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Montag, 30.11.2020

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EU-Agrarreform: Für ERH "nicht der große Wurf"

Wie kommen die Pläne bei Verantwortlichen im Landkreis Erlangen-Höchstadt an? - 26.10.2020 10:07 Uhr

Europas Agrarreform nimmt konkrete Züge an und sieht mehr Geld für Höfe vor, auf denen klimaschonend gewirtschaftet wird. Doch Umweltverbände sind skeptisch. Das Bild zeigt, wie Mais für eine Biogasanlage und als Futter für Kühe gehäckselt wird).

22.10.2020 © Archivfoto: Patrick Pleul/dpa


Einer, der jeden Schritt in Brüssel genau beobachtet, ist Gerhard Lang vom Bayerischen Bauernverband (BBV). Der Fachberater in der Geschäftsstelle Nürnberg ist unter anderem für den Kreisverband Erlangen-Höchstadt zuständig – und kennt sich mit den Gegebenheiten des Landkreises aus. "Hier gibt es ja im Gegensatz etwa zu den Neuen Bundesländern vor allem kleinere Landwirtschaftsbetriebe", sagt er mit Blick auf die Pläne der zuständigen Ressortchefs.

Unter anderem sollen zwei Drittel der Fördergelder wie bisher ohne nennenswerte Umweltauflagen nach Anbaufläche verteilt werden. Davon profitieren vor allem größere Betriebe.

Für Lang reichen die Ausgleichszahlungen als alleiniger Anreiz für einen Umstieg auf Öko gerade bei Kleineren aber nicht aus. "Das liegt nicht daran, dass die Zahlungen zu niedrig sind, die wären schon mal ganz gut", sagt er und fügt hinzu, "außerdem haben ökologisch wirtschaftende Betriebe schon jetzt eine höhere Ausgleichszahlung."

Angebot auf dem Markt künstlich erhöht

Der frühere Landwirt und jetzige BBV-Vertreter sieht indes ein anderes Problem: "Es wird für solche Betriebe immer wieder schwierig sein, ihre Produkte, die auch in der Erzeugung teurer sind, dementsprechend zu verkaufen." Wenn man jetzt versucht, mit einer noch höheren Ausgleichszahlung die Zahl der umstiegswilligen Betriebe zu erhöhen, erhöht man ja auch künstlich das Angebot auf dem Markt."

Das aber müsse durch die Nachfrage auch abgenommen werden können. "Wenn das Ganze dazu führt, dass die Preise nach unten gehen, werden ökologisch arbeitende Betriebe auch nicht davon profitieren können, sondern nach der Erhöhung der Ausgleichszahlungen weniger im Geldbeutel haben als vorher."

BN ist für mehr Landschaftsschutz

Diese Zahlungen würden Verkaufslücken nicht schließen können, weder im Öko-Landbau noch in der konventionellen Landwirtschaft. Was bisher von den EU-Plänen bekannt ist, hält Lang daher (noch) nicht für einen "großen Wurf".

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Eine ähnliche Einschätzung hat auch der Vorsitzende der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN) Höchstadt-Herzogenaurach, Helmut König — wenn auch aus anderen Gründen. Für den Umweltschützer reichen die Brüsseler Pläne noch nicht aus, um mehr Landwirte zum Umstieg zu bewegen. "Da könnte man mehr tun", sagt er. Seiner Meinung nach müssten die Landwirte auch etwas mehr für die Natur machen müssen, Landschafts- und Naturschutz kämen in den Bestimmungen weiter zu kurz. "Die Landwirte machen ja schon einiges", meint König, "aber es könnte noch mehr sein."

Was bleibt übrign von den Brüssler Plänen?

Zweifel hat er auch an der Umsetzung — und daran, was von den Plänen übrig bleiben könnte. So soll es Öko-Regelungen geben, die dem einzelnen Landwirt, der ökologisch wirtschaftet, weitere 20 Prozent an Fördermitteln einbringen würden. Das Parlament hatte sich indes sogar auf 30 Prozent an Öko-Geldern festgelegt. König befürchtet, am Ende könnten es sogar noch weniger sein. "Schon 20 Prozent sind zu wenig, um den Ökolandbau zu unterstützen, aber wahrscheinlich sind es schließlich nur zehn Prozent", sagt er. Landwirte, die weniger auf den Naturschutz achteten und nur ihren Ertrag einbringen wollten, würden gefördert und die anderen, die das "aus unserer Sicht" vernünftiger angingen, kriegten zu wenig.

