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Ideen schaffen Kunst

„Ich kann“: Ein Selbstversuch im „Kreativmuseum“ - 06.04.2011

Blick in das „Temporäre Museum für Kreativität“ in der Altstadtmarkt-Passage. © Bernd Böhner


Ein Blick durch die großen Fenster des vor einer Woche noch leer stehenden Ladens gibt dem Ottonormalpassanten wohl einige Rätsel auf: Ein langer Bartisch mit vielen Laptops befindet sich in der Mitte des großen Raums. Maschinen, die aussehen als gehören sie in die Werkshalle irgendeiner Fabrik, stehen überall herum. Beim Betreten des Ladens ragt vor dem Besucher eine raumhohe Plexiglasröhre in die Höhe, durch die Luft nach oben strömt.

Michael Niqué vom Museums-Team erklärt EN-Mitarbeiterin Katharina Spirkl die „FabLab“-Welt.


Dass wir uns hier in einem Museum befinden sollen, ist nur schwer zu glauben. An ein etwas merkwürdiges und noch unfertiges Technikmuseum könnte man vielleicht denken, wenn man sich zwischen all den Hightech-Maschinen umblickt. Aber nein, wir stehen mitten im „Temporären Museum der Kreativität“. Eigentlich ist es auch eher eine Werkstatt, die dem, der sich kreativ austoben will, Know-how, Geräte und Materialien zur Verfügung stellt.

Nach einer kurzen Orientierungsphase zwischen 3D-Plotter, Bauklötzen und Windkanalröhre suchen wir uns erst einmal einen netten Menschen mit „Ich-Kann“-Namensschild, der den Weg durch das Kreativitätslabyrinth kennt. „Was kann man denn überhaupt alles machen“, ist sicherlich eine der dümmsten Fragen, die man den hilfsbereiten Menschen dort stellen kann. Die Antwort darauf wird sein: „Sag du mir, was du machen willst und ich helfe dir dann bei der Umsetzung.“ Denn es geht darum, seine eigenen Ideen zu entwickeln, zu experimentieren und so den gesamten Entwicklungsprozess seines eigenen Projekts zu bestimmen.

Da steht man neben dem freundlichen Mann, der einem die „FabLab“- Welt erklärt, und den Maschinen, aber ohne Idee. Denn selbst in einem Museum der Kreativität sprudeln diese nicht auf Knopfdruck aus dem Kopf. Viel einfacher ist es, sich erstmal für die Technik zu entscheiden. Etwas zu „lasern“ ist für Anfänger geeignet

Der Kreativling setzt sich dafür vor einen der Laptops, entwirft in einem Freewaregrafikprogramm eine Form, eine Figur oder was eben gerade in den Sinn kommt. Das Programm ist relativ simpel und nach einigem Ausprobieren schafft man es schon, etwas auf dem digitalen Reißbrett zu Stande zu bekommen. Im Erstversuch entsteht binnen kurzer Zeit ein kleines Monster, das wir dann mittels USB-Stick zur Laserstation bringen. Dort fällt dann noch die Entscheidung, dass „Monsta“ nicht aus Papier, sondern aus einer knallorangenen Plexiglasplatte herausgeschnitten wird.

Unter den Augen einiger neugieriger Besucher fräst der Lasercutter die Umrisse des kleinen Ungeheuers ganz von selbst aus der Platte heraus. Dann müssen nur noch die ausgeschnittenen Teile herausgedrückt werden und das kleine Monster ist geboren. Das eigene „Werk“ in den Händen, wird man schnell vom Schöpfergeist gepackt und es entsteht gleich die Idee für ein weiteres Monster, das ein T-Shirt zieren soll. Es geht also wieder an das digitale Reißbrett und das zweite Motiv wird entworfen. Dieses wandert zur nächsten Station, wo wir „Monsti“ dann als Bügelbild ausdrucken. Dann kommt doch die gute alte Handarbeit noch zum Einsatz: Mit einem Cutter-Messer muss die überschüssige Folie vom Motiv „gepfriemelt“ werden. Doch das Aufbügeln übernimmt dann wieder eine Maschine, die Monster und T-Shirt mittels einer heißen Platte miteinander vereint. Dann ist es auch schon fertig, das erste selbstdesignte Shirt.

Hinterher kann man dann das Gefühl genießen, selbst etwas geschaffen zu haben. Ganz einfach ist es nicht, und alles, was man im Kopf hat, lässt sich auch nicht verwirklichen. Aber mit ordentlich Experimentierfreude, einer Portion Spieltrieb und ein klein wenig Durchhaltevermögen lassen sich im „FabLab“ tolle Projekte realisieren. In den offenen Labs kann man jeweils von 15 bis 20 Uhr der Kreativität freien Lauf lassen.

www.made-in-2011.de

  

rkl

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