Zum Abschuss freigegeben

Drogen- und Waffenschmuggel per Drohne: Bayern baut Abwehrsystem in Gefängnissen aus

5.9.2021, 14:27 Uhr
 Georg Eisenreich (CSU), Staatsminister der Justiz, schießt während der Vorführung eines mobilen Drohnenabwehrsystems, das zum Einsatz im Strafvollzug kommen soll, mit einer Spezialwaffe eine Drohne ab.

 Georg Eisenreich (CSU), Staatsminister der Justiz, schießt während der Vorführung eines mobilen Drohnenabwehrsystems, das zum Einsatz im Strafvollzug kommen soll, mit einer Spezialwaffe eine Drohne ab. © Peter Kneffel, dpa

Das System in Amberg werde derzeit noch installiert, teilte eine Sprecherin des Justizministeriums in München mit. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte zunächst darüber berichtet.

Drogen eingeschmuggelt

Das im vergangenen Herbst eingeführte Drohnenabwehrsystem an bayerischen Gefängnissen ist nach wie vor noch nicht zum Einsatz gekommen. Seit der Installation seien zwei Drohnen gesichtet worden, sagte die Sprecherin: Eine davon flog außer Reichweite des Abschusssystems. Die andere habe eine JVA überflogen, die keinen der sogenannten Dropster - Abschussgeräte für die Drohnen - bekommen habe.

In dem rund 75.000 Euro teuren Pilotprojekt wurden Mitte Oktober 2020 8 der 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten mit insgesamt 15 dieser Abschussgeräte ausgestattet. Bis zu dessen Start wurden seit 2015 auf dem Gelände oder in unmittelbarer Nähe von bayerischen Gefängnissen 57 Drohnen gesichtet. In zwei Fällen wurde nach Angaben des Justizministeriums mit Drohnen versucht, Handys und Drogen in eine JVA zu schmuggeln. Beide Versuche scheiterten.

Erhebliche Sicherheitsgefahr

Ohne Zweifel kann von Drohnen eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit von Justizvollzugsanstalten ausgehen, sagte die Ministeriumssprecherin. Diese könnten nicht nur Drogen, Waffen oder andere gefährliche Gegenstände auf das Gelände bringen. Drohnen könnten auch die Gefangenen unerlaubt filmen und so Persönlichkeitsrechte verletzen.

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