Aromagarten der FAU hat Geburtstag

13.5.2021, 10:30 Uhr
In diesem Jahr feiert der Aromagarten an der Palmsanlage sein 40-jähriges Bestehen.

In diesem Jahr feiert der Aromagarten an der Palmsanlage sein 40-jähriges Bestehen. © Katrin Simon

Große Feierlichkeiten sind coronabedingt zwar nicht möglich, Anlass zur Freude besteht trotzdem: Ab sofort ist der Aromagarten wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet – und: Da die Inzidenz in Erlangen zurzeit unter 100 liegt, öffnet auch der Botanische Garten unter Auflagen wieder seine Pforten.

Da Botanische Gärten bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 nur mit Kontaktnachverfolgung und FFP2-Maske besucht werden dürfen, sind entsprechende Einlasskontrollen erforderlich. Diese kann der Botanische Garten derzeit nur an den Feiertagen und Wochenenden abdecken. Daher ist der Garten am Donnerstag, den 13. Mai, von 11 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.

Digitale Kontakterfassung

Weitere Öffnungen sind für die kommenden Wochenenden sowie die Feiertage geplant. Am Ein- und Ausgang erfolgt eine (digitale) Kontakterfassung über das Portal "Darf ich rein?". Die maximale Besucherzahl ist begrenzt; nur der Eingang an der Wasserturmstraße ist geöffnet. Noch nicht möglich ist der Besuch der Gewächshäuser.

Der Aromagarten ist ab sofort von 8 Uhr bis 18 Uhr ohne Kontakterfassung zugänglich. Allerdings gelten auch hier die AHA-Regeln: Abstand- und Hygienemaßnahmen einhalten sowie FFP-2-Maske tragen.

Als am 24. Juli 1981 der Aromagarten eröffnet wurde, galt er als der weltweit erste und einzige seiner Art. Heute nach 40 Jahren hat sich manches verändert. Geblieben ist ein außergewöhnliches Experimentier- und Lernumfeld für Pflanzen mit aromatischen Inhaltsstoffen. Seine Entstehung verdankt der Garten an der Palmsanlage Prof. Dr. Karl Knobloch vom damaligen Institut für Botanik und Pharmazeutische Biologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Besondere Art der Gestaltung

Als Biologe und Pharmazeut lag ihm viel an den Inhaltsstoffen und deren Verwendung, aber auch der kulturellen und wirtschaftlichen Nutzung von Pflanzen, die Aromen in sich tragen. So konnte er mit finanzieller Unterstützung der Stadt Erlangen und der Universität 1979 damit beginnen, auf dem ebenen Biegelberger Acker das Gelände zu modellieren und einen Garten anzulegen.

Das knapp ein Hektar großes Areal wurde bei der Gestaltung in eher trockene Hügel und teils feuchte Senken und einen kleinen Teich gegliedert. Bei der Pflanzenauswahl standen und stehen naturgemäß die aromatischen Inhaltsstoffe und Verwendungsmöglichkeiten im Vordergrund. Um dies erfahrbar und nutzbar zu machen, wurden viele Arten relativ großflächig gepflanzt. Bis heute hält sich auch deshalb das Gerücht, jeder könne sich hier Kräuter für die eigene Küche "mitnehmen", was jedoch nicht stimmt.

Wichtiger Forschungsschwerpunkt

Inzwischen sind an der FAU die Aromen ein wichtiger Forschungsschwerpunkt. Unter der Überschrift "Sensory Science" werden dabei zahlreiche Fachdisziplinen vernetzt. Es gibt sogar einen Lehrstuhl für Aromaforschung.

Inzwischen ist der Garten auch ein Experimentierfeld für den Klimawandel. Neben Schulklassen und Kindergärten, die mit oder ohne Führung den Garten besuchen, kommen auch Gruppen und einzelne Patienten aus den nahen Kliniken. Während der Saison von April bis Oktober ist der Garten von 8 bis 18 Uhr kostenfrei zugänglich. Zum Jubiläum soll den Einzelbesuchern auch mit zahlreichen neuen Infotafeln mehr Wissen angeboten werden.

Die wichtigste Stütze für diesen Garten bilden derzeit zwei Mitarbeiterinnen, die mit großem Engagement und ehrenamtlicher Unterstützung den Garten mit ihren Händen und einem stets gebeugten Rücken aufrechterhalten.

Die geplante Geburtstagsfeier beim Aromagartenfest muss voraussichtlich auch in diesem Jahr entfallen, wird aber sicher noch nachgeholt.

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