Besserer Anschluss an Fernverkehr

E-Loks zwischen Nürnberg und Prag: So plant die Bahn ihr Mega-Projekt nach Tschechien

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Katrin Wiersch

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19.8.2022, 11:00 Uhr
Die Bahn will die Strecke Nürnberg - Prag elektrifizieren. Und sieht darin große Chancen für die Oberpfalz.

© Christophe Gateau/dpa Die Bahn will die Strecke Nürnberg - Prag elektrifizieren. Und sieht darin große Chancen für die Oberpfalz.

Die Zahlen der Deutschen Bahn lesen sich beeindruckend: 21.900 Tonnen CO2-Emmissionen will das Unternehmen durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke Nürnberg - Prag einsparen. 33 Bahnhöfe, 105 Eisenbahnbrücken, 42 Straßenbrücken, 25 Bahnübergängen und ein Tunnel kommen auf den Prüfstand, werden ertüchtigt oder werden gleich ganz neu gebaut. Die beiden Verkehrsstationen Hiltersdorf im Landkreis Amberg-Sulzbach und Freihöls im Landkreis Schwandorf sollen zu Kreuzungsbahnhöfen ausgebaut werden.

"Mit der Elektrifizierung der 168 Kilometer langen Bahnstrecke Nürnberg - Amberg – Furth im Wald erhält die Oberpfalz eine Perspektive für ein internationales Fernverkehr-Angebot", preist das Unternehmen das neue Mega-Projekt in einer Pressemitteilung an.

Dialog mit Kommunen startet ab September

Doch die Bahn weiß auch um die mögliche Skepsis der betroffenen Kommunen und will bereits ab September in den Dialog mit ihnen treten. "Weil der direkte Austausch mit den Kommunen wichtig ist, führen wir bereits ab September mit allen Orten auf der Strecke zwischen Nürnberg, Amberg und Furth im Wald Erstgespräche und binden sie in unsere Planungen ein", verspricht Michael Engelmann, Leiter nordbayerischer Ausbauprojekte. Obgleich sich die Metropolenbahn noch in einer sehr frühen Planungsphase befindet, könnten Bürgermeister bereits jetzt vor Ort wichtige Hinweise zu technischen Möglichkeiten und Schnittstellen geben. Auch die Bürger sollen laut Bahn in die Planungen in Form von "Dialogangeboten" eingebunden werden.

Außerdem plant die Bahn die Gründung eines sogenannten Koordinierungsrates – einem Gremium aus unterschiedlichen Vertretern der Region, wie beispielsweise politischen Mandatsträger, aber auch Bürgerinitiativen und Organisationen. "In regelmäßigem Turnus informieren wir dann über die neuesten Entwicklungen. Dieses Format hat sich bereits in anderen Projekten bewährt. Die erste Sitzung soll Anfang 2023 tagen", sagt Matthias Trykowski, DB-Leiter Bahnausbau Nordbayern.

So sind die weiteren Schritte für das Mega-Projekt

Der Bund hatte die Deutsche Bahn im Jahr 2021 mit den Planungen beauftragt. Im Rahmen des Deutschlandtaktes sollen künftig schnelle Zugverbindungen Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Für den Einsatz moderner klimafreundlicher Elektrozüge ist eine vollständige Elektrifizierung der 168 Kilometer langen Bahnstrecke Nürnberg - Amberg – Furth im Wald nötig. Teile der Strecke sollen zweigleisig ausgebaut werden.

Momentan laufen die sogenannten Vorplanungen. In dieser Phase entwickelt die Bahn Lösungen für die nötigen Anforderungen an Bahnhöfe, an Straßenbrücken oder an Bahnübergängen. Am Ende werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Für die erste Planungsphase, die sogenannte Grundlagenermittlung veranschlagt die DB zwei Jahre. "Bis die Metropolenbahn in die Bauphase eintreten kann, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. Denn bis dahin stehen weitere Planungs- und Genehmigungsphasen bevor", sagte Matthias Trykowski.

Weitere Infos finden Interessierte auf der Projekt-Webseite der Deutschen Bahn.

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