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Erlangen Triathlon: Panik im Wasser und genervte Ehefrauen

Drei Sportler berichten vor dem Wettbewerb über ihre Ängste und Ziele - 21.07.2018 17:30 Uhr

„Wenn ich aus dem Wasser komme, geht der Wettkampf erst los“: Schwimmen ist nicht bei allen Triathleten beliebt. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Gabriela Ratz und Torsten Eisenkolb sind auf der Kurzdistanz dabei. Sie starten um 9 Uhr an der Dechsendorfer Kanalbrücke. Claudia Heindl tritt auf der Mitteldistanz an, hier geht es zehn Minuten später los. Es folgen 1,5 (beziehungsweise zwei) Kilometer Schwimmen, 40 (beziehungsweise 80) Kilometer Radfahren und elf (beziehungsweise 20) Kilometer Laufen. Vorab haben wir sie vor die Wahl gestellt: Richtig oder Falsch?

1) Beim Erlanger Triathlon wollte ich schon immer mal dabei sein!

2) Vor dem Schwimmen im Kanal habe ich Bammel.

3) Wenn ich nicht unter meiner angestrebten Zeit bleibe, kann ich auch nicht zufrieden sein.

Gabriela Ratz (34, Kurzdistanz, Startnummer 63) aus Augsburg:

1) Falsch. Doch Erlangen ist nahe und Mitglieder aus meinem Triathlon-Klub waren hier schon am Start. Sie haben mir den Triathlon empfohlen, weil er familiär und übersichtlich sein soll. Es wird meine erste Olympische Distanz sein! Zum Training habe ich in Forchheim bei der Sprint-Distanz mitgemacht, um die Wechsel zu üben.

2) Richtig. Das Schwimmen im offenen Wasser hat mich bisher immer vom Triathlon abgeschreckt. Doch jetzt probiere ich es im Kanal, dort kann ich am Ufer entlang schwimmen. Ich bekomme Panik, wenn ich den Boden unter den Füßen nicht sehe und zu weit weg vom Ufer bin. Das ist wie Höhenangst. Die körperlichen Voraussetzungen fürs Schwimmen habe ich, da ich im Verein trainiere.

3) Falsch. Ich habe mir keine richtige Zeit gesetzt. Es ist mein erster Triathlon. Aber ich denke, ich bin zweieinhalb Stunden unterwegs.

Torsten Eisenkolb (43, Kurzdistanz, Startnummer 274) aus Dechsendorf:

1) Richtig. Ich war auch schon öfter dabei, es ist mein fünftes Mal. Einmal habe ich die Mitteldistanz gemacht, sonst immer die Kurze. Mein erster Start beim Erlanger Triathlon war vor 15 Jahren. Zwischenzeitlich habe ich eine Pause eingelegt mit Triathlon, seit zwei Jahren bin ich wieder intensiver dabei. In diesem Jahr habe ich auch noch einen zweiten Wettbewerb, Ende August in München.

2) Falsch. Ich habe ja schon ein paarmal mitgemacht, daher kann ich sagen: Das Schwimmen ist gar nicht so schlimm, wie viele sagen. Manche haben auch Bedenken wegen der Wasserqualität im Kanal. Doch da schwimmen ja auch Fische drin, so schlecht kann es also nicht sein. In Erlangen ist meine Hass-Disziplin das Laufen, weil die Strecke hier etwas länger ist als normal. Sonst sind es zehn Kilometer. An dem einem zusätzlichen Kilometer hängt man sich dann auf!

3) Richtig. Absolut. Meine Frau hat gesagt, wenn ich zu spät komme, geht sie heim. (lacht) Mein Ziel sind 2:30 Stunden. Im vergangenen Jahr bin ich eineinhalb Minuten drüber gewesen, das hat mich schon geärgert. Ich bin ehrgeizig. Doch schlimmer ist es natürlich, wenn man zum Beispiel beim Radfahren einen Platten hat oder etwas anderes dazwischen kommt.

Claudia Heindl (51, Mitteldistanz, Startnummer 315) aus Erlangen:

1) Falsch. Ich habe hier die Olympische Distanz schon gemacht, kenne den Wettbewerb also. Eigentlich habe ich immer gesagt, hier möchte ich nie auf der Mitteldistanz starten! Ich finde die in Erlangen nicht attraktiv genug. Wir starten kurz nach der Kurzdistanz. Das hat die Folge, dass viele Mitteldistanzler noch auf der Laufstrecke sind, während die Siegerehrung längst vorbei ist. Die etwas Langsameren haben mir immer leid getan, dann ist kein Zuschauer mehr da. Ich mache seit 2015 Triathlon, es ist meine dritte Mitteldistanz. Von Immenstadt und Ingolstadt kenne ich es auch anders. Dort startet die Mitteldistanz früher und dann kommen alle etwa gleichzeitig ins Ziel.

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Von 10.000 Zuschauern angespornt schossen am Sonntag 800 Sportler in den kühlen Europakanal. Weiter ging es dann auf trockenem Boden per Rad und zu Fuß bis hin zum Sportgelände des TV 48 Erlangen, wo den Startern die Ziellinie winkte. Frederic Funk siegte mit einem neuen Streckenrekord.


2) Richtig. Schwimmen ist meine Hass-Disziplin. Ich habe erst im vergangenen Jahr angefangen, die Strecke durchzukraulen. Davor bin ich auch Brust geschwommen. Vor dem Schwimmen habe ich am meisten Angst. Wenn ich aus dem Wasser komme, geht der Wettkampf erst los.

3) Schwierig zu beantworten. Es gibt ja immer Gründe, wenn es nicht läuft, die muss man akzeptieren. Doch ich bin schon sehr ehrgeizig, habe meine Ansprüche an meine Leistung. Gerade die Mitteldistanz kann man nicht immer vergleichen, jede Strecke ist anders. In Erlangen versuche ich meine Ziel-Zeit zu erreichen, will sie aber nicht verraten. Zuletzt waren es in Ingolstadt 5:10 Stunden, damit war ich nicht zufrieden. Ich will also besser sein.

Das Triathlon-Wochenende

Get-together: Startunterlagen-Ausgabe, Nudelparty, Triathlon-Messe (Samstag, 15 bis 18 Uhr, am Schlossstrand).

Expertentalk: "Triathlon und sein Einfluss auf den Bewegungsapparat - Prävention von Verletzungen und Überbelastungen", Prof. Dr. Kolja Gelse und Marcus Schattner, moderiert von EN- Redakteurin Katharina Tontsch (Samstag, 16.15 Uhr, Palais Stutterheim).

29. M-net Erlanger Triathlon: Kurz- und Mitteldistanz (Sonntag, Start 9 Uhr, Dechsendorfer Kanalbrücke). Weitere Infos finden Sie hier.

Den LiveBlog mit aktuellen Eindrücken, Videos, Bildern und Sieger-Interviews Sonntag ab 8 Uhr online auf nordbayern.de! 

 

Katharina Tontsch Sportredakteurin in Erlangen E-Mail

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