Erlangen: Vieraugenfische und Dürer

26.2.2016, 14:00 Uhr
Die Verbindung der Lebewesen zu ihrer Umwelt wird durch die Sinnesorgane hergestellt, die sich im Zuge der Evolution vielfältig ausgeprägt haben: Wie unterschiedlich beispielsweise das Sehfeld von Tieren sein kann, vermittelt ein Vergleich von Eule und Hase — also von Räuber und Beute. Auch das menschliche Auge wird in den Ausstellungsräumen im ersten Stock genau betrachtet.

Die Verbindung der Lebewesen zu ihrer Umwelt wird durch die Sinnesorgane hergestellt, die sich im Zuge der Evolution vielfältig ausgeprägt haben: Wie unterschiedlich beispielsweise das Sehfeld von Tieren sein kann, vermittelt ein Vergleich von Eule und Hase — also von Räuber und Beute. Auch das menschliche Auge wird in den Ausstellungsräumen im ersten Stock genau betrachtet. © Fotos: Harald Sippel

„Unser Hirn ist ein Künstler im Vervollständigen“, erklärt Rudolf Kötter und wird sofort von Winfried Neuhuber mit „und im Weglassen“ ergänzt. Der ehemalige Geschäftsführer des Zentralinstituts für Angewandte Ethik und Wissenschaftskommunikation und der Leiter des Anatomischen Instituts der Friedrich Alexander Universität stehen in der neuen Stadtmuseums-Schau „Augenblick!“ und erklären anhand von Versuchen, Modellen und Grafiken anschaulich, wie durchs Sehen Bilder in unseren Köpfen entstehen. Welche Glanzleistung der menschliche Körper dabei vollbringt – und welche Tücken auf dem Weg von den Augen bis in die fürs Sehen zuständige Hirnregionen lauern.

Die Verbindung der Lebewesen zu ihrer Umwelt wird durch die Sinnesorgane hergestellt, die sich im Zuge der Evolution vielfältig ausgeprägt haben: Wie unterschiedlich beispielsweise das Sehfeld von Tieren sein kann, vermittelt ein Vergleich von Eule und Hase — also von Räuber und Beute. Auch das menschliche Auge wird in den Ausstellungsräumen im ersten Stock genau betrachtet.

Die Verbindung der Lebewesen zu ihrer Umwelt wird durch die Sinnesorgane hergestellt, die sich im Zuge der Evolution vielfältig ausgeprägt haben: Wie unterschiedlich beispielsweise das Sehfeld von Tieren sein kann, vermittelt ein Vergleich von Eule und Hase — also von Räuber und Beute. Auch das menschliche Auge wird in den Ausstellungsräumen im ersten Stock genau betrachtet. © Fotos: Harald Sippel

Mit der „Faszination des Sehens“ beschäftigt sich ab Sonntag eine Ausstellung im Stadtmuseum am Martin-Luther-Platz. Sie startet beim Licht als „Quelle des Lebens“, beschäftigt sich mit biologischen Aspekten, blickt auf Theorien und Grafiken von Albrecht Dürer und setzt sich mit Piktogrammen auseinander. „Dass hier das Stadtmuseum mit gleich mehreren Fakultäten der FAU kooperiert, ist auch Ausdruck unserer Wissenschaftsstadt“, stellt Brigitte Korn klar. Die neue Leiterin des Stadtmuseums hat diese Ausstellung noch von ihrem Vorgänger übernommen und mit den Mitkuratoren dafür gesorgt, dass hier Natur- und Kulturgeschichte zu einer spannenden und facettenreichen Schau verbunden werden.

Viele der Exponate stammen aus den Depots der Sammlungen der Universität oder aus dem Stadtmuseum. Es gibt aber auch Versuchsreihen zu sehen, die an der FAU extra für die Schau durchgeführt wurden.

Im ersten Teil der Ausstellung wird betrachtet, wie unterschiedlich im Zuge der Evolution Lebewesen das Potenzial des Lichts nutzen. Dabei lernt der Besucher beispielsweise den „Vieraugenfisch“ kennen. Dieser ernährt sich von Insekten auf der Wasseroberfläche und muss mit seinen Augen über und unter dem Wasser scharf sehen können. Deshalb ist die Pupille der großen Augen durch einen Irislappen horizontal geteilt — es entsteht der Eindruck von vier Augen. Für die Erlanger Schau ist von den in Europas Zoos extrem selten anzutreffenden Tierchen aus Südmexiko extra ein Film in der Stuttgarter Wilhelma gedreht worden.

Jenseits der naturwissenschaftlichen Fragen geht es auch um die Deutung visueller Wahrnehmungen, die theoretischen und künstlerischen Auseinandersetzungen der Menschen mit diesem zentralen Aspekt ihres Lebens. Hier kommt auch die Kunst ins Spiel: Die Frage „Was sehen wir?“ wird anhand des Besucher-Blicks auf den Kupferstich des Heiligen Eustachius von Albrecht Dürer spielerisch behandelt. Ebenfalls von Dürer stammt die „Unterweisung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheit“. Ein Lehrbuch, das erstmals in deutscher Sprache die geometrischen und stereometrischen Grundlagen der Bildenden Kunst vermittelt. Gleich nebenan ist ein Fadengitter aufgebaut wie es einst Renaissance-Künstler als Hilfe fürs perspektivische Zeichnen verwendeten. Denn schon damals hieß es: Augen auf!

Führungen durch die Schau finden ab 6. März jeden Sonntag ab 11 Uhr statt. Zudem gibt es extra Angebote der Museumspädagogik (Info-Tel. 0 91 31/86 24 08).

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