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Eine Spur nur für Radler in Erlangen

Neuer "Pop-up-Radweg" soll mehr Sicherheit bringen. - 05.08.2020 15:00 Uhr

Die Markierungen fehlen noch: Die neue Radspur am Kosbacher Damm.


Zwischen der Odenwaldallee und der Möhrendorfer Straße soll der Pop-up-Radweg zwei der vier Autospuren ersetzen. Durch Bodenmarkierungen und Baustellenbaken von den Autos abgetrennt können sich Radfahrer nun zwischen den westlichen Stadtteilen und der Innenstadt schneller und sicherer fortbewegen.

Die Entscheidung für die Umfunktionierung der zirka 1,4 Kilometer langen Strecke zu einem "Corona-Radweg" wurde in der letzten Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschusses (UVPA) als Reaktion auf die Pandemie und die damit verbundene Ansteckungsgefahr auf zu engem Raum getroffen.

Weitere Radspuren geplant

Auch in der Frauenauracher Straße und am Europakanal könnte ein Pop-up-Radweg entstehen. Laut Planungs- und Baureferent Josef Weber ist der Kosbacher Damm aber erst einmal der einzige Prototyp: "Je nach Wirtschaftlichkeit und Funktionalität wären neue Pop-up-Wege eventuell in den nächsten Jahren sinnvoll." Die Kosten für den neuen Radweg liegen bei 20 000 bis 25 000 Euro, "etwa so viel, wie eine Baustellenumgehung sonst auch kosten würde".

In der Debatte um Pop-up-Radwege finden Radverkehrsverbände überwiegend Lob für die Innovation. Auch der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) befürwortet das Konzept. Laura Ganswindt, Sprecherin des ADFC Landesverbandes Bayern, bezeichnet derartige Radwege gegenüber unserem Medienhaus als "absolut probates und angezeigtes Mittel", um den Radverkehr zu fördern und auszubauen – nicht nur als Corona-Maßnahme.

"Auch in Hinblick auf das Erreichen der Klimaziele muss eine Verkehrswende herbeigeführt werden, in der der Straßenraum fair aufgeteilt ist. Es kann nicht sein, dass ein Großteil des Stadtraumes für Autos vorbehalten ist, andere Verkehrsmittel in Randzonen gedrängt werden." Bei Erhebungen des ADFC zum Thema Fahrradfreundlichkeit sei Erlangen "sicher schon vorne dran. Aber letztendlich kann man auch hier noch viel ausbauen und Sicherheit schaffen".

SOPHIE ACHENBACH

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