Erlangen-Höchstadt in atmosphärischen Fotografien

12.5.2021, 10:30 Uhr
Ein ländlich-atmosphärisches Idyll am Rand des Steigerwalds: Im Wachenrother Ortsteil Reumannswind hat Matthias Kronau diese Pferde fotografiert.

Ein ländlich-atmosphärisches Idyll am Rand des Steigerwalds: Im Wachenrother Ortsteil Reumannswind hat Matthias Kronau diese Pferde fotografiert. © Matthias Kronau

Die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Erlangen hat ihr Thema im Titel: "WandERHeimat", wobei die groß geschriebene Wortmitte den geografischen Rahmen bildet, den Landkreis Erlangen-Höchstadt. Für den Redakteur und Fotografen der Nordbayerischen Nachrichten mit Standort in Herzogenaurach ist der (zumindest westliche) Landkreis unmittelbare Heimat und dessen Schönheit inspirierte ihn zu der Idee, den gesamten Landkreis zu erwandern, um fast jeden Weiher, jedes Waldstück und jedes Tal erkundet zu haben.

Klare Botschaft

"WandERHeimat" ist somit ein "laufendes Projekt" geworden, das Kronau auf exakt 150 Wanderungen über 1500 Kilometer durch den Landkreis von Wachenroth ganz im Westen bis nach Oedhof ganz im Osten führte. Seine meist sehr ästhetischen Bilder haben eine klare Botschaft: Die Welt ist auch im Kleinen schön.

Ausgestattet mit solider Wanderbekleidung und -schuhen sowie einer umfangreichen Kameraausrüstung hat Kronau seine Touren "als Ausgleich zum Stress des Berufs" begonnen, fand aber schnell heraus, dass "der Mensch für’s Laufen gemacht ist", dass der Wanderer all das sehen (und genießen) kann, "was ich als Autofahrer im Wortsinne überfahre".

Zur Eröffnung der Ausstellung von Matthias Kronau (l., begleitet von seiner Frau Claudia Ortner-Kronau) hatten sich auch (v. l.) Museumschef Herbert Kurz, Sparkassen-Vorstandschef Johannes von Hebel und Benjamin Mair von der Sparkassen-Stabsstelle eingefunden.

Zur Eröffnung der Ausstellung von Matthias Kronau (l., begleitet von seiner Frau Claudia Ortner-Kronau) hatten sich auch (v. l.) Museumschef Herbert Kurz, Sparkassen-Vorstandschef Johannes von Hebel und Benjamin Mair von der Sparkassen-Stabsstelle eingefunden. © Harald Hofmann

So sind wunderschöne Bilder von den (Karpfen-)Weihern im Westen entstanden mit raffinierten Lichtspiegelungen oder einer "Lagunenstadt", die sich als ans Wasser grenzende Ortschaft Obermembach entpuppt, Bilder der weitläufigen Hügellandschaft rund um Erlangen oder der Wanderwege im Sebalder Reichswald, die verwunschen wirken. "Bei den Fotos habe ich tatsächlich auf die ästhetische Wirkung geachtet", sagt er, "deshalb wirken sie auch nicht dokumentarisch." Schön zu sehen ist das an einem in die Jahre gekommenen Gehöft in Oedhof, dessen dürftige Reste vor einem strahlend blauen Himmel wie eine Einladungskarte für das weiß-blaue Bayern wirkt.

Pandemie-bedingt ausgewichen

Die Ausstellung im Kunstmuseum Erlangen ist in der Reihe "Kooperation in Kunst" zwischen dem Freundeskreis Kunstmuseum Erlangen e. V. und der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen – Höchstadt – Herzogenaurach entstanden und hätte eigentlich bereits im Frühjahr 2020 in der Kundenhalle der Sparkasse in Erlangen am Hugenottenplatz gezeigt werden sollen – Pandemie-bedingt ist man nun auf das Kunstmuseum ausgewichen, "in unserer Schalterhalle haben wir Bedenken gehabt", sagt Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Johannes von Hebel.

Damit bleibt Matthias Kronaus ökologischer Appell bedauerlicherweise ohne die nötige Breitenwirkung: Er hat sich bei seinen Wanderungen angewöhnt, in einer mitgeführten Tüte ärgerlichen Müll einzusammeln, der von anderen Wanderern achtlos zurückgelassen wird und am Wegrand herumliegt. Diesen hätte er sicher gerne mal gelegentlich jene Hofhunde ans Bein gewünscht, die ihn immer wieder mal verschreckten. Solche Geschichten gehören nämlich auch in die Ausstellung.

Matthias Kronau: "WandERHeimat – ein ,laufendes‘ Projekt". Kunstmuseum Erlangen, Nürnberger Straße 9. Bis 27. Mai, geänderte Öffnungszeiten: Mo.-Do. 10 bis 15 Uhr, Fr.-So. geschlossen. Besucher müssen sich telefonisch (0 91 31/20 41 55) oder per E-Mail (freundeskreis.kunstmuseum.er@t-online.de) anmelden. Auf der Webseite www.kunstmuseumerlangen.de sind auch Videos über die Entstehung des Projekts zu sehen.

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