Gala zum chinesischen Neujahrsfest in Erlangen

Die Darstellung weiblicher Anmut ist einer der wichtigsten Bestandteile auf chinesischen Bühnen. Auch im Redoutensaal wurde bei Tänzen und szenischen Darstellungen damit nicht gegeizt.

Die Darstellung weiblicher Anmut ist einer der wichtigsten Bestandteile auf chinesischen Bühnen. Auch im Redoutensaal wurde bei Tänzen und szenischen Darstellungen damit nicht gegeizt. © Foto: Rainer Windhorst

Das Neujahrsfest, das in diesem Jahr im Tierkreiszeichen des Hahns steht, gilt als der bei den chinesischen Volksmassen beliebteste chinesischen Feiertag und wird weltweit im großen Stil gefeiert. Daran schließt sich eine 14-tägige Ferienzeit an, die vor allem durch eine unglaublich intensive Reisetätigkeit in dem riesigen Staatsgebiet auszeichnet.

So gesehen waren die Darbietungen der Künstler des Yinchuan Arts Theatre aus deren Heimatprovinz Ningxia, einer autonomen Provinz im zentralen Norden des „Reichs der Mitte“, im Erlanger Redoutensaal vergleichsweise leicht zu erreichen.

Die Show selbst – eine Mischung aus Tanz, Akrobatik, Schattenspieltheater und Musik auf der Basis traditioneller Neujahrsbräuche und modernen Elementen – wurde mit großem Enthusiasmus aufgenommen, auch wenn einem Großteil des Publikums die Feinheiten chinesischer Provinzdialekte entgangen sein mögen.

Dass die vielen chinesischen Völker über eine Unzahl von Künstlern verfügen ist spätestens seit den Auftritten diverser chinesischer Staats-Zirkusse bekannt. Dass China auch eine Helene Fischer hat, die das Publikum zum Mitklatschen animieren kann, war bisher weniger bekannt. Nun ist klar, dass die modernisierte Tradition nicht unbedingt Kitsch-resistent ist.

Auch der Auftritt eines Suona-Bläsers – diese „Tröte“ klingt der Oboe oder der Klarinette am ähnlichsten – ist ausgesprochen klangintensiv und für westliche Ohren etwas gewöhnungsbedürftig. Dass der Interpret eine atemberaubende Blastechnik hat, soll nicht verschwiegen werden.

Den meisten Beifall bekamen die Gruppen-Darbietungen, die teils romantisch verklärte Geschichten erzählen, teils höchst akrobatische Leistungen (von Kindern) zeigten. Ein Abend, der die neue, alte Philosophie in China feierte – den Konfuzianismus. Der verlangt vor allem eines: Harmonie.

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