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Mittwoch, 21.04.2021

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Kitas in ERH: Notbetreuung, aber volle Besetzung

Keine Chance zum Luftholen für das Personal der Kindertagesstätten - 30.01.2021 11:57 Uhr

Von "geschlossen" kann bei den Kindertagesstätten im Landkreis Erlangen-Höchstadt keine Rede sein, die Notbetreuung fordert vollen Personaleinsatz.

29.01.2021 © Daniel Naupold/dpa


In Herzogenaurach sind die Kindertagesstätten in der Trägerschaft der beiden Kirchen. Wenn die evangelische Pfarrerin Nina-Dorothee Mützlitz Einblick in die Zahlen der Notbetreuung gibt, dann wirkt die Statistik auf den ersten Blick nicht sonderlich alarmierend. So sind etwa in der Kindertagesstätte Katharina von Bora am Olympiaring von 120 regulären Betreuungsplätzen zwischen 63 und 69 pro Tag im Rahmen der Notbetreuung belegt. "Weil wir die Gruppen trennen müssen, brauchen wir aber den gleichen Personalstand wie zu normalen Zeiten", erklärt Mützlitz.

Weniger klare Vorgaben

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Und weil es im Gegensatz zum ersten Lockdown im März und April 2020 dieses Mal weniger klare Vorgaben gibt, wer die Notbetreuung eigentlich nutzen darf, bleibt die Zahl der Kinder, um die sich gekümmert werden muss, hoch. Ebenso wie der Stress für die Mitarbeitenden, die "tagtäglich der Corona-Situation ausgesetzt sind", wie es Mützlitz formuliert. Für die katholische Kirche koordiniert Gaby Klaus deren Kindertagesstätten in Herzogenaurach. Für das Kita-Personal gelte die Dienstpflicht. Beschäftigte, die selbst Mütter sind, würden die neue Zehntagesregelung (Kinderkrankengeld) in Anspruch nehmen, um Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen.

Anspannung bleibt

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Der evangelische Pfarrer Hans-Friedrich Schäfer in Höchstadt hatte in seinem Team bereits Corona-Fälle, die sich wohl durch den Kontakt mit den Kindern angesteckt hatten. Dies ist überstanden, doch die Anspannung bleibt, selbst wenn die evangelisch geführten Kindertagesstätten in Höchstadt im Notbetrieb nur zwischen 30 und 50 Prozent Auslastung haben.

40 Prozent Auslastung

Im katholischen Kindergarten Sankt Hedwig konstatiert die stellvertretende Leiterin Verena Hoppe zurzeit rund 40 Prozent Auslastung. Auch hier sind die Mitarbeitenden so gut wie vollzählig anwesend, weil man die Gruppen nicht vermischen dürfe. Homeoffice ist dennoch möglich: "Konzeptionsarbeit geht auch von daheim", weiß Verena Hoppe.

Die Weißenoher Pfarrsekretärin Claudia Polster konferiert gerade mit dem für die katholische Pfarrei Stöckach-Forth zuständigen Pfarrer Andreas Hornung, als nordbayern.de ihn nach der Situation im östlichen Landkreis ERH befragt. Polster hat als Kindergartenbeauftragte den Überblick. Und weiß, dass die Auslastung in den Eckentaler Kitas in der Phase der Notbetreuung etwas höher als in Weißenohe liegt, wo ungefähr 20 von 65 Kindern betreut werden müssen. Die Eltern würden sich wirklich nur an die Kindertagesstätten wenden, wenn es keine anderen Lösungen zur Betreuung ihrer Kinder gäbe. Dennoch sei die Corona-Situation für alle Beteiligten "eine Herausforderung".

Die Sorge wächst

Magdalini Schmauder, Kita-Geschäftsführerin der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Eckenhaid, Forth, Eschenau und Kalchreuth, ist für sieben Kitas zuständig. Sie beobachtet, dass das Virus näher kommt: "Immer mehr Familien melden sich, weil bei ihnen jemand positiv getestet ist." Das Kita-Personal stecke sich am häufigsten durch den engen Kontakt mit den Kindern an. Die Sorge wächst. Dazu kommt die Unsicherheit, nicht zu wissen, wie es nach dem 14. Februar weiter geht.

HANS VON DRAMINSKI

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