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Neue Offenheit für die Landesgartenschau in Erlangen

Einstimmig: Ortsgruppe der Naturfreunde vermietet Übernachtungshaus - 28.05.2016 18:00 Uhr

Hier auf der freien Fläche vor dem Naturfreundehaus will die Stadt ein Sanitärgebäude für die Landesgartenschau bauen. Das bestehende Haus will sie auch nutzen. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Nach anfänglich großer Skepsis habe man sich nun mit der Idee angefreundet, auch die Wöhrmühlinsel zur Landesgartenschau zu nutzen, sagt die Vorsitzende der Naturfreunde, Gisela Niclas. Das sei nicht zuletzt durch den intensiven Dialog mit dem Oberbürgermeister entstanden, der versichert habe, dass der Zugang zum Vereinsgelände uneingeschränkt möglich sein werde. Die Weichen aber hatte der Verein bereits vor zwei Jahren gestellt, als der ehemalige Campingplatz an die Stadt verkauft wurde. Das Sanitärgebäude ist bekanntlich bereits im Jahre 2010 abgerissen worden, und die Gaststätte wurde auch aufgegeben, weil sie sich nicht mehr gelohnt hatte.

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„Wir wollten nicht mehr für 20 000 Quadratmeter verantwortlich sein“, sagt die Vorsitzende. Mit den verbleibenden rund 8500 Quadratmetern könne man auch gut leben. Die sind auf Erbpacht von der Stadt gepachtet, der Vertrag läuft bis 2061. Während der Jahreshauptversammlung sind wichtige Weichen gestellt worden. So wurde einstimmig beschlossen, alle drei Geschosse des Übernachtungshauses und auch die Fläche, auf der einst das Sanitärgebäude stand, an die Stadt zu vermieten oder zu verpachten. Auf der soll das Sanitärgebäude für die Landesgartenschau entstehen. Die Konzeptskizze zeigt auch die Nutzung des jetzigen Übernachtungshauses, in dem dann Küche, Verkauf und die Haustechnik untergebracht werden sollen. Eine Terrasse an der Südwestseite ist auch vorgesehen.

Ohne die Unterstützung der Naturfreunde wäre das nicht möglich gewesen, denn auf den anderen Flächen des Geländes besteht kein Baurecht und ist aus naturschutzrechtlichen Gründen wohl auch nur schwer zu erlangen. Die Stadt muss den Gastronomie- und Kulturbetieb – auf dem ehemaligen Campingplatz ist eine Kulturbühne geplant — ausschreiben, die Naturfreunde wollen sich laut Niclas aber nicht bewerben. Sie wollen jedoch als Vermieter und Nachbar an der Durchführung des Ausschreibungsverfahrens „qualifiziert beteiligt“ werden. Der Vorstand wurde von den Mitgliedern ermächtigt, mit der Stadt entsprechende Verträge abzuschließen.

Die Naturfreunde entlasten sich damit von den erheblichen Kosten für Geländepflege und Verkehrssicherung. Sie wollen sich nun Schwerpunkte setzen wie die Vernetzung mit den Ortsgruppen in Bezirk, Land und Bund und dabei auf Kanuwandern, Wildwassercamps, Technikausbildung ein umfangreiches Wanderprogramm setzen. Ein ganz besonderes Projekt haben sie sich auch vorgenommen. Das ist der „Naturfreunde-Lehrpfad Lebensraum Fluss“ auf der Wöhrmühlinsel. Der passt prima in das Konzept der Landesgartenschau, die Idee dazu ist aber unabhängig davon entstanden.

Gisela Niclas steht all dem auch deshalb positiv gegenüber, weil der Vorstand durch die Neuwahlen erheblich verjüngt wurde. Zweiter Vorsitzender wurde Frank Müller, Schriftführer Roland Barthel. Beide sind Anfang 40. Im Amt bestätigt wurden die Kassiere Harry Sperschneider und Peter Zippel. Die neue „Verwaltung“ besteht aus 19 Mitgliedern, zehn davon wurden neu gewählt, das Durchschnittsalter liegt unter 40 Jahren. Auch die Kanuabteilung hat mit Matthias Völker einen neuen Vorsitzenden. Mit dem Ersparten und dem Erlös aus dem Verkauf des Campingplatzes wollen die Naturfreunde nun die Sanierung des Vereinsheims angehen. Sie hoffen, dass diese Maßnahmen auch zu einem Mitgliederzuwachs führen. 

kds

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