Samstag, 07.12.2019

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Bäume erhalten in Erlanger Palmstraße Vorzug

Maßnahme soll 2020 realisiert werden - 01.12.2019 11:00 Uhr

Die Bäume beziehungsweise Baumscheiben an der Palmstraße sollen im nächsten Jahr mehr Platz bekommen, damit die Gewächse überhaupt überleben und besser gedeihen können. Dadurch fallen einige Parkplätze weg, die ohnehin schon rar sind. © Klaus-Dieter Schreiter


"Was wir hier machen, ist eine Katastrophe." FDP-Rat Jürgen Zeus machte aus seinem Unmut keinen Hehl. Natürlich habe er nichts gegen Bäume. Aber die Folgen aus jener "Verbesserung der Baumstandorte und Baumpflanzungen in der Palmstraße und Palmsanlage" konnte er nicht gutheißen. Der Punkt kam im Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss erneut zur Sprache.

Ein paar Wochen zuvor ließ Zeus noch offen, "inwieweit wir da mitgehen". Jetzt wurde er deutlich. Abermals wies er auf den "extremen Parkdruck" hin, der bereits herrsche, kritisierte den Wegfall von Parkplätzen und lehnte die Vorlage rundweg ab.

In der Palmstraße und Palmsanlage stehen einige Bäume eingezwängt in viel zu kleinen Baumscheiben. Für die Gewächse "völlig unzureichend". Es zeigen sich bereits erste "Vergreisungserscheinungen". Wegen ihres schlechten Zustands mussten im vergangenen Jahr bereits einige gekappt werden. Nachpflanzungen hat es bislang noch nicht gegeben, da die Baumscheiben eben nicht ausreichend sind für ein "normales" Wachstum der Bäume. Jetzt soll’s eine Entsiegelung richten, um die Standorte der Alleebäume an der Straßenwestseite der Palmstraße und im nördlichen Teil der Palmsanlage deutlich zu verbessern.

Um passende Standorte für diese Bäume zu schaffen, sollen die Gehwege zwischen den Baumscheiben zurückgebaut und als "offener Grünstreifen" gestaltet werden. Dieses neue Grün wird schließlich noch mit Absperrpollern geschützt – vor allem vor Pkw-Fahrern, die dort nach einem Parkplatz spähen. Durch diese Maßnahme würden späterhin die Flächen zwischen den Bäumen als Parkmöglichkeiten wegfallen. Von etwa 14 Stellplätzen war die Rede. Bereits im September wurden die Anlieger während eines Vor-Ort-Termins über jene Planung informiert. Dabei entspann sich eine durchaus "kontroverse Diskussion", wie Marcus Redel von der Abteilung Stadtgrün mitteilte.

Verschieden bewertet wurde das Ganze auch in der Ausschussrunde. Karl-Peter Frohmader als beratendes Mitglied plädierte dafür, die "Bäume vorzuziehen und nicht die Autos." Dieser "richtigen Grundtendenz" stimmte Birgit Marenbach (Grüne Liste) zu, wie letztlich auch die SPD, Linke und andere. Mit den Gegenstimmen der FDP und CSU wurde die Sache am Ende mehrheitlich so beschlossen. Und schon im nächsten Jahr soll die Maßnahme realisiert werden.

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