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Erlangen: Gasthof Strauss nimmt Flüchtlinge auf

Stadt bringt in dem zentral gelegenen Traditionslokal rund 30 Asylbewerber unter - 08.12.2014 06:00 Uhr

Der traditionsreiche Gasthof Strauss in zentraler Innenstadtlage wird zur Asylunterkunft für rund 30 Flüchtlinge, da sich die Gästezimmer bestens für eine Einzelunterbringung eignen. © Foto: Harald Sippel


Die Verhandlungen verlaufen still und leise - und meist mit großem Erfolg. Erst vor kurzem präsentierte die Stadtspitze - nach positiven Gesprächen mit der Eigentümerin - ein ehemaliges Möbellagers an der Rathenaustraße als Sammelunterkunft für noch nicht registrierte (und daher nur vorübergehend in Erlangen bleibende) Flüchtlinge. Ebenso lautlos wartet die Kommune mit dem nächsten Coup auf: Schon ab Mitte Dezember werden voraussichtlich bis zu 30 Asylbewerber in den leerstehenden Gasthof Strauss ziehen.

Die Anwohner rund um die ehemalige Traditionsgaststätte wurden mit Wurfsendungen bereits über ihre neuen Nachbarn in Kenntnis gesetzt, eine Info-Veranstaltung folgt am Freitag. „Wir haben in der Stadt ein sehr offenes und tolerantes Klima“, sagte Stadtsprecher Christofer Zwanzig unserer Redaktion, „wollen aber die Bevölkerung bei solchen Entscheidungen immer miteinbeziehen.“

Größtmögliche Transparenz

Diese Politik der größtmöglichen Transparenz und Aufklärung zieht sich durch die gesamten vergangenen Monate: Um möglichen Protesten oder Ängsten schon im Vorfeld effektiv entgegenzutreten, gab es zu jeder neuen Unterkunft eine eigene Podiumsdebatte, zuletzt zu den neuen Containern im Röthelheimpark.

Riesen-Bagger sind dort, auf dem Gelände der Gesellschaft zur Förderung der Arbeit (GGFA), inzwischen kräftig mit den Aufbauarbeiten zu Gange. Rund 50 Menschen, die in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung Zirndorf (ZAE) bereits offiziell Asylantrag gestellt haben, werden die Wohncontainer wahrscheinlich noch vor dem Jahresende beziehen.

Ebenfalls bald bezugsfertig sind die Wohncontainer, die für weitere 35 von der Bezirksregierung zugewiesene Flüchtlinge am Ostrand des Röthelheimparks aufgestellt und ausgestattet werden. © Foto: Harald Sippel


Auch die Flüchtlinge, die im früheren Gasthof Strauss Zuflucht finden, haben ihre Registrierung hinter sich - und werden daher wohl bis zur endgültigen Klärung ihres Status’ in Erlangen bleiben. Die Zahl der Asylbewerber, die somit länger in Erlangen bleiben, steigt damit auf knapp 400.

Nach dem derzeitigen bundesweiten Verteilungsschlüssel bekommt die Stadt Erlangen dazu 35 neue (dauerhafte) Flüchtlinge pro Monat zugewiesen. Diese werden zum Teil in den bereits bestehenden Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, in denen regelmäßig Räume frei werden. Da die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland stranden, aber stetig zunimmt, werde sich Erlangen auch künftig um mögliche Gebäude bemühen, so Zwanzig.

So wie jetzt beim Gasthof Strauss. Die Immobilie habe sich angeboten, betonte OB Florian Janik im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir wollen die Menschen, so gut es geht, eben nicht in Massenunterkünften unterbringen, sondern in kleineren, dezentralen Einheiten“, sagt er, „und dazu ist das Gebäude geradezu ideal.“

Viele Vorteile

Tatsächlich hat die Immobilie an der Friedrichstraße viele Vorteile: Die Pensionszimmer bieten - getrennt voneinander - genug Platz für die Flüchtlinge und darüber hinaus auch noch ausreichend Privatsphäre. Zudem befindet sich die Unterkunft mitten im Erlanger Zentrum, in unmittelbarer Nähe zum Neustädter Kirchenplatz. Eine Lage, die Zwanzig ausdrücklich lobt: „Wir möchten die Menschen ins Stadtleben integrieren - und das ist dazu ein guter Ort.“

Bürgermeisterin Elisabeth Preuß informiert am Freitag, 12. Dezember, im Rathaus (Rathausplatz 1) interessierte Bürger über die neue Unterkunft. Beginn ist um 17 Uhr.  

Sharon Chaffin

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