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Erlangen: Baustelle existiert noch bis in den April

Tiefbauamt der Stadt: Ab 21. Januar wird an der Baustelle Schiller-/Loewenichstraße "ohne Unterbrechung" gearbeitet — Unerwartete Probleme - 11.01.2019 15:00 Uhr

An der Baustelle im Bereich von Schiller- und Loewenichstraße soll ab 21. Januar wieder intensiv gearbeitet werden. © Harald Sippel


Ein Eindruck, den viele Erlangerinnen und Erlanger teilen. Denn die vielbefahrene Straßenkreuzung sollte ursprünglich eigentlich zum Jahresende 2018 wieder freigegeben werden.

Nach diversen Problemen, unter anderem brach unvermittelt ein Teil der Schillerstraße ein, wurde die Freigabe der Kreuzung auf Frühjahr 2019 verschoben, jetzt soll es sogar noch schneller gehen.

Nach Verhandlungen des städtischen Tiefbauamts mit dem Bauunternehmer wurde vereinbart, "die Baumaßnahme ohne Unterbrechung ab 21. Januar fortzuführen und das beabsichtigte Bauende um etwa einen Monat vorzuziehen", so Ute Klier, stellvertretende Leiterin im Bürgermeister- und Presseamt. Diese Lösung sei möglich geworden, weil "die ausführende Firma und insbesondere die Lieferanten die saisonübliche Unterbrechung der Arbeiten ausgesetzt haben", so Ute Klier. Sollten keine längeren Frostperioden oder starker Schneefall eintreten, könne die Kreuzung "bereits im April" wieder freigegeben werden.

Die Bauarbeiten an der Schiller-/ Loewenichstraße hatten im März 2018 begonnen. Mit der großangelegten Sanierung, die mit rund 2,3 Millionen Euro veranschlagt worden war, sollen die Straßenverhältnisse "nachhaltig verbessert" und somit auch eine "höhere Verkehrssicherheit" erreicht werden, wie Baureferent Josef Weber Anfang März 2017 erläutert hatte.

Seinerzeit war nicht erkennbar, welche Probleme an der Baustelle entstehen würden. Zum Beispiel musste mit erheblichem zeitlichen Aufwand eine Fernwärmeleitung, die viel zu knapp unter der Oberfläche verlief, verlegt werden. Hinzu kam noch, dass Hauseigentümer die Bauarbeiten an der Straße nutzten, um schadhafte Anschlüsse an den Häusern zu tauschen. Dies erwies sich "als deutlich aufwendiger und arbeitsintensiver als von den Betroffenen angenommen", hieß es in einem Bericht des Tiefbauamts. Auch nutzten einige Hausbesitzer die Zeit der Vollsperrung der Schillerstraße, um Gebäudesockel ihrer Häuser freizulegen und dann Abdichtungen und Fassadenarbeiten durchzuführen.

Zusätzlich gab es auch Probleme mit dem Bauunternehmen: Es stellte offensichtlich zu wenig Personal und Geräte für die Baustelle ab, so das Tiefbauamt. Diese "Defizite" seien von der Verwaltung "bereits frühzeitig und mehrfach" bereits 2017 angemahnt worden.

Thomas Fath wartet sehnlich auf das Ende der Baustelle, weil ihm Patienten fehlen. "Unterm Strich", sagt Fath, "habe ich geschäftliche Einschnitte durch die Baustelle erlitten". So hätten immer wieder Leute bei ihm angerufen, ob die Baustelle endlich vorbei wäre. "Es war zeitweilig so ruhig, ich hätte vor der Tür auf der Loewenichstraße auch Federball spielen können", scherzt der Zahnarzt. Seit vier Wochen hat er beobachtet, dass sich an der Baustelle die Tätigkeiten "beruhigt" hätten.

Das hat offensichtlich auch das Tiefbauamt beunruhigt, denn es hatte versprochen, die Bauarbeiten "rechtzeitig vor der Bergkirchweih 2019" abzuschließen. "Um die Baumaßnahme insgesamt früher abzuschließen, ist das Tiefbauamt erneut mit dem Bauunternehmer in Verhandlungen getreten", so Ute Klier.

Jetzt sollen die Schiller- und Loewenichstraße bereits im April und nicht wie vom Tiefbauamt eigentlich im Mai ins Auge gefasst, wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Wie berichtet, war die Sanierung vor allem wegen des schlechten Zustands der Fahrbahn in der Loewenichstraße mit Spurrinnen, Verdrückungen, und Risse machten die grundlegende Erneuerung notwendig. Beschlossen hat die Maßnahme der Stadtrat im Oktober 2016.

Wenn die Bauarbeiten im April abgeschlossen sein werden, haben die Straßen einen besonders dicken Belag. Damit sollen die Ursachen der bisherigen Schäden beseitigt werden. Die Kreuzungsampeln erhalten Vorrichtungen für sehbehinderte Menschen. Bushaltestellen werden weitgehend barrierefrei gestaltet. Und auf Höhe des Marie-Therese-Gymnasiums wird künftig eine "Mittelinsel" das Überqueren der Straße sicherer machen. 

EGBERT M. REINHOLD

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