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Erlangen: Buslinie 281 fährt mit neuem Takt

Andere Anbindung an die Innenstadt für Frauenaurach, Hüttendorf und Kriegenbrunn - 02.07.2018 06:30 Uhr

Die Linie 281 soll künftig den Wegfall der Landkreis-Linie 201 kompensieren. © Klaus-Dieter Schreiter


Weil der Erlanger Busverkehr nach EU-Richtlinien neu ausgeschrieben und vergeben werden musste, den Auftrag aber die Erlanger Stadtwerke (ESTW) haben sollten, ist eine externe Vergabe nicht mehr möglich. Das bedeutet, dass auch die derzeit den Busverkehr in Erlangen abwickelnde Nürnberger VAG nicht mehr damit beauftragt werden kann. Wegen dieser Direktvergabe an die ESTW muss diese nun bis Ende 2019 einen eigenständigen Stadtverkehr komplett neu aufbauen. Das sei "eine Mega-Aufgabe", sagte Ralf Wurzschmitt während der Ortsbeiratssitzung in Hüttendorf. Darum könnten neue Themen derzeit nicht angegangen werden.

Da jedoch die Landkreis-Linie 201 ab Dezember nicht mehr durch Frauenaurach fährt (wir berichteten), haben sich die Stadtwerke vorab Gedanken gemacht, wie man diesen Wegfall der schnellen Verbindung ins Erlanger Zentrum mit der Linie 281 kompensieren kann. Diese fährt bekanntlich von Hüttendorf über Kriegenbrunn und Frauenaurach zum Hugenottenplatz und zurück.

Allerdings gab die Linie besonders in Hüttendorf oft Anlass zu Kritik, und auch Anja Schmitt bestätigte während der Hüttendorfer Ortsbeiratssitzung: "Es war bislang eine Gurkerei". Diese Einschätzung hatten auch die Nutzer, denn der Bus fährt derzeit nicht im regelmäßigen Takt, und auch die Linienführung ist nicht einheitlich. Einige Busse der Linie 281 fahren über Gaisbühlstraße und Sportplatz Frauenaurach, andere über den Industriepark Frauenaurach, und wieder andere über Schallershof. Hier will man mehr Übersichtlichkeit schaffen, und eventuell sogar eine zweite Buslinie einrichten.

Das aber soll ebenso erst später geschehen wie eine eventuelle Weiterführung der Linie 281 nach Fürth. Jedoch soll zum Fahrplanwechsel im Dezember ein Halbstundentakt während der Woche eingeführt werden. Sonntags sollen die Busse der Linie 281 stündlich fahren. Derzeit wird diese Linie vom OVF gefahren, ab Dezember werden die Stadtwerke sie dann mit eigenen Bussen und eigenen Fahrern bedienen. Das betrifft auch die Linie 283 zwischen Erlangen und Dechsendorf.

Ein kompletter Ersatz für die ab Dezember nicht mehr durch Frauenaurach fahrende Umlandlinie 201 ist der neue Takt der Linie 281 allerdings nicht, konnten die Frauenauracher mit dem Regionalbus doch schneller ins Erlanger Zentrum kommen. Außerdem, so der Frauenauracher Ortsbeiratsvorsitzende Stephan Bergler, würden die direkten Verbindungen zwischen den Erlanger Stadtteilen Neuses und Frauenaurach wegfallen.

"Die Stadtteile untereinander zu verbinden, können wir nicht leisten", stellte dazu Anja Schmitt fest. Man sei zwar immer noch mit dem Landkreis im Gespräch, habe bislang jedoch nichts erreicht.

Wer ab Dezember mit dem Bus von Neuses nach Frauenaurach will, der muss voraussichtlich beim Media Markt in den Bus der Linie 281 umsteigen. Ob das aber zu jeder Tageszeit klappt, ist fraglich. Darum hatte ein Bürger während der Ortsbeiratssitzung vorgeschlagen, zwischen Neuses und Frauenaurach je nach Bedarf ein Linientaxi einzusetzen. Das hat die Stadtwerke-Planer aber nicht überzeugt. Für die Neuseser Schüler, die in Frauenaurach zur Schule gehen, gebe es morgens zum Schulbeginn jedoch zwei Verbindungen und mittags eine.

Bis zur kompletten Übernahme des Erlanger Busverkehrs von der VAG im Dezember 2019 wollten die Stadtwerke "keine Experimente machen", betonte Anja Schmitt. Derzeit sei alles "ein ganz kompliziertes System", meinte auch Ralf Wurzschmitt. Wenn die Stadtwerke dann aber ein eigenes System und eigenes Personal hätten, sei man wesentlich flexibler.

Besser werden soll dann auch das Fahrgastinformationssystem mit den sogenannten DFI-Anzeigen, wie sie derzeit beispielsweise am Bahnhofsplatz installiert sind. Es sei geplant, im Jahre 2020 an anderen wichtigen Haltestellen im Stadtgebiet ebenfalls solche Infotafeln anzubringen, erläuterte Anja Schmitt. Dann sollen auch Busse angezeigt werden, die derzeit noch nicht auf den Anzeigen erscheinen.

Während sich der Hüttendorfer Ortsbeirat mit den geplanten Änderungen zufrieden zeigte, ist man in Frauenaurach skeptisch. Es wurde darum beschlossen, im Frühjahr eine Bestandsaufnahme zu machen, um dann eventuell Optimierungsbedarf anmelden zu können. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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