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Montag, 16.09.2019

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Eckental: Wer gesellt sich im Brander Weiher zu den Karpfen?

Kinder unternahmen innerhalb des Ferienprogramms der Gemeinde eine spannende Erkundungstour - 18.08.2019 11:00 Uhr

Was zappelt da im Netz? Die Jungen und Mädchen zogen ihre Kescher immer wieder durch das Wassser — und machten reichlich Beute, die es dann zu bestimmen galt. © Scott Johnston


Welche Tiere leben im Brander Weiher? Ylvie Drton mustert kurz die Wasseroberfläche: "Ich nehme an, jede Menge Fische – vor allem Karpfen."

Der sieben Jahre alte Herpersdorfer liegt richtig. Schließlich wird der Teich vom Eckentaler Fischereiverein betreut. "Aber dort tummeln sich noch viel viel mehr Lebewesen." Mit diesen Worten drückt ihm die neunjährige Lena Metzger aus Eckenhaid einen Kescher in die Hand.

Die beiden ziehen an verschiedenen Stellen entlang des Ufers die Netze durch das Wasser und machen reichlich Beute: Wasserläufer, Schnecken, Mückenlarven und allerlei Undefinierbares. Auch die übrigen jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich mit dem Umwelt-Forscher-Mobil des Kreisjugendrings innerhalb des Eckentaler Ferienprogramms auf eine Entdeckungstour in die Welt des Wassers begeben haben, freuen sich über jeden neuen Fang – "auch wenn manchmal reichlich Matsch dabei ist", wie ein Mädchen stöhnt.

Als es in den Eimern eifrig zappelt und krabbelt, geht es zur Inspektion. Vorsichtig mit Pinsel, damit sich keines der Tiere verletzt, werden die Untersuchungsobjekte in eine Becherlupe umgesiedelt. Zunächst halten die Kinder die wichtigsten Merkmale wie Farbe, Fortbewegungsart, Anzahl der Beine und eventueller Schwänzchen fest.

Dann schlagen sie in den mitgebrachten Bestimmungsbüchern nach, um welchen Wasserbewohner es sich jeweils handelt. Dass die Kochfliegenlarven Pflanzenteile mit Spinnfäden so zusammenbauen, dass sie wie ein kleines Holzstück aussehen und dadurch ein wunderbar getarntes Versteck bieten, fasziniert den Eckentaler Nachwuchs besonders.

Die etwas Älteren widmen sich dem nassen Element auf ganz andere Art. Beispielsweise entsteht ein natürlicher Kleber, wenn auf einen Eiswürfel Salz gestreut wird. Der Kubus schmilzt kurz am Rand, gefriert aber rasch wieder. Dadurch hält eine Schnur, die in das zwischenzeitliche Schmelzwasser gelegt wurde, perfekt.

Eine andere Gruppe mag es sauer und seifig zugleich. Sie verwendet den Saft von ausgekochtem Blaukraut als Indikator für den pH-Wert. Schüttet man ihn zu Essig oder Zitronensäure, färbt er sich rosa. Fügt man ihm Natron zu, leuchtet die Flüssigkeit blaugrün.

"Es werden ausschließlich Geräte und Materialien gewählt, die sich in fast jedem Haushalt finden oder die man günstig besorgen kann. Auf diese Weise lassen sich die Experimente problemlos zuhause wiederholen", hebt Paulina Roßbach hervor.

Die Leiterin des Eckentaler Jugendtreffs Postclub organisiert das Eckentaler Ferienprogramm. Ihr kommt es darauf an, bei den Angeboten Spaß mit Lernen zu verbinden. Die Mischung aus Sport, Wissensvermittlung, Basteln und Ausflügen hat sich mittlerweile bewährt.

Auch Kinder von auswärts

Jedes Jahr sind beim Sommerferienprogramm des Marktes zirka 500 Anmeldungen zu verzeichnen. Das Team legt großen Wert darauf, dass stets möglichst viele neue Angebote dazukommen.

Oft gibt es pro Tag mehrere Veranstaltungen, weshalb auch Eltern aus umliegenden Orten wie Kalchreuth, Heroldsberg, Neunkirchen, Gräfenberg oder Uttenreuth anfragen. Paulina Roßbach: "Da kann ich mich auf unseren Computer verlassen. Die Gemeinde fördert das Programm mit einer beträchtlichen Summe, sodass verständlicherweise zunächst Kinder aus Eckental bevorzugt werden. Sind dann noch Plätze frei, schaltet die Software die Anmeldung für Auswärtige frei."

Einen Riesenandrang gab es bei der Premiere von "Richtiger Umgang mit dem Hund." Hier lernten die Kleinen sowohl die Körpersprache der Vierbeiner als auch das optimale Verhalten ihnen gegenüber. "Wir hätten locker fünf Kurse anbieten können", erzählt die Mitarbeiterin des Eckentaler Jugendbüros, die einst Pädagogik und Soziologie an der Universität in Erlangen studierte.

Flexibilität ist in ihrem Job neben psychologischem Geschick das A & O. Schnell noch ein paar Zusatzkurse oder eine Variante für ältere beziehungsweise jüngere Kinder auf die Beine stellen: Dies kommt regelmäßig vor.

Und als es beim Scooter- und Waveboard-Training vormittags regnete, wurden die Kurse einfach zusammengefasst und auf den Nachmittag verlegt, wo es zum Glück trocken blieb. "Die Eltern sind dankbar, wenn eine Lösung gefunden wird, und disponieren in solchen Fällen ebenfalls gerne um", erläutert die Pädagogin.

Neu ist heuer ein eigenes Programm für Jugendliche ab dem Alter von zwölf Jahren. Die Resonanz war deutlich größer, als es die Verantwortlichen erwartet hatten. Neben dem Bau von Robotern mittels programmierbarer Legosteine oder Workshops für Fotografie, Graffitis, Töpfern und Urban Sketching (dem Zeichnen von Gebäuden vor Ort) bestand sogar die Möglichkeit, auf dem Steinberger See bei Schwandorf Wasserski zu fahren, was eine herrliche Gaudi war.

Gern nimmt Paulina Roßbach Anregungen von Eltern oder Kindern auf. Ein Junge interessierte sich zum Beispiel nachdrücklich für Vögel. Deshalb geht es am Freitag, 23. August, zur Sophienhöhle mit anschließender Greifvogelschau.

Auf der Internetseite www.eckental.ferienprogramm-online.de kann man sich ausführlich über das Sommerprogramm inklusive der speziellen Angebote für Jugendliche informieren. Dort wird auch laufend aktualisiert, wo noch Plätze frei sind.

  

SCOTT JOHNSTON

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