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Igelsdorf besinnt sich auf seine Geschichte

Chronikvortrag zur 666-Jahr-Feier in Igelsdorf — Jubiläum soll Gemeinschaft stärken - 13.06.2014 12:54 Uhr

Rund um den Dorfbrunnen, den es heute nicht mehr gibt, wurde Kirchweih gefeiert, wie hier 1947. Damals hatten die Igelsdorfer noch drei Gasth�user.Foto: privat

12.06.2014 © NN


Zugegeben, 666-Jahr-Feier, das klingt nach einer Schnapsidee. Doch gibt es Gründe dafür. Zum einen hat es der Stadtteil vor 16 Jahren versäumt, sich an seine urkundliche Ersterwähnung zu erinnern. Zum andern wollten die Aktiven in Igelsdorf das Jubiläum nicht einfach so vorbeiziehen lassen.

Zusammen mit der Stadt haben die Igelsdorfer Vereine die Idee geboren, eine 666-Jahr-Feier auszurichten, erzählt Franz Kraus, Vorstand in der Soldatenkameradschaft Igelsdorf. Neben Kraus arbeiten Georg Kupfer, Roland Blüthner, Dietrich Mautz und viele weitere Helfer seit letztem Jahr daran, eine Chronik des Dorfes zusammenzutragen.

Blick aufs Dorfleben

Die Früchte dieser Arbeit können die Bürger am Samstag, 14. Juni, ab 14 Uhr beim Festtag mit Chronikvortrag und Bilderausstellung im und rund ums Schützenhaus Igelsdorf erleben. In einem gut halbstündigen Vortrag wird die Geschichte des Ortes beleuchtet. Das Dorf- und Vereinsleben in der Vergangenheit und Gegenwart wird auf zahlreichen Bildern dokumentiert. Zunächst gibt es aber ab 14.30 Uhr Kaffee und Kuchen, um 16 Uhr folgt der erste Chronikvortrag, ab 17 Uhr können sich die Besucher bei fränkischer Brotzeit und Bratwürsten stärken. Um 18.30 Uhr wird der Chronikvortrag wiederholt.

Lohnt es sich eigentlich, sich mit der Geschichte eines Dorfes zu befassen, in dem unmittelbar nie Großes passiert ist, sieht man von wiederkehrenden Überschwemmungen durch den Schlangenbach ab? „Das ist unsere Sintflut“, erklärt Kraus.

Lohnenswert ist es für ihn allemal, sich mit der Historie des Ortes zu befassen. Denn Igelsdorf hat natürlich alle Entwicklungen der Geschichte miterlebt, wenn auch vielfach nur als Spielball derselben. „Wohl auch, weil wir immer Grenzort waren“, vermutet Kraus. Zwar hat Igelsdorf überwiegend dem Hochstift Bamberg zugehört, es stand teilweise jedoch auch unter dem Einfluss der Ansbacher Markgrafen. Und das Dorf war immer wieder „Gegenstand von Geschachere“, weiß der Hobby-Forscher, wie die gesamte Hofmark Neunkirchen, der der Ort zugeschlagen war.

1802/1803 wurde die Hofmark aufgelöst. Das Hochstift Bamberg und damit auch Igelsdorf fiel dem Königreich Bayern zu — und Igelsdorf wird nach Langensendelbach eingemeindet. Trotz der bäuerlichen Struktur entwicklet sich Igelsdorf im 19. Jahrhundert von 140 (1827) bis auf 260 Einwohner (1888).

Im 20. Jahrhundert erlebt das Dorf eine Blüte mit drei Gastwirtschaften (teils mit Metzgerei), einem Bäcker samt Sparmarkt, einem Wagner, einem Fuhrunternehmen und schließlich einer Sparkassenfiliale. Heute gibt es von alledem nichts mehr, bedauert Franz Kraus. Gäbe es nicht das Schützenhaus, das die Igelsdorfer selbst errichtet haben, der Baiersdorfer Stadtteil (seit 1978) hätte trotz fast 900 Einwohnern keinen Platz für die Vereine.

Kraus und seinen Mitstreitern ist das Jubiläum auch wichtig, weil es die Chance zur Gemeinschaft birgt, bei der Neujahrsfeier 2013/2014, beim Kesselfleischessen im Fasching, beim Festtag am Samstag — und beim großen Festwochenende vom 18.bis 20. Juli.

DIETER KÖCHEL

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