Kooperation mit dem Berufsschulzentrum

In Höchstadt können bald mehr Erzieherinnen studieren

Scott Johnston
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6.5.2022, 13:32 Uhr
Mehr Ausbildungsplätze für Erzieherinnen können durch die Kooperation mit dem Berufsschulzentrum an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Höchstadt geschaffen werden.

© Marion Petsch/Fachakademie Mehr Ausbildungsplätze für Erzieherinnen können durch die Kooperation mit dem Berufsschulzentrum an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Höchstadt geschaffen werden.

Bereits im Herbst hatten die zwei Schulleitungen um Alexandra Mischner von der Fachakademie und Oberstudiendirektor Martin Wirsching vom Berufsschulzentrum erste Gespräche geführt, bevor sie im Februar dann auf den Landkreis zugingen, der bei beiden Einrichtungen für den Sachaufwand zuständig sowie bei der Fachakademie auch der Träger ist. Für den Einstieg in das erste Studienjahr an der Akademie ist entweder der Abschluss einer zweijährigen Ausbildung zum Beispiel als staatlich geprüfter Kinderpfleger oder eines einjährigen Sozialpädagogischen Einführungsjahrs (SEJ) bzw. unter Umständen die Fachhochschulreife erforderlich.

Brechen Schüler das SEJ ab, könnten sie direkt in eine Klasse der Berufsfachschule für Kinderpflege wechseln, was den Vorteil hätte, dass sie das schulische Umfeld bereits kennen. Durch die Kooperation wäre es zudem möglich, noch besser vor Ort zu beraten und bei der schwierigen Entscheidung zur Seite zu stehen.

Da die Zahl der Bewerber an der Fachakademie gestiegen ist, könnte dort von einem zwei- auf einen dreizügigen Betrieb aufgestockt werden. Durch die engere Verzahnung der beiden Schularten ließe sich der theoretische Teil des SEJ im Umfang von zirka 14 Wochenstunden durch staatliche Lehrkräfte des Berufsschulzentrums übernehmen, das hierfür auch die Räume stellen würde. Da das Berufsschulzentrum dem Freistaat untersteht, wären die Personalkosten entsprechend zu erstatten.

Das Bayerische Ministerium für Unterricht und Kultus steht dieser Regelung offen gegenüber. Der Landkreis müsste pro Jahr 100 000 Euro mehr an Personalkosten bereitstellen, ohne dass dies auf Gastschulbeiträge anderer Landkreise und kreisfreier Städte umgelegt werden könnte. Zusätzliche Ausgaben für den Sachaufwand kämen hinzu.

Wie Landrat Alexander Tritthart in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses hervorhob, leiste der Kreis einen weit überdurchschnittlichen Beitrag, um dem Mangel an Erzieherinnen entgegenzusteuern. So werde die Fachakademie als rein freiwillige Maßnahme finanziert, während benachbarte Gebietskörperschaften darauf verzichteten, aber von den Absolventinnen profitierten.

Kommt Konkurrenzkampf?

Erstaunlich lange diskutierte der Ausschuss über einen Punkt, auf den der Landkreis keinerlei Einfluss hat: Die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen, was eine Angelegenheit der Tarifparteien beziehungsweise der Träger der Einrichtungen und der Mitarbeiter ist. Für Aufregung sorgte Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD), der informierte, dass die Stadt überlege, von sich aus mehr zu bezahlen.

Sein Höchstadter Kollege Gerald Brehm (FW) hielt dies für den völlig falschen Weg: "Wir dürfen jetzt nicht einen Konkurrenzkampf entfachen, bei dem die finanzschwachen Gemeinden das Nachsehen hätten." Hacker konterte, dass es schon einen Konkurrenzkampf mit privaten Anbietern gebe.

"Diskriminierung" moniert

Sehr verwundert zeigten sich die Mitglieder des Schulausschusses über die Architektenkammer. Diese hatte beim Auslobungstext für den Planungs- und Realisierungswettbewerb zum Neubau des Gymnasiums in Spardorf moniert, dass ein zweiter Lostopf für junge Architekturbüros gebildet werden sollte, da dies ältere Büros diskriminiert hätte. "Bei zwei Lostöpfen wären lediglich mehr junge Architekten in die Endauswahl unter 28 Bewerbern gelangt. Die endgültige Wahl der Preisträger durch die Jury erfolgt jedoch völlig anonym und bezieht sich allein auf die Qualität der Entwürfe", erläuterte Kreisbaumeister Thomas Lux.

Als er bei der Architektenkammer nachfragte, war die Antwort freilich unmissverständlich: "Das ist nicht verhandelbar, da zwei Lostöpfe gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen würden." Um späteren Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen, die den Bau nur verzögern würden, wird der Auslobungstext entsprechend geändert.

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