Stadtrat hat entschieden

Neues Fahrzeug für Feuerwehr Erlangen genehmigt

1.8.2021, 06:00 Uhr
Derzeit ist viel Handarbeit notwendig (wie hier in Frauenaurach), um eine Ölspur zu beseitigen. Wenn das neue Ölspurbeseitigungsfahrzeug eingesetzt werden kann, geht das viel einfacher.
Foto: Klaus-Dieter Schreiter

Derzeit ist viel Handarbeit notwendig (wie hier in Frauenaurach), um eine Ölspur zu beseitigen. Wenn das neue Ölspurbeseitigungsfahrzeug eingesetzt werden kann, geht das viel einfacher. Foto: Klaus-Dieter Schreiter © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Mit dem High-Tech-Fahrzeug soll das Beseitigen von Ölspuren zukünftig mit wesentlich weniger Personalaufwand und damit effektiver, normgerecht und vor allem umweltgerecht erfolgen. Mit einem „Müllfahrzeug“, wie es an anderer Stelle bereits bezeichnet wurde, habe das Ölspurbeseitigungsfahrzeug überhaupt nichts zu tun, machte Stadtbrandrat Friedhelm Weidinger in einem Gespräch mit den Erlanger Nachrichten deutlich. Vielmehr werde es benötigt, um Ölspuren effektiv und mit wenig Personaleinsatz zu beseitigen. Immerhin müsse die Feuerwehr im Zusammenhang mit kleinen Ölflecken, Ölaustritt nach Verkehrsunfällen und kilometerlangen Ölspuren bis zu 160 Mal im Jahr ausrücken.

Derzeit werde Ölbindemittel von Hand auf die verunreinigte Verkehrsfläche aufgetragen und anschließend wiederum in Handarbeit mechanisch in die Ölschicht eingearbeitet. Anschließend werde das kontaminierte Bindemittel von den Feuerwehrleuten zusammengekehrt. Bei längeren Ölspuren müsse man auch noch eine Kehrmaschine der Stadtreinigung hinzu holen. Das alles müsse unter Umständen sogar wiederholt werden, erläutert der Stadtbrandrat.

Bisher hoher Personal-Aufwand

Diese Arbeitsschritte erfordern vor allem bei einer längeren Ölspur einen hohen Personal- und Fahrzeugaufwand. Darum müssen neben dem Personal der Ständigen Wache oftmals auch noch die Freiwillige Feuerwehren alarmiert werden, die dann über mehrere Stunden beschäftigt sind. Erst vor einiger Zeit hatte eine zwei Kilometer lange Ölspur in Frauenaurach 20 Feuerwehrleute für mehrere Stunden in sengender Hitze gebunden. Dabei war sogar eine Frau mit ihrem PKW auf ein haltendes Einsatzfahrzeug aufgefahren was deutlich macht, dass solche Einsätze auf der Straße auch nicht ungefährlich sind. Das alles soll es nun durch eine schnelle und effektive Beseitigung einer Straßenverunreinigung mit dem gerade genehmigten Ölspurbeseitigungsfahrzeug nicht mehr geben.

Es ist geplant, das Fahrzeug in der Ständigen Wache an der Äußeren Brucker Straße zu stationieren, denn die Feuerwehr soll Ölspuren auch weiterhin im Auftrag des Tiefbauamtes beseitigen, weil sie eine kurze Ausrückzeit hat, und 356 Tage im Jahr rund um die Uhr zur verfügbar ist. Sollte die Ständige Wache bei einem Ölspuralarm durch einen anderen Einsatz gebunden sein, steht die Freiwillige Feuerwehr Erlangen Innenstadt bereit, um die kommunale Pflichtaufgabe zu erledigen. Das Acht-Tonnen- Fahrzeug hat einen Frischwassertank, der 2000 Liter fasst.

Extra Entsorgungsplatz

Der Abwassertank kann 2400 Liter aufnehmen. Es wird als Einsatzfahrzeug der Feuerwehr mit Digitalfunk sowie mit Blaulicht und Martinshorn ausgestattet, damit es im Bedarfsfall auch zur personellen Unterstützung bei einem Brandeinsatz fahren kann. Besetzt wird es im Normalfall durch zwei Mitarbeiter der Ständigen Wache. Die Kosten für dieses High-Tech-Fahrzeug betragen rund 420000 Euro. Zusätzlich muss ein Entsorgungsplatz für das von dem Gerät aufgenommene verschmutzte Reinigungsgemisch eingerichtet werden, der voraussichtlich 50000 Euro kostet.

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