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Erlangen: Harsche Kritik an Fahrradbügeln

Teile des Einzelhandels fürchten eine schlechtere Erreichbarkeit der Innenstadt - 05.10.2020 06:00 Uhr

Fahrradbügel sind schön für Radfahrer, einigen Einzelhändlern aber ein Dorn im Auge. Diese fürchten, dass durch das weitere Aufstellen solcher Bügel in der Innenstadt Parkplätze wegfallen und aufgrund der daraus resultierenden schlechteren Erreichbarkeit die Kundschaft aus dem Umland ausbleibt

04.10.2020 © Foto: Stefan Mößler-Rademacher


Die Stadt möchte den Radverkehr noch mehr fördern, indem sie neue Fahrradabstellanlagen baut. Dafür sollen insgesamt 1000 neue Fahrradbügel aufgestellt werden. Allerdings regt sich dagegen Widerstand. So sind nicht alle Erlanger Einzelhändler begeistert von der Idee. Kritik gibt es auch hinsichtlich der Suche nach entsprechenden Plätzen, an denen Fahrradbügel installiert werden können. Wie berichtet, können Bürger online Standortvorschläge machen.

Für Wolfgang Schmauch, Inhaber des Juweliergeschäfts Winnebeck in der Universitätsstraße, aber auch andere Einzelhändler in der Innenstadt, ist die Erreichbarkeit von existenzieller Bedeutung, vor allem wenn es darum geht, Kunden aus dem Umland in die Stadt zu locken. Diese Erreichbarkeit verschlechtert sich aber dramatisch, ist Schmauch überzeugt. Ein Trend, den er und seine Einzelhandelskollegen "bereits seit längerer Zeit" beobachten. Und jetzt auch noch die Fahrradbügel. Allein für die Universitätsstraße 1-13 seien bislang mehr als 45 Bügel gewünscht, "was wenigstens einen Wegfall von neun Parkplätzen bedeuten würde", so der Juwelier weiter.

Wegfall von 200 Parkplätzen?

Schmauch, der auch für weitere Einzelhändler in der Innenstadt spricht, fürchtet, dass durch das Aufstellen von 1000 zusätzlichen Bügeln mindestens 200 weitere Parkplätze wegfallen. Begeistert ist er davon nicht: "Diese Art von Stadtplanung und instrumentalisierter Bürgerbeteiligung ist eine Katastrophe."

Welche Auswirkung die Beruhigung des Verkehrs für Einzelhandelslagen haben, könne exemplarisch an der "Verelendung" der Hauptstraße abgelesen werden. Der Einzelhändler aus der Universitätsstraße ist deshalb überzeugt, dass das Aufstellen von Fahrradbügeln "nicht zu einer Verbesserung der Attraktivität und notwendiger Belebung des Einzelhandels" führt.

Fahrradleichen statt Kunden

Vielmehr würden Anlehnbügel im öffentlichen Raum zweckentfremdet "und mit nicht verkehrssicheren Fahrradleichen vermüllt". Dieser Zustand halte oft über Wochen und Monate an, weiß Wolfgang Schmauch. Außerdem werde damit eine potientielle Verletzungsgefahr für Fußgänger und Kinder in Kauf genommen.


Fahrräder: Angebot in der Region könnte knapp werden


In der aktuellen Situation, wo coronabedingt Handel und Gastronomie besonders hart betroffen sind, wünscht sich Schmauch andere politische Signale. "Aufgrund der gegenwärtigen Situation ist dringend Eile geboten die Attraktivität Erlangens als Einzelhandelsstandort nicht noch weiter zu schädigen. Hier einmal Solidarität zu zeigen, würde gut zu Gesicht stehen und von jedem Gewerbesteuerzahler anerkannt werden."

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