Baumfällaktion auf dem Erlanger Berg: BN kritisiert die Stadt

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Egbert M. Reinhold

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25.5.2019, 05:56 Uhr
Der markanteste Baum am Erich-Keller ist jetzt nur noch ein Torso.

© Harald Sippel Der markanteste Baum am Erich-Keller ist jetzt nur noch ein Torso.

Der Bund Naturschutz (BN) hat die Baumfällungen auf dem Bergkirchweihgelände kritisiert. BN-Experte Christopher Busch bemängelte, dass das Gutachten, auf das sich die Stadt bei den Fällungen beruft, "Fragen aufwirft, weil es sich auf Normen beruft, die seit zehn Jahren nicht mehr gültig sind".

Das "finale" Gutachten ist dem BN noch nicht zur Verfügung gestellt worden. Auch habe die Stadt unter Hinweis auf den "Urheberschutz" die Einsicht in das bestehende Gutachten verhindert, so Herbert Fuehr, ehemaliger Vorsitzender des BN in Erlangen.

Der neue BN-Vorsitzende Rainer Hartmann wirft der Stadt vor, bei den Fällungen von 25 Bäumen "nicht mit dem Verstand, sondern mit Angst" gehandelt zu haben. Die Bürger sind verunsichert."


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Christopher Busch fragt sich, ob die Bergkirchweih "unter toten Bäumen" abgehalten wird? Am "Erich-Keller" zum Beispiel stehe nur noch ein Baumstumpf und biete keinen Schatten mehr. Der BN-Experte kritisiert auch das dem Gutachten zugrunde liegende Verfahren.

So seien Zugversuche durchgeführt worden, die mindestens 200 Prozent Sicherheit garantieren sollen. Dabei werde, so Busch, "etwa im Flugzeugbau eine Sicherheit von 150 Prozent als ausreichend erachtet". Auch berufe sich der Gutachter auf einen in der Branche umstrittenen Wissenschaftler.

So behaupte dieser, die Standfestigkeit von Bäumen im Windkanal getestet zu haben, "wofür er aber keine Quellen nennt", so Busch. Belegt seien Tests von Zimmerpflanzen im Windkanal. "Zimmerpflanzen kann man nicht mit Bäumen vergleichen", sagt Busch.

Die Stadt hätte sich einen anderen Gutachter suchen sollen. Es sei auch so, dass bei "Gefahr im Verzug" der ganze Bereich der Bergkirchweih gesperrt gehört hätte. "Stattdessen informiert die Stadt erst die Presse und den Stadtrat, ehe sie handelt", sagt Busch.

Auch hätte bei "Gefahr im Verzug" niemand Rücksicht auf brütende Vögel in einem Baum nehmen müssen. Wegen der brütenden Vögel werde der entsprechende Baum aber erst im Herbst gefällt.

Das Baumschutztelefon des BN ist unter Telefn (08 00) 7 82 38 22 immer von Montag bis Donnerstag von 9 Uhr bis 13 Uhr zu erreichen.


Noch mehr Wissenswertes über die Bergkirchweih finden Sie auf unserer Facebook-Seite "Der Berg ruft".

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