Heroldsberg leitet seine Abwässer bald in die Noris

11.12.2016, 15:00 Uhr
Heroldsbergs Bürgermeister Johannes Schalwig und Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke setzten ihre Unterschrift unter die Vereinbarung der beiden Kommunen.

© Tilmann Ochner Heroldsbergs Bürgermeister Johannes Schalwig und Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke setzten ihre Unterschrift unter die Vereinbarung der beiden Kommunen.

Diese alte gemeindliche Kläranlage muss nun nicht mehr aufwendig und teuer saniert werden; das Abwasser aus dem Heroldsberger Gemeindegebiet soll bald nach Nürnberg übergeleitet und in der städtischen Großanlage gereinigt werden.

„Es war ein jahrelanger und zäher Kampf, der um unsere gemeindliche Kläranlage geführt wurde. Ich halte den Anschluss ans Nürnberger Kanalnetz für eine kluge und weise Entscheidung. Neue gesetzliche Auflagen zur Abwasserbeseitigung hätten uns nicht abschätzbare Kosten ins Haus gebracht“, erklärte Bürgermeister Johannes Schalwig im Heroldsberger Sitzungssaal bei der Vertragsunterzeichnung, zu der Peter Pluschke, der Umweltreferent der Stadt Nürnberg, sowie der Technische Werksleiter Burghard Hackspiel und seine kaufmännische Leiterin Sabine Wörndle gekommen waren.

Zum Anschluss ans Nürnberger Kanalnetz hat sich die Vier-Schlösser-Gemeinde mit einem Mehrheitsbeschluss (13 gegen 8 Stimmen) nach mehreren Sitzungen im Gemeinderat und mit den Untersuchungen des beauftragten Ingenieurbüros im vergangenen Juni durchgerungen (die EN berichteten).

Um das Abwasser auch in Zukunft gemäß den wasserrechtlichen Anforderungen reinigen zu können, wären in der Kläranlage Heroldsberg umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen erforderlich. Bei einer Anlage für strengere Grenzwerte und zukünftige 12 000 Einwohner im Einzugsbereich wären Umbaukosten von rund 2,6 Millionen Euro zu erwarten gewesen sowie jährliche Betriebskosten von etwa 335 000 Euro. Durch den Bau einer Druckleitung nach Nürnberg, die der Bayerische Staat bezahlt, lassen sich die Sanierungskosten einsparen. Zudem kann durch den Wegfall der Abwassereinleitung aus der Heroldsberger Kläranlage in die Gründlach der Gewässerschutz deutlich verbessert werden.

Somit wird das Abwasser aus Heroldsberg mit einem Pumpwerk, das sich auf dem Gelände der bisherigen Kläranlage befinden wird, über eine rund sechs Kilometer lange Druckleitung bis zum Nürnberger Kanalnetz im Süden von Buchenbühl geleitet werden. Im Anschluss an die Inbetriebnahme der Abwasserleitung werden die Teile der Kläranlage, die nicht mehr benötigt werden, durch die Gemeinde Heroldsberg zurückgebaut. Eine Verwendung der dann freiwerdenden Flächen für den gemeindlichen Bauhof ist angedacht.

Der Baubeginn der Druckleitung ist für 2019 geplant, die gesamte Baumaßnahme wird voraussichtlich zwei Jahre dauern.

Dass sich das Partnerschaftsmodell bestens bewähren kann, haben die Gemeinden Oberasbach und Kalchreuth vorgemacht, die mit ihrem Kanal bereits an Nürnberg angeschlossen sind.

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