30 Jahre Einheit: Erinnerungen von Jenas Alt-OB

3.10.2020, 14:30 Uhr
Jenas Alt-OB Peter Röhlinger (hier links neben Erlangens OB-Jannik) bei den Feiern aus Anlass von 25 Jahren deutsche Einheit im Redoutensaal.

Jenas Alt-OB Peter Röhlinger (hier links neben Erlangens OB-Jannik) bei den Feiern aus Anlass von 25 Jahren deutsche Einheit im Redoutensaal. © Harald Sippel

Auf Empfehlung der Stadtwerke Jena fand die erste Begegnung mit Dir, lieber Dietmar Hahlweg, zum 17. Juni 1990 auf dem Marktplatz in Jena statt: Zur Überraschung der Jenaer Bürgerinnen und Bürger stand nach der Wahl durch die Stadtverordnetenversammlung am 12.06.1990 im Volkshaus der kreisfreien Stadt Jena, Universitäts- und Zeiss-Stadt, der Tierarzt Dr. med. vet. habil. Peter Röhlinger, katholisch, Mitglied der LDPD, vor. Die Partnerschaft zwischen Erlangen und Jena war seit 1987 bereits eine Erfolgsgeschichte: Es sollte eine Partnerschaft von Bürgerinnen und Bürgern sein, getragen von den Stadträten, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereinen, Senioren und insbesondere der Jugend.

Der Einigungsvertrag wurde bekanntlich „mit heißer Nadel gestrickt“ – gut so! Aber wir haben keine Kraft darauf verwendet, ihn umzuschreiben: Vertrauen gegen Vertrauen... Mit Unterstützung der Erlanger wurde zum Beispiel mit dem damaligen Referenten Siegfried Balleis aus dem ehemaligen Stasi-Gebäude ein Technologie-Park gegründet. Dietmar Hahlweg als OB war später bei der Grundsteinlegung dabei. Der persönliche Referent des OB Erlangen, Gabriel Lisietzki wurde über einen Zeitraum von drei Monaten in Jena beim Aufbau einer modernen Verwaltung tätig. 

Die Zielgruppen des Vertrages: die Schulen, die Stadtwerke, die Landsmannschaften, Gewerkschaften, Handwerkskammer und IHK wurden zum Beispiel ohne zu zögern selbst schnell aktiv. War das eine Aufbruchsstimmung! Und ich persönlich habe von Dir, lieber Dietmar, bei der Arbeit im Präsidium des Deutschen Städtetages gern die freundschaftliche Unterstützung angenommen und bei den gemeinsamen Besuchen in der Partnerstadt im fernen Russland meinen bescheidenen Beitrag leisten können, diese Freundschaft zu vertiefen. 

Die jährlich stattfindenden Treffen zum 3.Oktober von Teilnehmern in über sechs Bussen jeweils aus Erlangen und aus Jena wechselseitig, von Jung und Alt, sind ein unglaublich wichtiger Bestandteil der Dankbarkeit, der Ermutigung und der Freude, insbesondere des Vertrauens in eine zweifellos nicht „unbekümmerte“ gemeinsame Zukunft. Wir haben als prosperierende Städte in den Freistaaten Bayern und Thüringen auch eine besondere Verantwortung, die wir zweifellos am besten gemeinsam wahrnehmen können.

Ad multos annos!