Elektro-Autos brauchen auch Tankstellen

7.12.2011, 08:00 Uhr
Peter Maier, Dietrich Gärtner und Roland Reichel (von rechts) an der neuen Solartankstelle der Stadtwerke hinter dem Rathaus. Technisch ist alles o.k., nur die Begrenzung auf zwei Parkstunden passt nicht.

Peter Maier, Dietrich Gärtner und Roland Reichel (von rechts) an der neuen Solartankstelle der Stadtwerke hinter dem Rathaus. Technisch ist alles o.k., nur die Begrenzung auf zwei Parkstunden passt nicht. © Bernd Böhner

Roland Reichel ist gerne Autofahrer. Der Mann aus Reifenberg, einem „Bergdorf“ zwischen Forchheim und Ebermannstadt, fährt nach Erlangen mit einem 16 Jahre alten Citroen-Kleinwagen, der satte 14 Liter Benzin verbraucht. Und zwar pro Jahr – und das Benzin benötigt er nur für die Wagenheizung. Der Motor nämlich läuft elektrisch, was nicht verwundern muss, gehört Reichel doch zu den Gründungsvätern des Erlanger Solarmobilvereins.

Die einst mit ihren lautlosen Vehikeln als „Spinner“ bezeichneten Technik-Freaks wissen heute, dass ihrer Idee die Zukunft gehört. Aus der Vision von der Elektromobilität ist längst eine bundesweite Bewegung geworden. Und in Erlangen wurde diese Idee auch erstmals praktisch umgesetzt – hier gab es die ersten Elektromobile, hier gab es die erste Solartankstelle und bis heute ist der Solarmobilverein Erlangen mit 200 Mitgliedern in ganz Nordbayern der mit Abstand mitgliederstärkste in der Bundesrepublik.

Wichtigster Grundsatz: Elektromobilität ist vor allem dann umweltfreundlich, wenn der Strom selbst aus erneuerbaren Energien stammt, bevorzugt aus Photovoltaik. Deswegen freut sich Peter Maier, der Vorsitzende des Solarmobilvereins auch so sehr über die Initiative der Stadtwerke.

Diese haben hinterm Rathaus eine „Solartankstelle“ errichtet, an der drei Elektromobile gleichzeitig „Saft“ zapfen können (die EN berichteten). Die Plätze unterm Dach sind gleichzeitig echte Parkplätze, sodass einem Stadtbummel mit umweltfreundlicher Anreise nur im Wege steht, dass die Parkdauer auf zwei Stunden begrenzt ist – „in der Zeit kann man aber nicht vernünftig tanken“, sagt Maier.

Das aber ist für Maier und seinen Erlanger Vereinskollegen Dietrich Gärtner zweitrangig. „Wichtig ist“, sagt Gärtner, „dass es genug Elektrotankstellen gibt.“ Bei einem Radius von 80 bis 100 Kilometern pro „Tankladung“ ist bereits eine Fahrt von Erlangen nach Ansbach hart an der Grenze zur Stromlosigkeit. Deshalb haben sich die Solarmobil-Pioniere etwas einfallen lassen und haben – entweder als Heftchen oder als elektronisches Notizbuch (sogar bereits als „App“) – private Tankstellen aufgelistet.

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