Große Betriebe gibt es kaum im Landkreis

Das könnte Manfred Bachmayer, der Sprecher des Kreisvorstands von Bündnis 90/Die Grünen in Erlangen-Land, wohl bestätigen. "Wenn man sich das, was bisher als Systemwechsel verkauft wird, anschaut, ist es eher so, dass man beibehält, was schon ist." Mit der EU-Reform würden große Betriebe gefördert, die aber gebe es im Landkreis kaum. "Deshalb bringen die geplanten Gelder unseren Bauern wenig". Weiterhin dürfte Gülle ohne Begrenzungen oder Regeln ausgebracht werden. "Da sind keine großen Fortschritte erkennbar", kritisiert er. Eine Ökowende sehe er nicht, auch wenn Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner das gerne so darstelle, kritisiert er.

Weniger skeptisch ist hingegen der CSU-Landtagsabgeordnete für Erlangen-Höchstadt, Walter Nussel. "Ich sehe es schon positiv, vor allem deshalb, weil der Föderalismus zum Tragen kommt". Man versuche, den kleineren Betrieben wieder mehr zu geben, das müssten die Länder anpassen. Aus Nussels Sicht sind die Entscheidungen in Bezug auf Öko-Ausbau, Klima- und Naturschutz völlig in Ordnung. "Was da entschieden wurde, reicht jetzt erst einmal aus."

Erkennen Sie diese Lebensmittel im Naturzustand?

Wie sehen die Lebensmittel, die wir täglich konsumieren, eigentlich im Naturzustand aus? Manches erkennt man als Blüte oder Pflanze nur sehr schwer. Testen Sie hier Ihr Wissen!

Frage 1/11:

Zu welcher Planze gehört diese Blüte?

Gewusst? Das Gewürz Safran wird aus einer Blüte gewonnen, die zu den Krokussen gehört. Sie blüht im Herbst violett und kann dann geerntet werden.

Frage 2/11:

Was wächst hier Leckeres heran?

Pistazienbäume können hunderte Jahre Früchte tragen. Dabei wechseln sich ertragsarme mit Mastjahren ab. Im September können die Pistazien geerntet werden.

Frage 3/11:

Wo wächst die Ananas?

Die Ananas gehört zu der Familie der Bromeliengewächsen. Nach dem Anbau trägt die Pflanze nach etwa 14 bis 16 Monaten zum ersten Mal Früchte.

Frage 4/11:

Was wird an diesen Bäumen geerntet?

Die Früchte des Mandelbaums sind nicht nur unbehandelt sehr beliebt: Man kann sie außerdem für Mus, Mehl, Öl oder Marzipan nutzen.

Frage 5/11:

Was wird aus diesen Pflanzen hergestellt?

Der Ursprung des Zuckerrohrs liegt in Polynesien. Die Pflanzen enthalten einen süßen Saft, der für die Zuckerproduktion ausgepresst wird.

Frage 6/11:

Was wächst auf diesem Feld?

Die Früchte der Erdnuss sind botanisch gesehen eigentlich Hülsenfrüchte. Sie gehören zu derselben Unterfamilie wie beispielsweise Erbsen.

Frage 7/11:

Was entsteht aus diesem Orchideengewächs?

Die Vanille ist ein Gewürz, das aus den fermentierten Schoten verschiedener Arten der Orchideen-Gattung Vanilla gewonnen wird.

Frage 8/11:

Welches Lebensmittel wächst hier?

Übrigens: 80 % der Weltreisernte werden im Nassreisanbau erzeugt. Dafür braucht es zwischen 3000 und 5000 Liter fließendes Wasser für ein Kilogramm Reis.

Frage 9/11:

Was kann man mit diesen Früchten herstellen?

Kaffee ist die richtige Antwort! Für eine gute Ernte benötigten die Kaffeesträucher übrigens ein ausgeglichenes Klima ohne Temperaturextreme - das heißt, ohne zu viel Sonnenschein und Hitze.

Frage 10/11:

Was blüht hier so schön?

Übrigens: Die Artischocke wurde 2003 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt, weil ihr beispielsweise eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben wird.

Frage 11/11:

Wo wächst die Kakaobohne?

Im ursprünglichen Zustand haben die Kakaobohnen einen scharfen und bitteren Geschmack. Das ändert sich erst durch die weitere Verarbeitung. 

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Dann hier entlang!

SHARON CHAFFIN

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