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Montag, 14.06.2021

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Eschenau: Sportler reinigen die Straße

An der B2 stapelte sich der Müll. Der FC Eschenau wollte das nicht länger mit ansehen und räumte auf - 10.03.2021 18:30 Uhr

Gemeinsame Aktion: Mehrere Sportler des FC Eschenau beteiligten sich an der Müllsammel-Aktion, auch zwei Geflüchtete packten mit an.

09.03.2021 © Foto: privat


Es war kein schöner Anblick zwischen Forth und Eschenau. Auf einer Strecke von gut 200 Metern rund um den Kreisverkehr an der B 2 lag im Grünstreifen allerhand Müll herum. "Die Diskussion, wer das wegräumen muss, die gab es schon länger", sagt Martin Roser, der wie so viele tagtäglich dort vorbeifuhr. Weil sich die Streitereien über Zuständigkeiten hinzogen, der Unrat immer mehr zunahm, schaltete sich Walter Brückl ein. Der Vorsitzende des FC Eschenau hielt nicht viel vom Diskutieren, sondern schlug vor, dass sich doch der Sportverein darum kümmern könnte, den Ortseingang aufzuräumen.

Sechs Fußballer, sechs Footballspieler

So rückte am vorvergangenen Sonntag eine zwölf Mann starke Gruppe an, bestehend aus sechs Fußballern und sechs Football-Spielern des FC Eschenau. Darunter auch Martin Roser, Mittelfeldspieler und stellvertretender Vorsitzender des FCE.

Im Vorfeld hatten die jungen Männer noch bei der Polizei nachgefragt, worauf sie achten müssten, um nicht am Ende ein verhängnisvolles Müllräumen zu erleben mit Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. Doch mehr als Warndreiecke an der Straße, Warnwesten über den Jacken, Abstandhalten und Mundschutz gab es laut der Polizei nicht zu beachten.

Zwei Geflüchtete halfen mit

Nach zwei Stunden Arbeit hatten die Zwölf, darunter übrigens auch zwei Geflüchtete aus Syrien und Äthiopien, 13 100-Liter-Müllsäcke randvoll gefüllt. "Es hat uns wirklich gewundert, was da alles im Gebüsch lag", sagt Roser. So fanden sie allein 30 leere Tetra Pak-Milchtüten, viele Werbezeitungen aber auch einen Strafzettel – den die Jungs an die Polizei zurückgaben. "Es war jedenfalls kein Müll, den ein einziger Laster verloren hat und den nur der Wind dorthin getragen hat", sagt Roser.

Ihm und seinen Vereinsfreunden hat das gemeinsame Sammeln letztlich sogar Spaß bereitet: "Wir sehen uns ja derzeit kaum, weil der Sport nicht möglich ist. Daher war es schön, wenn auch mit Abstand und Masken, mal wieder zu quatschen und miteinander Zeit zu verbringen."

Dankesworte und Einladung

Neben vielen Dankesworten über Instagram und Facebook erhielten die Helfer sogar eine Einladung der Bürgermeisterin Ilse Dölle zum nächsten Neujahrsempfang. Bis dahin aber wird wohl noch die ein oder andere Müllräum-Aktion nötig werden: Bereits jetzt, nur eine Woche später, hat sich wieder Müll am Kreisverkehr angesammelt. "Bevor wieder nur diskutiert wird, wer dafür zuständig ist, werden wohl wieder wir anrücken", sagt Martin Roser. Er freut sich schon, seine Freunde auf diese Weise wieder zu sehen.

CHRISTOPH BENESCH

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