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NZ-Klinikcheck: Das schützt vor Druckgeschwüren

Gefährliches Wundliegen tritt oft bei älteren Menschen auf, aber auch jüngere sind gefährdet - 17.08.2019 06:00 Uhr

Langes Liegen erhöht die Gefahr, ein Druckgeschwür zu entwickeln. Deshalb sollte mehrmals täglich die Position gewechselt werden. © Angelika Warmuth/dpa


Gefährdet sind dabei nicht nur ältere Menschen, sondern zum Beispiel auch junge Frischoperierte oder Rollstuhlfahrer. Gesamtsieger unter 33 bewerteten Kliniken wurde das Universitätsklinikum Erlangen.

Auch für diesen medizinischen Fachbereich haben Gesundheitswissenschaftler der Uni Erlangen-Nürnberg das Ranking aus öffentlich zugänglichen Daten der Kliniken zur gesetzlichen Qualitätsmessung erstellt. 

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik. © FAU Erlangen-Nürnberg/NZ-Infografik


Ebenfalls mit Top-Werten folgen das Klinikum Neumarkt und das Waldkrankenhaus St. Marien (Erlangen) auf den Plätzen dahinter. In der Printausgabe der Nürnberger Zeitung erläutert Dekubitus-Spezialistin und Pflegewissenschaftlerin Prof. Christine Fiedler, worauf es bei der Dekubitus-Prophylaxe ankommt. Bei bettlägerigen Patienten sei das allerwichtigste, die Haut zu beobachten. Durch die Beobachtung wisse man sehr schnell und vor allem sehr früh, ob Veränderungen entstehen. Dann kann entsprechend zügig reagiert werden. Je nach Grad des Dekubitus könne man handeln. So helfen etwa spezielle Mobilisationstechniken, damit die Patienten so wenig wie möglich auf den betroffenen Stellen liegen oder sitzen. Besonders wichtig sind dabei entsprechende Schulungen des Pflegepersonals. 

Die in Bezug auf Dekubitus-Prophylaxe gerankten Kliniken sehen Sie hier auf der Karte

"Ziel unserer Projekts ist es, die Versorgungsqualität in der Region insgesamt anzuheben", erklärt PD Dr. Martin Emmert, der verantwortliche Wissenschaftler am Nürnberger Lehrstuhl für Versorgungsmanagement.

In den USA hätten ähnliche Ranglisten Kliniken zu Verbesserungen anregen können. Auch könnten niedergelassene Ärzte damit ihre Patienten gezielter beraten. Im NZ-Klinikcheck schneiden die Kandidaten bei den betrachteten Behandlungsarten ganz unterschiedlich ab. Große, kleine oder spezialisierte Häuser können im Wechsel punkten. Für Emmert ist das ein wichtiges Ergebnis: "Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass man sich nicht nur generell über ein Krankenhaus informieren sollte, sondern dass es deutliche Unterschiede je nach Fachgebiet geben kann."

Von Häusern in der Kategorie 2 ist keineswegs allgemein abzuraten. Für ihre etwas schlechteren Ergebnisse im regionalen Vergleich sind teilweise geringe Unterschiede ausschlaggebend. Obwohl das Ranking zur Krankenhauswahl beitragen könne, dürfe es nicht die einzige Informationsquelle sein, rät Martin Emmert. "Es ist natürlich weiterhin wichtig, dass Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen und gemeinsam entscheiden."


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Details, Tabellen und Hintergründe zum Forschungsprojekt Klinikcheck finden Sie hier.  

Stephanie Rupp/Johanna Köhler

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