Nummer Zwei hinter Steinbach: Hofbräu Oberle in Erlangen

13.3.2019, 06:00 Uhr
Christoph Oberle, OB Florian Janik, Peter Oberle und David Achatz (v.re.) in der renovierten und umgebauten Brau-Scheune.

Christoph Oberle, OB Florian Janik, Peter Oberle und David Achatz (v.re.) in der renovierten und umgebauten Brau-Scheune. © Foto: Udo B. Greiner

Sie produziert seit einem Jahr und hat mit einem Fastenbock-Anstich durch Oberbürgermeister Florian Janik die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Für Christoph Oberle ist die Brauerei ein weiteres Abenteuer in der 368 Jahre währenden Geschichte der Kosbacher Familie, die das Restaurant "Fischerei" und den Fischzuchtbetrieb betreibt.

Für den dritten Unternehmenszweig sorgte Sohn Peter, finanziell von seinen Eltern unterstützt: In einer 70 Quadratmeter großen ehemaligen Scheune finden sich die Brauerei-Utensilien. 23 Jahre ist Peter Oberle jung – und entwickelte aus einem anfänglichen Hobby das professionelle Gewerbe.


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Der gelernte Koch hat nach seinem 16. Geburtstag mit anfangs 25 Litern und einem Waschkessel experimentiert und sich nach und nach das notwendige Rüstzeug angeeignet. Der Träger des Staatspreises als einst bester Absolvent der Berufsschule Höchstadt organisierte bei einer Brauerei-Messe die neue Einrichtung einer verkaufswilligen chinesischen Firma – unter anderem einen Kochkessel sowie Maische- und Läuterbottich.

Mit Hilfe zweier Freunde, eines Landmaschinenmechanikers und eines Ingenieurs, baute er alles mit einem Siemens-Steuerungssystem in der Scheune fachgerecht zusammen.

Anfänglich wurden drei Sorten gebraut: ein Märzen, ein Sommerbier sowie ein dunkles und helles Landbier. Inzwischen wacht ein Profi über das Ganze: David Achatz (34), Bayreuther mit Ausbildung bei Steinbach. Ein Helles, ein Weißbier und ein bernsteinfarbiges Hofbier sind jetzt im Programm. Dazu kommt der saisonale Sommerspritzer, ein Einkorn- und ein Dinkelbier – sowie ein Bock. 300 Hektoliter sollen jährlich aus den Bottichen fließen.

Das Bier in der "Fischerei" wird auf eigene Bierdeckel gestellt – versehen mit einem Karpfenmotiv und einem Witz. Dass von Peter Oberle noch einiges an Innovationen zu erwarten ist, zeigt sein Studium zum Lebensmittelmanager im Bereich Fischzucht im Bildungszentrum Triesdorf. Danach soll er in der 13. Generation die Nachfolge in der 368 Jahre währenden Oberle-Dynastie übernehmen.

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