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Patientin ist "überwältigt" von den Erlangern

Augsburger Lehrerin freut sich über Hilfsbereitschaft der Erlanger - 28.01.2021 06:00 Uhr

Kornelia L. ist überwältigt. Über 20 Nachrichten erhielt die junge Lehrerin aus Augsburg auf unsere Berichterstattung hin: Sie war auf der Suche nach einem zuverlässigen Internetanschluss samt Arbeitsplatz mit Dach über dem Kopf, um während eines Klinikaufenthalts in Erlangen mit ihren Grundschülern in Kontakt bleiben zu können.

Mit einer Kollegin hat sie mit Beginn des zweiten Lockdowns die Klassen in Klein- und Kleinstgruppen aufgeteilt, ein Teil der Schülerinnen und Schüler haben einen erhöhten Förderbedarf. Für sie, so die Lehrerin, sei es schwierig, wenn sich im Lernalltag etwas ändere – gerade wenn schon nur Distanzunterricht möglich ist.

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Sogar mit Übernachtung

"Jetzt bin ich von der Hilfsbereitschaft der Erlangerinnen und Erlanger richtig überwältigt", sagt die 35-Jährige. Unter den E-Mails, die sie erhielt, waren einige, die ihr Tipps gaben, aber kein konkretes Hilfsangebot unterbreiten konnten. "Ungefähr zehn direkte Angebote aber waren dabei", so Kornelia L., die über jede einzelne E-Mail dankbar war. Sogar ein paar samt Übernachtungsplatz waren darunter – wie berichtet, muss die Augsburgerin für ihre insgesamt vier Eingriffe in zwei Wochen jeweils in den frühen Morgenstunden mit dem Zug Richtung Erlangen aufbrechen.

Auch Professoren baten Hilfe an

"Es gab Zimmer, die nach dem Auszug der erwachsenen Kinder nun leer stehen, es gab durch die Pandemie nicht vermietete Einsiedler-Wohnungen, die zur Verfügung gestellt wurden. "Mir schrieben welche, sie würden sich freuen auf jemanden, der mit ihnen zusammen Homeoffice macht. Es war wirklich sehr, sehr nett", so Kornelia L.

Sogar Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter boten Konferenzräume von Professoren an, die Kirche meldete sich, das Haus der Gesundheit, das Haus für Alleinerziehende, auch FDP-Landtagsabgeordneter Matthias Fischbach bot ein Mitarbeiterbüro an, der Klinikbesuchsdienst meldete sich, um sein Büro in der Krankenhausstraße zur Verfügung zu stellen. "Es ist irre, wieviel Hilfsbereitschaft ich entfacht habe."

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Eingriff verschiebt sich

Da sich ihr Eingriff nun durch Corona wie erwartet doch noch ein paar Wochen verzögert, hat Kornelia L. genug Zeit, alle Angebote noch einmal zu sondieren und das für sie Treffendste herauszusuchen. "Ich möchte auf jeden Fall allen Danken, jedem Einzelnen. Das war auch ein tolles Signal in dieser schwierigen Zeit, soviel Mitmenschlichkeit zu erfahren", sagt sie. Weitere Hilfsangebote wären nun jedenfalls nicht mehr nötig. "Ich bin einfach nur überwältigt."

CHRISTOPH BENESCH

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