Aufruf an die Bürger

Fast wie in der Toskana: Fränkische Stadt mahnt zum Wassersparen

Claudia Freilinger
Claudia Freilinger

Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt

E-Mail zur Autorenseite

27.7.2022, 10:39 Uhr
Den Garten mit Trinkwasser gießen - derzeit eine sehr umstrittene Idee.

© Christin Klose, NN Den Garten mit Trinkwasser gießen - derzeit eine sehr umstrittene Idee.

Der Bürgermeister von Höchstadt, Gerald Brehm, verweist darauf, dass aufgrund der aktuellen Dürre der Grundwasserpegel und somit auch der Wasserstand in den Brunnen auf einem niedrigen Niveau sei. "Daraus resultiert, dass nicht unbegrenzt Wasser aus den Stadteigenen Brunnen gefördert werden kann."

Gleichzeitig stelle die Stadt aber einen hohen Wasserverbrauch fest. "Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Höchstadt und seinen Wassergästen (Gremsdorf, Wachenroth, Ortsteile der Gemeinde Weisendorf, Raststätte Steigerwald) möchten wir Sie zum Wassersparen und zu einem sinnvollen und nachhaltigen Umgang mit unseren wertvollsten Gut, dem Trinkwasser, aufrufen."

Bislang, betont er, sei das Ganze eine Empfehlung, die möglichst frühzeitig erfolgt. Wenn die Dürre weiteranhält und die Messungen an den Brunnen es nahelegen, schließt er auch Verbote nicht aus. "Ich fürchte, dann wird es ohne Zwang nicht mehr gehen." Dann sei die Stadt in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass zum Beispiel keine Schwimmbäder befüllt oder Autos gewaschen werden - eben wie in der Toskana.

Der Bürgermeister bittet für den Aufruf um Verständnis. In den sozialen Medien kursieren trotzdem bereits Bilder, die seinen grünen Garten zeigen. Er würde "Wasser predigen und Wein trinken", heißt es dort. Die Vorwürfe hält Gerald Brehm "ehrlich gesagt für primitiv". Wer sich den Rasen genau ansehe, könne erkennen, dass er wenig gegossen werde. Er stelle sich gerne jeder Kritik - dann aber nicht anonym, sondern von Angesicht zu Angesicht.

Die Stadt gibt folgende Tipps zum Wassersparen:

- Verzichten Sie auf Bewässerung ihrer Rasenflächen mit Trinkwasser, der Rasen muss im Sommer bei der Dürre nicht satt Grün sein.

- Verzicht auf waschen von Fahrzeugen.

- Duschen statt Baden.

- Wasserspararmaturen verwenden.

+++Dieser Artikel wurde um 13.16 Uhr um die Stellungnahme des Bürgermeisters ergänzt.+++

Keine Kommentare