Landkreis greift Großprojekt an

Noch bessere Verzahnung von Theorie und Praxis an der Herzogenauracher Berufsschule

Scott Johnston
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10.5.2022, 17:56 Uhr
Durch die Einrichtung Integrierter Fachunterrichtsräume sollen am Beruflichen Schulzentrum in Herzogenaurach Theorie und Praxis noch besser verzahnt werden.

© Scott Johnston Durch die Einrichtung Integrierter Fachunterrichtsräume sollen am Beruflichen Schulzentrum in Herzogenaurach Theorie und Praxis noch besser verzahnt werden.

Ziel der aufwendigen Umgestaltung ist die noch stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis, die an der Berufsschule zwar seit vielen Jahren deutlich stärker als bei anderen Schularten umgesetzt wird, aber eben in unterschiedlichen Räumen. Künftig lässt sich die Vermittlung des theoretischen Hintergrunds jedoch unmittelbar an gleicher Stelle beispielsweise mit Experimenten oder eigenen Konstruktionen vertiefen. Die gezielte Förderung von Kreativität und Teamarbeit sind ebenfalls ein Schwerpunkt bei der Konzeption. Dadurch könnten auch Berufe wie Industriemechaniker wieder für junge Menschen interessanter gemacht werden.

Geprüft wird außerdem, ob nach über 30 Jahren weitere Modernisierungen und Sanierungen an dem Gebäude, das am Friedrich-Weiler-Platz liegt, notwendig sind, was in dieses Projekt mit eingebunden werden könnte. Es gilt nun, geeignete Büros für die architektonische und die Fachplanung sowie die Projektsteuerung zu finden, entsprechendes Geld für das nächste und die folgenden Haushaltsjahre bereitzustellen und die schulaufsichtliche Genehmigung bei der Regierung von Mittelfranken einzuholen. Die Ausgaben abzuschätzen, ist derzeit schwer. Zum einen muss ein detaillierter Entwurf abgewartet werden, zum anderen ist der Bausektor aktuell von kräftigen Preissteigerungen betroffen.

Landrat Alexander Tritthart sah es freilich als wichtig an, zumindest mal über die Größenordnung zu informieren, gehe es doch um "einen Brocken, der alles andere als klein" sei, nämlich um grob 10 Millionen Euro. Kein Wunder, dass bei Hemhofens Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) denn auch bei einem Punkt die Alarmglocken schrillten: "Das Honorar für ein Projektsteuerungsbüro können wir uns sparen. Das bringt überhaupt nichts und ist bloß hinausgeschmissenes Geld!" Diese Erfahrung hätten neben Hemhofen auch Weisendorf und Heßdorf machen müssen.

Landrat Tritthart und Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker teilten diese Einschätzung nicht. Da auch von den übrigen Ausschussmitgliedern kein Widerspruch zu verzeichnen war, soll weiterhin ein Projeksteuerungsbüro hinzugezogen werden, um dadurch auch die Landkreisverwaltung zu entlasten, die schon durch andere Projekte wie nicht zuletzt dem Neubau des Gymnasiums in Spardorf beansprucht ist.

Mit einer Förderung von knapp 50 Prozent für die Errichtung der Integrierten Fachräume ist zu rechnen. Vorgesehen sind mehrere Bauabschnitte, damit der Unterricht nicht ausgelagert werden muss. Laut Kreiskämmerer Markus Vogel stehen zwei leerstehende Bauhallen zur Verfügung, in die während der Arbeiten ausgewichen werden kann.

Sportanlage wird erneuert

Um 108.000 Euro teurer als geplant kommt die Strukturverbesserung und hygienische Optimierung am Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt. So war die Wiederherstellung des Innenhofes umfangreicher als angenommen. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten fielen unter anderem zusätzliche Arbeiten beim Pflaster, dem Kellerausgang und der Entwässerung an.

Eine Generalinstandsetzung ist bei den Sportanlagen der Herzogenauracher Turnerschaft notwendig. Sie werden von der Realschule mit genutzt, für die der Landkreis den Sachaufwand begleicht.

Nach 25 Jahren sind vor allem die 400-Meter-Bahn inklusive Entwässerung, die Hoch- und Weitsprunganlage sowie der Allwetterplatz zu erneuern. Bei den Teilen der Sportanlage, für welche die Regierung von Mittelfranken keine schulaufsichtliche Genehmigung erteilt, ist die Turnerschaft bereits in Gesprächen mit der Stadt Herzogenaurach und dem Landessportverband wegen Zuschüssen zur Förderung des Breitensports.

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