Freitag, 05.03.2021

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Aus Erlangen in die Welt: "Tymwork" bringt Handwerker zusammen

Neues Internetportal wurde von einem Frauenauracher und einem Nürnberger entwickelt - 04.11.2020 17:00 Uhr

Yildirim Güzel (li.) und Thomas Steinl haben gemeinsam die Internet-Plattform „Tymwork“ entwickelt.

03.11.2020 © Klaus-Dieter Schreier


"Habe ich das richtige Werkzeug, habe ich für diesen Auftrag die richtigen und genügend Mitarbeiter, erlauben es mir Auftragslage und Auslastung überhaupt, den möglichen Auftrag anzunehmen?" Diesen Fragen und dieser Herausforderung müsse er sich in seinem Handwerksbetrieb immer wieder stellen, sagt Yildirim Güzel, den seine Freunde und die Brucker Fußballer, bei denen er Trainer war, liebevoll Yumi nennen. Es müsste doch eine Plattform geben, über die man sich, wenn man zu viel zu tun habe, Profikollegen holen könne, mit denen man gemeinschaftlich ein Projekt abwickeln kann, dachte er sich. Denn einen Kunden, den er schon seit 15 Jahren betreue, wolle er nicht vergraulen, nur weil er derzeit einen Auftrag von ihm wegen Überlastung nicht annehmen könne, sagt Yumi. In einem solchen Fall möchte er sich Teile des Auftrags von einem anderen Fachmann abnehmen lassen. "Einer macht die Heizung, der andere den Sanitärbereich, alles geht doch gemeinsam, ohne Futterneid zu haben", meint Yumi.

So etwas zu organisieren, hat sich Yumi überlegt, funktioniert mit einem Inserat-System. Wer zu viel Arbeit hat, kann in einem Internet-Portal inserieren, um Arbeit abzugeben und auf diese Weise Spitzenlasten abzufangen. Wer zu wenig hat, der kann so zu einem Auftrag kommen. Auch größere Maschinen, deren Vorhaltung sich nicht für jeden lohne, könne man von anderen Fachleuten ausleihen, und über das Internetportal anfragen oder anbieten, sagt Yumi.

Ein solches Portal gibt es nun, und das heißt "Tymwork". 40 Inserate sind auf diese Internet-Plattform schon eingestellt. "Wenn sich zwei Firmen suchen und finden, bekommen wir das nicht mit", versichert Thomas Steinl. Jeder könne jedem eine Information schicken. Yumi und Thomas versuchen aber auch, Interessenten zusammen zu bringen. "Eine solche Plattform gab es bislang nicht unter Handwerkern", sagen die beiden stolz. Zwei Jahre lang hat Yumi gebrütet, wie er sie aufziehen könnte, ein Jahr lang hat Thomas dann programmiert, bis alles fertig war. Wer sich registriert, der kann sogar Büroleistungen wie Werksverträge herunter laden. "Wir haben etliches zusammengestellt, was das gemeinsame Arbeiten erleichtern kann." Die Vordrucke stammen von der IHK in Frankfurt.

Gerade auch jetzt in Corona-Zeiten, wo für das Handwerk etliche Kontakte beispielsweise nach Polen oder Tschechien weggebrochen sind, weil viele Handwerker nicht einreisen durften, seien neue Verbindungen notwendig, meint Yumi. "Wir haben neue Bewegungen auf dem Markt, viele suchen Kontakte, fragen um Hilfe, da ist eine solche Plattform ideal." Für den Endkunden ändere sich überhaupt nichts, er habe nach wie vor nur einen Ansprechpartner. Und damit auch wirklich nichts schief geht, unterstützt eine Versicherung, über die man die zu erbringende Leistung absichern kann.

"Was aus der Not heraus geboren ist, das hilft uns nun in Corona-Zeiten ganz besonders", strahlt Yumi. Er hofft, dass nun möglichst viele Handwerker mitmachen auf seiner "Tymwork"-Plattform.

KLAUS-DIETER SCHREITER

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