Nach Aus von Sport Eisert

Neues Konzept, neue Branche: Dieser Laden ist neu in den Erlanger Arcaden

5.8.2021, 06:00 Uhr
Das Verkaufsteam mit Rüdiger Lorenz, Daniel Leisgang, Heimo Fischer und Volker Zingraf

Das Verkaufsteam mit Rüdiger Lorenz, Daniel Leisgang, Heimo Fischer und Volker Zingraf © privat, NN

33 Jahre lang bedeutete Arbeiten für Heimo Fischer vor allem Konstanz. Der 52-Jährige lernte bei Eisert, er arbeitete bei Eisert, ja, er atmete Eisert. Als Leiter des Einkaufs betreute er alle sechs Häuser des Sportfachgeschäfts: in Erlangen, die Außenstelle, das Puma-Outlet in Herzogenaurach, das Eisert betrieb, und die sechs Ladengeschäfte in der Slowakei, die das Erlanger Traditionsunternehmen 2004 eröffnete. Dann kam die Insolvenz - und der vierfache Familienvater stand völlig überraschend vor dem Nichts. "Das war ein Schock", sagt Heimo Fischer.

Anpacken statt Jammern

Anstatt lange zu Jammern versuchte er, wie immer schon, anzupacken: Gemeinsam mit Eisert-Geschäftsführer Christian Bier suchte er händeringend nach Investoren, "wir führten gute Gespräche", sagt Fischer - doch letztlich fand sich niemand, der das Fachgeschäft weiterführen wollte. Heimo Fischer musste sich umsehen. Über Kontakte landete er beim Unternehmen "Print & Pixel", das unter anderem für die Bundesligahandballer des HC Erlangen die Trikots beflockt. Heimo Fischer, langjähriger Fußballer auch beim Turnverein 1848, war fortan dafür zuständig, eine Teamsport-Abteilung im neuen Unternehmen aufzubauen. Doch so ganz ließ ihn die Sache nach 33 Jahren Eisert weiterhin nicht los. "Es war für mich ein Rätsel, weshalb niemand in die Lücke stoßen wollte, die Eisert in Erlangen hinterlässt."

"Es hat irgendwie Klick gemacht"

Als auch der letzte Investor anrief um abzusagen, "da hat es irgendwie Klick gemacht", sagt Fischer: "Mir wurde klar, ich muss das selber machen." Seinem neuen Chef Volker Zingraf, selbst ambitionierter Hobby- und Outdoorsportler, erzählte er von der Idee eines eigenen Sport-Fachgeschäfts in Erlangen. "Und ich war dumm genug, sofort ja zu sagen", sagt Zingraf und grinst.

Sofort begann Heimo Fischer die alten Kontakte zu den Sportartikel-Herstellern wieder aufzubauen: "Mir war klar: Wenn wir im Sommer einen Laden eröffnen wollen, müssen wir schleunigst die Ware bestellen." Corona hatte den Markt für Outdoor-Aktivitäten zusätzlich leergefegt. Und so trafen sich die Unternehmer mit den Premiummarken für Sport- und Wanderschuhe, für Ruck- und Schlafsäcke, für Laufanalysen, für Walking-Stöcke und Schwimmbrillen. Eine Verkaufsfläche indessen hatten sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. "Wir haben sozusagen das Pferd von hinten aufgezäumt", sagt Zingraf.

Erst die Ware, dann den Verkaufsraum

Als die Bestellungen größtenteils getan waren, begannen die beiden, Nachmittage durch Erlangen zu flanieren - auf der Suche nach Verkaufsflächen. "Uns war schnell klar: Entweder waren die zu klein oder schon anderweitig vergeben." Ein Anruf in den Arcaden brachte letztlich den Durchbruch, am Montag, 2. August, eröffnet im ersten Obergeschoss der Shopping-Mall nun das "Run and Hike", ein Sportfachgeschäft nach dem Verkaufskonzept des Eisert, wie Volker Zingraf erklärt: "Wo sonst findet man unter hochqualifizierter Beratung das optimale Lauf- und Wanderschuhwerk?" Das ist der Antrieb: Menschen der großen Erlanger Sportfamilie persönlich treffen, um ihnen individuell mit Hilfe der neuesten technischen Möglichkeiten die optimalen Sportgeräte mit auf die Laufstrecke oder den Wanderweg zu geben.

Zwei Experten aus dem alten Eisert

Damit das klappt, hat Heimo Fischer mit Rüdiger Lorenz und Daniel Leisgang zwei, wie er sagt, "absolute Laufexperten" mit großer Erfahrung mit ins Boot genommen - ebenfalls zwei ehemalige Angestellte des Sport Eisert. Leisgang verbrachte, wie der Geschäftsführer selbst, sein komplettes Arbeitsleben von der Ausbildung bis zur Insolvenz beim Erlanger Sportfachgeschäft, Lorenz war, bevor er vier Jahre in Erlangen tätig war, vor allem rund um die Rother Triathlonmesse ein gefragter Experte. "Um einen vergleichbaren Laden zu finden, musste man nach dem Eisert-Aus bislang bis nach Nürnberg fahren", sagt Lorenz. Das wollen die Erlanger nun ändern - im Herzen ihrer Stadt und mit ihrer Leidenschaft und Expertise für die Erlanger Sportfamilie.

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