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NN-Kunstpreisträger zeigt Holzskulpturen in Erlangen

Im Kunst-Haus Kammerer stellt Stefan Schindler aus, der den diesjährigen Hauptpreis gewann - 29.07.2020 10:43 Uhr

Ein Ausgezeichneter und seine Werke: Stefan Schindler inmitten seiner filigran gearbeiteten Eichenholz-Figuren.

28.07.2020 © Foto: Harald Hofmann


Mit einer Holz-Skulptur zum Gewinn: Die Begründung der NN-Kunstpreis-Jury darf hier getrost wiederholt werden: "Stefan Schindler schuf ein herausragendes Beispiel für Bildhauerei des 21. Jahrhunderts, die auf den Schultern der Alten Meister und ihrer sakralen Kunst steht. Sein ausgefeiltes Schnitzkönnen, das er sich in Oberammergau angeeignet hat, zeigt er an dieser Figur mit Bravour und beweist: Eichenholz kann sehr wohl wie hängendes Gefieder, schrundiges Leder oder auch fransiges Fell wirken. Mit groben Werkzeugen trotzt er dem Stamm eine verblüffend feine Anmutung voller Zartheit und fließender Leichtigkeit ab: Der Stoff, aus dem Bildhauer-Träume sind!"

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64 Arbeiten von 57 Künstlerinnen und Künstlern präsentiert die Ausstellung zum 28. Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten. Auch für diese hochkarätige Leistungsschau der mit der Region verbundenen Kunstschaffenden gelten in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie besondere Hygiene- und Abstandsauflagen.


Axt und Stechbeitel

Der gerade mal 40 Jahre alte Stefan Schindler zeigt im Kunst-Haus Kammerer an weit mehr Exponaten als in der Nürnberger Schau – dort ist er mit einer Figur namens "Prophet" vertreten – , dass er Axt und Stechbeitel bei aller notwendigen Grobheit dem Eichen- und Walnussholz gegenüber virtuos einzusetzen versteht, seine Figuren sind letztlich unglaublich filigran, die Gesichtszüge differenziert, die Gewänder scheinen zu rauschen und zu rascheln. Dass er sich Figuren der christlichen Ikonografie und der griechischen Mythologie aussucht, passt zu seiner fast zeitlosen Arbeitsweise: Ob Cherubin (als Wandfigur) oder Seelenbegleiter (mit zwei Schützlingen unter dem ausladenden Mantel) – stets rührt Schindler an zutiefst menschliche Empfindungen, denen er im Hartholz nachspürt.

Mobiliar weggeräumt

Gleich im Schaufenster der Heuwaagstraße 6 grüßen zwei große Formate: "Das erste Einhorn" und "Der Sandmann" weisen den Weg in eine erstaunliche Werkschau, für die Christina Kammerer sogar einen Teil ihres Mobiliars beiseite räumte. Die Mühen, davon kann man sich bis zum 29. August überzeugen, haben sich gelohnt, und "Laden-Hüter", so der Titel der Ausstellung, sind Schindlers Figuren nur mit Bindestrich!

Stefan Schindler: "Laden-Hüter". Arbeiten in Holz, Kunst-Haus Kammerer, Heuwaagstraße 6, bis 29. August, geöffnet Di. – Fr. 10 bis 18, Sa. 10 bis 14 Uhr.

Ausstellung zum NN-Kunstpreis im Kunsthaus im Künstlerhaus (Königstr. 93), Eintritt frei. Die Schau läuft bis 30. August (Di.–So. 10–18, Mi. bis 20 Uhr). Der Katalog kostet 15 Euro.

pm

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