Montag, 18.11.2019

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Erlanger Kinderpalliativteam seit zehn Jahren unterwegs

Team ist mit vier Autos in Mittel- und Oberfranken im Einsatz - 09.08.2019 06:00 Uhr

Dr. Char Gravou-Apostolatou, Prof. Joachim Wölfle, Gerswid Herrmann, Vorsitzende des Freundeskreises der Kinderklinik, und Prof. Heinrich Iro, Ärztlicher Direktor des Uni-Klinikums Erlangen, mit einem „Auto der guten Wünsche“. © Franziska Männel/Uni-Klinikum Erlangen


Mit vier Autos sind die Mitarbeiter im gesamten mittel- und oberfränkischen Raum unterwegs – 24 Stunden täglich, für geplante Hausbesuche, aber auch für Notfälle. Zurzeit betreut das Erlanger Kinderpalliativteam mehr als 30 Patienten – vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen.

Viele haben Krebs, andere schwere genetische Erkrankungen, lebensverkürzende Fehlbildungen oder Herzfehler. Ihr gemeinsames Schicksal: Ihr Leben wird viel zu früh enden. Das Ziel des Kinderpalliativteams der Kinder- und Jugendklinik (Direktor: Prof. Joachim Wölfle) des Uni-Klinikums Erlangen ist es, Leiden zu lindern und die Lebenszeit dieser Patienten so angenehm und so würdevoll wie möglich zu gestalten.

Dafür besuchen die speziell geschulten Ärzte, Pflegekräfte, Sozialpädagogen, Seelsorger und Psychologen die betroffenen Familien zu Hause. So wird ihnen die lange und oft aufwendige Anreise in eine Klinik erspart.

Das Kinderpalliativteam wurde 2009 gegründet, feiert also 2019 sein zehnjähriges Bestehen. Es hilft Familien mit sterbenskranken Kindern zum einen medizinisch – etwa, wenn ein kleiner Patient Schmerzen hat, nicht gut einschlafen kann oder unter Atemnot leidet. Zudem sind die Mitarbeiter des Teams Ansprechpartner für alle sozialrechtlichen, organisatorischen und finanziellen Fragen.

Ein wichtiger Bestandteil ist auch die psychologische und seelsorgerische Betreuung der Eltern und der Geschwisterkinder, die bei all der Sorge um das erkrankte Kind nicht vergessen werden sollen.

Das Kinderpalliativteam ist mittlerweile mit vier "Autos der guten Wünsche" unterwegs. "Wöchentlich legen wir um die 3000 Kilometer zurück, pro Tag sind es oft sechs Hausbesuche, zu Spitzenzeiten zehn. Im Durchschnitt fahren wir zu einem Patienten über 100 Kilometer", listet Dr. Chara Gravou-Apostolatou, Leiterin des Kinderpalliativteams, auf. Für sterbenskranke Kinder und Jugendliche und deren Angehörige ist dem Kinderpalliativteam kein Weg zu weit.

"Manche Patienten besuchen wir zwei- oder sogar dreimal pro Woche, wenn es Bedarf gibt", erklärt die Kinderärztin. "Unsere spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung (SAPPV) ist einer stationären Betreuung in jedem Fall vorzuziehen. Denn wir möchten den Familien so viele Stunden wie möglich zu Hause in gewohnter Umgebung schenken ."

Die Fahrzeuge wurden mit Unterstützung des Vereins "Tigerauge" – Initiative Kinderhospiz Nordbayern, des Hospiz Vereins Erlangen und der VR Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach gekauft. Laufende Kosten, etwa für Kraftstoff, neue Reifen und Reparaturen, trägt der Freundeskreis der Kinder- und Jugendklinik (Erste Vorsitzende: Gerswid Herrmann). "Wir sind dem Freundeskreis sehr dankbar und auch allen Spendern, die den Freundeskreis und damit auch die wichtige Arbeit des Kinderpalliativteams unterstützen", sagt der Ärztliche Direktor des Uni-Klinikums Erlangen, Prof. Heinrich Iro.

Damit der Freundeskreis das Kinderpalliativteam und andere Projekte der Kinderklinik weiterhin unterstützen kann, ist er auf Spenden angewiesen (Bankverbindung: Freundeskreis der Kinder- und Jugendklinik, Verwendungszweck: Kinderpalliativteam, HypoVereinsbank Erlangen, IBAN: DE14 7632 0072 0003 1740 00, BIC: HYVEDEMM417).

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