Europäischer Protesttag

Inklusion in allen Bereichen: Menschen mit Behinderung fordern Teilhabe

Nina Eichenmüller arbeitet als Volontärin im Verlag Nürnberger Presse.
Nina Eichenmüller

E-Mail zur Autorenseite

5.5.2022, 06:00 Uhr
Am 5. Mai gehen bundesweit Menschen auf die Straße, um für mehr Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung zu demonstrieren.

© Rolf Zoellner, via www.imago-images.de, imago images/epd Am 5. Mai gehen bundesweit Menschen auf die Straße, um für mehr Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung zu demonstrieren.

Am 5. Mai findet der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. In vielen Bereichen gelinge mittlerweile ein inklusives Miteinander, sagt Andy Bernard, Bereichsleitung für ambulante und teilstationäre Angebote in der Lebenshilfe Erlangen. So gebe es beispielsweise schon lange Betriebe, die Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigen. Zur weiteren Stärkung des inklusiven Gedankens benötigt es aber, laut Bernard, starke Partner, die sich für ein Miteinander einsetzen. Deswegen finden am diesjährigen Protesttag bundesweit Aktionen unter dem Motto "Tempo machen für Inklusion - barrierefrei zum Ziel" statt. Andy Bernard erklärt im Interview, was es für ein inklusives Miteinander braucht.

Andy Bernard ist Bereichsleitung für ambulante und teilstationäre Angebote in der Lebenshilfe Erlangen.

Andy Bernard ist Bereichsleitung für ambulante und teilstationäre Angebote in der Lebenshilfe Erlangen. © privat, NN

Herr Bernard, in welchen Bereichen gibt es dringend Handlungsbedarf für ein inklusiveres Miteinander?

Zur Stärkung der Offenheit in unserer diversen Gesellschaft sehe ich zwei entscheidende Aspekte, die jeder von uns unterstützen kann: Wir alle benötigen Räume der Begegnung, in denen sich Menschen mit mehr oder weniger Unterstützungsbedarf treffen und kennen lernen. Damit werden Unsicherheiten abgebaut und Normalität kann entstehen. Ein tolles Beispiel hierfür sind Schulklassen, die gemeinsam von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Beeinträchtigung besucht werden. Der zweite Aspekt betrifft individuelle Wünsche und Ziele. Inklusion entsteht an der Stelle, an der eine Person mit Beeinträchtigung erfolgreich und mit möglichst wenig Barrieren selbstbestimmt an einem Angebot teilnehmen kann. Dazu gehört die Bereitschaft von beiden Seiten einen Weg zu finden, der für alle positive Wirkung entfaltet. Dies geschieht beispielsweise in Kursen der VHS, in denen zunehmend mehr Menschen mit Beeinträchtigung teilnehmen.

Wie soll der Protesttag dabei helfen?

Am europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung finden bundesweit Aktionen statt, die auf Erfolge und auch bestehende Notwendigkeiten hinweisen, die das Ziel einer inklusiveren Gesellschaft unterstützen. Aktuell halte ich es für besonders notwendig, dass wir uns für die offenen und freien Werte einsetzen, die unser buntes und diverses Leben in Erlangen überhaupt erst ermöglicht haben.

Welche Aktion hat die Lebenshilfe Erlangen für diesen Tag geplant?

Dieses Jahr steht das Motto der Lebenshilfe Erlangen unter dem Motto „Ihr Beitrag ist wertvoll“. Am 5. Mai präsentieren sich eine Vielzahl unserer Partner in der Print-Ausgabe der Erlanger Nachrichten. Die Grafik zeigt, dass schon viele Firmen und Einrichtungen auf Teilhabe Wert legen und ein inklusives Miteinander möglich ist. Gleichzeitig freuen wir uns über jeden neuen Partner aus Wirtschaft, Bildung, Kultur, Freizeit und Sport, der sich mit uns auf den Weg macht, um inklusive Räume zu erweitern.

Keine Kommentare