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Ärger für Pendler: B4-Brücke bei Erlangen ist Sanierungsfall

Für die Sanierung braucht es viel Geld und viel Geduld - 17.03.2019 06:00 Uhr

Hier ist immer viel Verkehr.

14.03.2019 © Harald Sippel


Hätte am Morgen des 7. Juni 2018 der 48 Jahre alte Fahrer eines Tiefladers auf der B4 in Richtung Nürnberg besser aufgepasst – es wäre ihm und tausenden Pendlern eine Menge Ärger erspart worden. Weil er aber mit seinem Schwertransport, geladen war ein Kranfahrzeug, die vier Meter Durchfahrtshöhe deutlich überschritt, beschädigte er die Brücke viel massiver als zunächst angenommen.

Noch am selben Tag entschied ein Gutachter, dass zwar die Durchfahrt unter der Brücke – nachdem die herabgefallenen Betonteile weggeräumt waren – gefahrlos möglich ist, dass jedoch das Überfahren auf der Weinstraße aus Gründen der Statik nur noch einspurig und mittig möglich ist. Seit fast einem Jahr verursacht so eine Ampelanlage vor allem im Berufsverkehr teils massiven Stau und damit Zeitverlust und Ärger bei den vielen Pendlern, die dort auf die B 4 in Richtung Nürnberg abbiegen wollen, beziehungsweise nach Tennenlohe, Bruck und Eltersdorf fahren müssen.

"Wir verstehen natürlich, dass man sich vielleicht denkt, da geht ja nichts voran", sagt Andreas Eisgruber vom Staatlichen Bauamt Nürnberg, das zuständig ist, weil es sich bei der B4 um eine Bundesstraße handelt. "Aber wir haben hier ganz und gar keinen trivialen Schaden, sondern eine massive Beschädigung." Die vorerst von der Polizei geschätzten rund 75.000 Euro Kosten jedenfalls werden bei weitem nicht ausreichen. Mittlerweile spricht das Bauamt von 600.000 Euro, die aber, wie Karl Betz, Kollege von Eisgruber, mitteilt, komplett auf die Versicherung des Schwertransporters zukommen. Doch diese Abwicklung wiederum hat zusätzlich Zeit in Anspruch genommen.

"Die Arbeit am Gutachten, die Planung der Sanierung und die Abstimmung der Verkehrsführung für die Bauphasen konnte noch in 2018 abgeschlossen werden", teilt Betz mit. Nun läuft die Ausschreibungsphase für die beteiligten Baufirmen. "Voraussichtlich Ende März, beziehungsweise Anfang April, so das Bauamt, soll die Planungsphase beginnen, die die Aufstellung der Statik, die Ausführungspläne und die Herstellung der Fertigteilträger betrifft.

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Ab Anfang Mai werden dann Informationstafeln vor Ort über die Details der Verkehrsführung und die genauen Sperrungs-Termine informieren. Ab Anfang Juni wird auf der B4 die Umleitung auf die Gegenspur vorbereitet, eine Woche der Verkehr auf der B4 komplett auf die östliche Fahrbahn verlegt und mit der Sanierung der Brücke begonnen. "Dort sind die leichter beschädigten Fertigteilträger zu sanieren, zwei Fertigträger sind auszutauschen, also die beschädigten Träger müssen abgebrochen und durch neu hergestellte Träger ersetzt werden", so Karl Betz. Für diese Abbrucharbeiten wiederum muss die Auffahrt von der Weinstraße auf die B4 Richtung Nürnberg für zwei Wochen gesperrt werden.

Behinderungen bis Ende August unumgänglich

Diese Umleitung will das Bauamt gleichzeitig ausnutzen, um einen "dringend erforderlichen Deckenbau", also eine Fahrbahnerneuerung, auszuführen. Auch hier belaufen sich die Kosten auf noch einmal rund 600.000 Euro. Sind die Träger aufgestellt und die Betonplatte eingesetzt, bekommt die Brücke neues Geländer und neue Schutzplanken. Dann wird abschließend asphaltiert und der Verkehr wieder freigegeben. Ende Juli, schätzt das Staatliche Bauamt, sind die Arbeiten an der B4 abgeschlossen. Die auf der Brücke dauern bis August 2019 an.

Immerhin aber bleibt die Weinstraße weitestgehend befahrbar – wenn auch nur einspurig, wie bislang. Sind die Bauarbeiten für dann insgesamt rund 1,2 Millionen Euro abgeschlossen, dürfen auch die Autofahrer endlich durchschnaufen – dann ist die Brücke wieder zweispurig befahrbar. Genau so, wie vor dem Morgen des 7. Juni 2018.

 

Christoph Benesch Erlangen E-Mail

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