Erlangen sagt: Nous sommes Charlie

11.1.2015, 16:54 Uhr
Allein am Sonntag gingen rund 1500 Menschen auf die Straße und zeigten sich solidarisch mit den Opfern der Anschläge von Paris.

Allein am Sonntag gingen rund 1500 Menschen auf die Straße und zeigten sich solidarisch mit den Opfern der Anschläge von Paris. © Harald Sippel

Den Auftakt machte am Samstag eine Solidaritätskundgebung auf dem Hugenottenplatz, zu der etwa 150 Menschen, darunter auch Vertreter verschiedener politischer und gesellschaftlicher Organisationen sowie der Kirchen und der islamischen Gemeinde, teilnahmen.

Den Anstoß für die Veranstaltung gab die Initiative Erlanger Christen für den Frieden. Die Kundgebungsredner, darunter auch die komplette Stadtspitze, verurteilten dabei die Terrortaten von Paris und sprachen sich für die uneingeschränkte Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit und gegen Terrorismus und Fanatismus aus.

Beinahe einen Eklat provozierte  Theodor Ebert vom Bund für Geistesfreiheit. Zwar verurteilte er ebenfalls „den feigen und verbrecherischen Mordanschlag in Paris“. Für seine islamkritischen Worte gab es aber auch Buh-Rufe. Die SPD-Stadträtinnen Anette Christian und Barbara Pfister skandierten die Worte „Versöhnen statt spalten“.

Rund 1500 Menschen folgten am Sonntag einem Aufruf des Deutsch-Französischen Instituts Erlangen, das zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Institut in der Südlichen Stadtmauerstraße aufgerufen hatte. Anschließend bewegte sich der Demonstrationszug durch die Hauptstraße zum Hugenottensplatz, wo unter anderem Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Mohamed Abuelquomsan,Vorsitzender beider islamischer Moscheen in Erlangen, sprachen.

Es sei falsch, sagte Preuß, immer wieder von Muslimen zu fordern, dass sie sich von den Verbrechern von Paris zu distanzieren, „denn mit diesem Mördern, diesen Terroristen, die Eure Religion missbrauchen, habt ihr genau sowenig zu tun, wie wir Christen“.

Ein Kondolenzbuch in Gedenken an die Terroropfer von Paris liegt noch während der nächsten Tage im Deutsch-Französischen Institut (Südliche Stadtmauerstraße 28) aus.

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