munzinger


Glocke als Symbol des Zusammenkommens

Der Vorsitzende Helmut Haag läutete den Beginn dazu mit der Glocke des "Ausschellers" ein, der einst die Menschen zusammengerufen hatte. Eine Rolle, die er beim Großvater und Vater als Kind erlebt habe und in der Glocke das Symbol für "eine starke und geschlossene Gemeinschaft in dem Ort der Begegnung" sah, als den er das neue Dorfzentrum bezeichnete. Die starke Gemeinschaft hatte sich schon bei den Arbeiten mit 1025 ehrenamtlichen Stunden bewährt, neben denen der Verein 12.000 Euro für die Ausstattung bereitstellte.

Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt sah mit dem Dorfzentrum einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, dass die Jugend im Ort bleibe, und zollte allen ihren Respekt, die an dem Projekt mitgewirkt hatten. Dieses belege, "dass es ohne Ehrenamt und Gemeinschaft nicht geht", auch wenn Bund und Staat gefordert seien, die Dörfer zu stärken. Ihr Angebot, als Kräuterpädagogin die Dottenheimer zu beraten, nahm Vorsitzender Haag gerne an.

Landrat Helmut Weiß wähnte das Geld der Gemeinde und die Förderungen in dem neuen Dorfzentrum sehr gut angelegt und würdigte das große ehrenamtliche Engagement, das hier mit sehr viel Eigenleistung eingebracht worden sei. Auf den hohen Gemeinschaftsgeist, den es nun weiter zu pflegen gelte, dürfe man in Dottenheim stolz sein. Weiß zeigte sich auch von der "offenen, hellen und funktionalen Gestaltung" mit dem Kompliment an eine Planung angetan, "die sich sehen lassen kann".

Im Landkreis seien bereits 41 Dorfhäuser mit 8,5 Millionen Euro gefördert worden, in Mittelfranken in den letzten fünf Jahren 61 mit 10,5 Millionen Euro, ließ Baurat Ernst Lüdtke wissen, der sowohl als "Projektleiter Land- und Dorfentwicklung" das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken wie auch die Teilnehmergemeinschaft vertrat. Wie als späterer Gast auch MdL Hans Herold wurden von Lüdtke sowohl das Dorfhaus, wie der Dorfplatz mit seinem Brunnenpendant und der gelungenen Hangformation als Gewinn für Dottenheim und starkes Fundament für die Pflege von Vereinsleben und Kommunikation gewürdigt. Es sei gelungen, eine attraktive Dorfmitte zu schaffen, stimmte dem Helmut Haag für den "Dorfgemeinschaftsverein" mit seinen 125 Mitgliedern und sechs Fördermitgliedern zu, der mit festlicher Bewirtung der Eröffnungsgäste nach dem umfangreichen "Baubuch" nun das erste Kapitel des Dottenheimer Dorfzentrums schrieb; ein Blickfang an der Hauptverkehrsachse B 470.

Harald J. Munzinger

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