Kaffeemann Amir aus Erlangen droht das Aus

14.2.2018, 06:00 Uhr
Beliebter Platz in der Sonne: Vor der Rösterei von Amir Mohammadi sitzen im Sommer Gäste und trinken ihren Kaffee. Sollte das Café direkt gegenüber schließen müssen, würden diese Bilder der Vergangenheit angehören.

Beliebter Platz in der Sonne: Vor der Rösterei von Amir Mohammadi sitzen im Sommer Gäste und trinken ihren Kaffee. Sollte das Café direkt gegenüber schließen müssen, würden diese Bilder der Vergangenheit angehören. © Harald Sippel

Amir Mohammadi hat Sorgen, denn sein Café, sein "Baby", wie er es nennt, könnte es vielleicht bald nicht mehr geben. Noch steht er in Verhandlungen mit dem Eigentümer des Hauses in der Fahrstraße. Im Oktober lag die Kündigung des Mietvertrags im Briefkasten. Nun wird über einen neuen Mietvertrag diskutiert, eine Mieterhöhung droht, vielleicht ein neuer Eigentümer. Was aus seinem Café wird? "Ich weiß es nicht", sagt Amir Mohammadi.

Bei der Arbeit: Amir Mohammadi. Foto: Horst Linke

Bei der Arbeit: Amir Mohammadi. Foto: Horst Linke

Das Café hat er selbst aufgebaut, renoviert, gestaltet und weiterentwickelt. Nun sollte der nächste Schritt folgen, zusätzlich zu Café und Rösterei ein kleiner Imbiss. Was den Kaffeemann zuletzt jedoch immer wieder aufhielt, waren extreme Personalprobleme. Es war schwierig, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Seit Amir Mohammadis Bruder zurück in der Heimat ist, sind die Probleme größer geworden. Der Kaffeemann war quasi rund um die Uhr in seinem Café gefordert. Zeit für seine Projekte hatte er nicht mehr. Und Zeit für sich selbst auch nicht. "Es ist auch meine Schuld. Ich habe immer angebaut, erweitert. Dadurch bin ich müde geworden. Die Kündigung war der K.o.-Schlag."

Stand jetzt muss das Café Ende April schließen. "Das ist mein Baby, ich habe es aufgebaut." Nie hat der Kaffeemann daran gedacht, seinen Laden aufzugeben. "Ich möchte, dass es weiterhin besteht. Doch auch bei einem Kind muss man langsam loslassen und nicht jede Sekunde dabei sein."

Amir Mohammadi wünscht sich eine Auszeit, aber kein Aus für immer. Müsste das Café komplett schließen, "würde mir das sehr weh tun". Vielen Stammgästen dürfte es ähnlich gehen.

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