Pläne für das Erba-Gelände in Erlangen liegen auf Eis

15.9.2018, 06:15 Uhr

© Foto: Kress-Architekten

Das Gelände ist nach dem Abbruch eines halben Dutzends ehemaliger Doppelhäuser einer Erba-Werkssiedlung verwildert, nicht einmal Erdarbeiten sind derzeit erkennbar. Dabei drängt die Zeit, werden in Erlangen doch jede Menge weiterer Wohnungen dringend benötigt und ist mit dem Abbruch der Häuser auch Wohnraum verschwunden. Doch es gibt noch keinen gültigen Bebauungsplan, nachdem bereits eine Bau-Voranfrage scheiterte. Ein Hausbesitzer in der Äußeren Brucker Straße/
Ecke Mainstraße hatte Einspruch eingelegt – das Verwaltungsgericht stoppte die Gewobau-Pläne.

Konkret geht es darum, dass das neue, große Wohngebäude zur Äußeren Brucker Straße in den Bauplänen mit fünf Stockwerken ausgewiesen war und der Nachbar dies für überdimensioniert hält. Zudem – so ist aus dem Umfeld des Bauherren zu hören – ist ihm eine (vermeintliche) gewerbliche Nutzung in den Neubauten ein Ärgernis; eine solche sei auch gar nicht vorgesehen, sagen die Planer.

Als Reaktion auf den Widerspruch des Anliegers hat das Büro KJS+ Architekten um den Architektur-Professor Hubert Kress umgeplant und diese Neuplanung auch dem Erlanger Baukunstbeirat vorgestellt. Danach werden die Gebäude an der Äußeren Brucker Straße und an der Mainstraße um jeweils ein Stockwerk niedriger, die dadurch wegfallenden Wohnungen werden in einem im Baugelände liegenden Gebäude untergebracht, das dadurch tiefer wird. Zudem, so bestätigt es Architekt Hubert Kress im Gespräch, werde der Anteil an gartenartigen Grünflächen erhöht.

Nicht abrücken will das Architekturbüro vom Plan, nur 40 Auto-Stellplätze in einer Tiefgarage zu bauen. Kress ist überzeugt davon, dass der Nachweis einer großen Zahl von Fahrradstellplätzen im Freien wie in der Tiefgarage genehmigungsfähig ist. Die Ausfahrt soll dann über die Mainstraße erfolgen – dort wird deshalb auch der Gehsteig verbreitert, um eine ungefährdete Ein- und Ausfahrt zu erleichtern. Mit diesen Änderungen, so meint der Architekt, sei den Einwänden Rechnung getragen und das Bauvorhaben genehmigungsfähig.

Grundsätzliche Bedenken gegen das Projekt aber haben die ÖDP-Stadträte Barbara Grille und Frank Höppel. In einem Antrag an den Stadtrat monieren sie das Fehlen großer Wohnungen (für kinderreiche Familien), stattdessen seien Penthouse-Wohnungen geplant – "nicht zum Sozialtarif", wie die ÖDP-Stadträtin vermutet. Zudem lehnen sie die Begrenzung der Stellplätze auf 40 ab – der Verzicht auf das Auto könne nicht erzwungen werden, auch wenn dies ökologisch wünschenswert sei.

Die Gewobau wird einen neuen Bauantrag einreichen – auch dem kann widersprochen werden.

4 Kommentare